Ausgabe 079, F&B Know-how

Miesmuscheln im Test

Verdreckte Meere, miese Muscheln. Der exklusive Muschel-Labortest brachte ein erschreckendes Ergebnis: 75 Prozent der untersuchten Miesmuscheln waren mit Fäkalkeimen kontaminiert.

Text: Michael Pech, Katharina Wolschner; Fotos: Werner Krug, Shutterstock
Miesmuscheln

Selbst Karl Hellemann, einer der angesehensten Hygieniker im deutschsprachigen Raum, zeigte sich schockiert über das eindeutige und alarmierende Ergebnis der Laboruntersuchung. 6 Kilogramm Miesmuscheln, frisch gekauft in vier Städten: München, Köln, Hannover und Wien. Und nur eine einzige Probe war frei von Fäkalkeimen. Und zwar jene aus München.

Unter dem Strich das nüchterne Fazit: Drei von vier Proben waren mit Fäkalkeimen kontaminiert. Gefunden wurden Enterokokken, Escherichia coli und Enterobakteriacaeen. Im Klartext sind das Erreger, die über den Darm ausgeschieden wurden und vermutlich über Abwässer in die Zuchtanlagen gelangt sind. Die möglichen Folgen bei falscher Zubereitung: Erbrechen, Brechdurchfall, Darm- und Lebererkrankungen. Mit großer Wahrscheinlichkeit finden sich in solchen Muscheln sogar Erreger wie Salmonellen.
Also nicht unbedingt geschmackvolle Nachrichten für Gastronomen. Und blickt man in die Speisekarten der gehobenen Küche, wird man wohl nicht ganz zufällig Miesmuscheln meist vermissen. Doch auch, wenn kaum garantiert werden kann, dass das Produkt – wie es unser Test zeigt – sauber beim Gastronom ankommt, so kann eine Übertragungsgefahr nahezu ausgeschlossen werden, wenn man sich an geltende Hygienevorschriften hält.

Karl Hellemann

"Ein Hepatitis A-Impfschutz ist auch in diesem Zusammenhang von Vorteil."

Karl Hellemann
Lebensmittelhygieniker

Werden die Muscheln gekocht...

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31.03.2009