Ausgabe 083, Porträts

Christian Lohse

Aufgeblasene Wichtigtuer in der Küche sind mir zuwider! Für arrogante Kollegen hat Christian Lohse wenig übrig – außer vielleicht ein paar schmutzige Worte. Dafür mag Berlins höchstdekorierter Koch gesundes Understatement – außer auf dem Teller.

Fotos: Michaela Grabner
Christian Lohse

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Fischers Fritz
The Regent Berlin
Charlottenstraße 49, 10117 Berlin-Mitte
Tel.: +49 (0) 30/20 33 63 63

www.fischersfritzberlin.com

Wer Sprüche klopft und sonst nichts kann, geht schnell unter. Wer Sprüche klopft und dabei Geniales auf die Teller bringt, schwimmt auf der Erfolgswelle. Zur zweiten Kategorie gehört Christian Lohse, Chef de Cuisine im „Fischers Fritz“ im The Regent Hotel in Berlin-Mitte. Zur ersten Kategorie gehören die Köche, denen er Profilierungsneurosen und sozialen Geltungsdrang nachsagt. „Ich halte nichts von Küchenchefs, die mit Namen auf den Jacken und ähnlichen Scherzen herumlaufen. Diese Selbstdarstellung ist komplett überzogen. Das einzige, das im Vordergrund stehen soll, ist das Produkt – und der Gast.“

Und genau nach diesem Prinzip kocht der 42-Jährige: Christian Lohse bezeichnet das, was er aus der mit 2 Michelin-Sternen und 18 Gault Millau-Punkten ausgezeichneten Küche schickt, schlicht als Produktküche. „Ich mag puristische Küchen, ich halte gar nichts von dem molekularen Schnickschnack. Unser roter Faden ist der Respekt vor den Produkten und die Reduzierung auf das Wesentliche. Also keine überfrachteten Teller, Gele gehen gar nicht, die hasse ich wie die Pest. Gelees ein bisschen, aber das ist die Heimatverbundenheit. Ich komme schließlich aus der Stadt des Puddings, aus Bielefeld.“

Genauer gesagt aus Bad Oeynhausen in Ostwestfalen, einem 35.000-Seelen-Dorf. Dass er von dort hinter dem Herd der Spitzengastronomie gelandet ist, hat...

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04.08.2009