Ausgabe 215

Jägermeister: Individuell gebrandet

Er zeigt, wie die Zusammenarbeit mit einer Marke und individuelles Branding funktionieren können: André Pintz mit der Imperii Bar in Leipzig.

Fotos: Nils Günther-Alavanja

Im Zeichen von Jägermeister

André Pintz ist mit seiner Imperii Bar auf der Überholspur unterwegs. Eine Frage, die man sich als Inhaber einer Gastronomie stellen muss, ist: Wie gehe ich mit der Industrie um, binde ich sie mit in mein Konzept ein und, wenn ja, wie? Eine oft diskutierte Frage – hier ein individueller Ansatz aus Leipzig.

Jägermeister, André Pintz, Imperii Bar

Wie stehst du zu Brandings in der Gastronomie im Allgemeinen?

André Pintz: Diese Frage stellt sich eigentlich jeder Gastronom bei einer Neueröffnung. Zum einen aus finanziellen Gründen, aber vordergründig auch bei der Gestaltung der eigenen Karte. Wir haben uns dafür entschieden, denn eine gesunde Partnerschaft befruchtet eher, als dass sie einschränkt. Wir denken, dass Gastronom und Industrie voneinander profitieren können. Aber eines war von Anfang an klar: Der Markenauftritt sollte nicht plakativ, sondern authentisch wirken.

Wonach suchst du deine Industriepartner aus?

Pintz: Diese Entscheidung ist meist emotional. Wir als Team müssen die Marke vertreten können. Außerdem ist die Flexibilität der Marke entscheidend, denn wir verfolgen mit dem Imperii ein besonderes Konzept für Leipzig und unsere Gäste – dazu passt selten ein Standardkonzept. Ebenfalls müssen Produkt und Marke auch zu unserem hauseigenen Portfolio passen, welches ausgewogen ist.

Wie kam es zur Kooperation mit Jägermeister?

Pintz: Anfang 2012 lernte ich als neuer Leipziger und Berufsanfänger mehrere Mitarbeiter der Firma kennen. Man nahm mich einfach mit zu einer der ersten Veranstaltungen des Hubertus Circle und gab mir so die Möglichkeit, mich zu vernetzen und neue Bartender kennenzulernen. Alles war freiwillig und zog keine Gegenleistung nach sich. Die Programme interessierten mich und ich engagierte mich bald selbstständig für die Marke und in dem Netzwerk. Ein Resultat aus der Kooperation war, dass ich als Jägermeister- Stipendiat ein halbes Jahr nach Paris ging. Die Marke war dabei immer bei mir und unterstützte mich – auch als ich das Imperii plante und eröffnete. Bis heute ist das so, jetzt wo ich selbst Betreiber einer Bar bin und Brand Ambassador der Marke Jägermeister. Nur habe ich heute die Chance, mit meiner fachlichen Expertise einiges zurückzugeben – eine gereifte Win-win-Situation sozusagen.

Die Arbeit als Brand Ambassador ist relativ zeitaufwendig, wie bringst du Bar und Marke unter einen Hut?

Pintz: Es ist wichtig, dass man sich Freiräume lässt. Das tut die Marke bei der Gestaltung des Terminkalenders und der Orte für eventuelle Schulungen und Masterclasses. Im Gegenzug sind mein Team und ich so gut eingespielt, dass auch in unserem Laden großes Verständnis für die Marke und meine Rolle als Brand Ambassador herrscht. Mein Geschäftspartner und mein Team halten mir immer den Rücken frei. Ich versuche auch, dass beide etwas davon haben – meine Leute werden in Programme involviert, um davon zu profitieren, und die Marke findet auch immer ein Sprachrohr neben mir im Imperii. Aber das Imperii steht immer an erster Stelle – wäre das nicht so, müsste ich vielleicht überlegen, ob das Verhältnis noch authentisch ist.

www.jaegermeister.de

24.11.2017