Ausgabe 155, F&B Know-how

Alles Krill, oder was?

In einigen Ländern als Delikatesse gehandelt, steht man dem Krill in Europa noch verhalten gegenüber. Was kann das angebliche pinke Gold wirklich?

Krill Fotos: Shutterstock

Klein, aber oho. Krill ist eine eiweißreiche Alternative zu Shrimps, Fisch und Co. Das wissen Japaner, Chinesen und auch Südamerikaner zu schätzen – Europäer hingegen noch nicht. In den 70er-Jahren startete man einen Versuch, nachdem die Fischbestände drastisch dezimiert worden waren, den Welthunger mit Krill zu bekämpfen, scheiterte aber an der Logistik des Vorhabens. Heute ist der Krill zurück und erlebt in einigen Ländern ein wahres Revival. Nicht gerade attraktiv klingt der Name des Krustentieres auf Norwegisch. Frei übersetzt heißt Krill nämlich „Walfutter“, und mal ehrlich: Wer möchte schon Fischfutter essen?

Aber keine Sorge, Krill kann mehr, als sein Name verrät. Er umfasst rund 80 Krustentierarten, die zwei bekanntesten sind der Antarktische Krill, Euphausia superba, und der Nordpazifische Krill, Euphausia pacifica. Wenn der Otto Normalverbraucher von Krill spricht, meint er den am häufigsten vorkommenden Krill aus der Antarktis, wo sich an einigen Stellen bis zu 10.000 Tiere pro Quadratmeter tummeln. Der bis zu sechs Zentimeter große Krill selbst ernährt sich von Plankton und steht damit am unteren Ende der Nahrungskette. Die Frage also ist: Kann so ein kleines Tierchen, das etwas salzig und ähnlich wie Shrimps schmeckt, den europäischen Geschmack treffen? Gründe gäbe es einige: Das pinke Gold, wie Krill auch genannt wird, enthält um ein Vielfaches mehr an Omega-3-Fettsäuren als Fisch.

Alleine in den USA stieg in den letzten Jahren der Omega-3-Bedarf...

HIER registrieren

14.11.2015