Ausgabe 203, F&B Know-how

Convenience: Die schnelle Geschichte der Bequemlichkeit

Convenience in der Küche: Wo fängt Geldgeilheit an, wo hört Moral auf, was lohnt sich wirklich und wie fing eigentlich alles an?

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Shutterstock

Bequem muss es sein, Geld zu verdienen. Ginge es um reinen Profit, könnte man es Köchen doch kaum verübeln, möglichst viele verzehrfertige Lebensmittel zeit- und geld­sparend einzukaufen und auf den Teller zu bringen. Nicht umsonst trägt also Abgepacktes den Namen Convenience (zu Deutsch: Bequemlichkeit oder Komfort). 

Allerdings geht es nicht nur um den Komfort in der Branche, in der der Beruf des Kochs gerne auch als Berufung bezeichnet wird. Und Berufung kann es nun einmal nicht sein, Tüten aufzureißen und Kunden aufs (verzehrfertige) Glatteis zu führen. 

Trotzdem hat die Medaille immer zwei Seiten: Im Stress mit Budgets und Fachkräftemangel muss eben manchmal die einfachste (und bequemste) Lösung gefunden werden. Es geht dann doch um Umsatz, auch wenn es schöner wäre, wenn es nur um Leidenschaft ginge.

Die Zeit ist reif

Mit Leidenschaft hatten die Anfänge der unter dem Wort Convenience zusammengefassten Produkte recht wenig zu tun. Vielmehr war es der Wunsch nach kräftigen, gesunden Männern, der die Erfinder anregte. 

Zu ebendiesen Geistreichen zählte ein französischer Zuckerbäcker, der von Napoleons Aufruf angestachelt die Sterilisation für den Transport von Lebensmitteln an die Kriegsfront erfand. Das war Ende des 18. Jahrhunderts.

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15.03.2017