Ausgabe 148, Porträts

Großer Zwiebeljunge

Brent Savage ist ein entspannter Charakter. Aussie eben. Sein Essen auch. Aber irgendwie doch nicht. Auf den zweiten Bissen sind da ganz viele unterschiedliche Schichten.

Brent Savage zu Besuch beim Hangar 7
Fotos: Helge Krichberger / Red Bull Hangar-7, Shutterstock

Was tun, wenn man Tickets für ein AC/DC-Konzert gekauft hat und einem beim ersten Song auffällt, dass man eigentlich bei Empire of the Sun gelandet ist? Ähnlich geht es Europäern, wenn sie vor dem ersten Gericht von Brent Savage aus Sydney sitzen. Vorab liest sich seine Küche aus dem Bentley Restaurant & Bar in den Berichten der Food-Gazetten so, als wäre der Journaille mit jedem Bissen die volle Breitseite an Intensität ins Gesicht gesprungen. Das schürt Erwartungen. Und die zerbröseln an der ersten Gabel.

Während man darauf wartet, dass es gleich Kamikaze im Mund spielt, passiert etwas ganz anderes. Kein wummernder Hardrock, sondern leiser Elektropop unterlegt mit klassischem Violinkonzert in C-Dur. Dezente Aromen in der Räucheraalmousse, feine Lagen unterschiedlichster Intensitäten von Sellerie im Gelee und im Salz, ein lockeres Spiel der Kombinatorik durch die Algenblättchen und beigefügten Kressen. Und dann – wumms. Ein kurzer Paukenschlag.

Damit hat man jetzt aber wirklich nicht gerechnet, dass...

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14.11.2015