Ausgabe 198, Porträts

Meta Hiltebrand: Zuckersüß und bissfest

Zwischen Passion und Perfektion steht Meta Hiltebrand in der Branche ihren Mann: Sie hat keine Lust auf Schäumchen, Chichi oder Sterne – ihre Marke und ihre Handschrift sind überraschend und ehrlich.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Claudio Martinuzzi, Tobias Stahel

Meta Hiltebrand beißt in einen Schaumgummi-Lolli

Immer einen Meta voraus

„Nein, ich bin nicht wirklich in der Küche geboren. Der Satz stammt von meiner Schwester, die Meta als Marke mit ihrer Werbeagentur kreiert hat“, lacht Meta Hiltebrand, die in Bülach – im Krankenhaus, nicht in einer Küche – geboren wurde, aber schon früh – mit einem Stück Käse in der Hand – in die Kochtöpfe ihrer Mutter schauen durfte. Bülach ist ein kleines Nest bei Zürich. Die Stadt, die Hiltebrand heiß und innig liebt. Auch wenn ihr die Schweizer manchmal etwas zu traditionell sind, würde sie hier nie wegwollen. 

„Meine Schwester Sarah ist mein Vorbild. Sie macht Karriere, sieht super aus, hat eine tolle Tochter und einen tollen Mann, sie hat die besten Ideen und ist ein Stehaufmännchen und – für mich – mein größter Motivator. Wenn ich nicht weiterweiß, telefoniere ich mit ihr und habe wieder das Gefühl, dass ich alles hinbekommen kann. Kulinarisch habe ich kein Vorbild – ich habe aufgehört, in anderen Suppen mitzurühren, und schaue wenig nach rechts oder links. Ich ziehe mein eigenes Ding durch.“

Ihr eigenes Ding hat mehrere Namen: Zum einen ist Hiltebrand die Chefin des Restaurants Le Chef im Kreis 4 in Zürich. Zum anderen ist sie TV-Köchin, Kochbuchautorin, Showküchen-Organisatorin, Gastköchin und auch vor der Linse macht sie eine extrem gute Figur. „Ich kann maximal drei Tage Urlaub machen. Dann wird mir langweilig, ich fange an, die Restaurants, in denen ich esse, mit meinem Gastro-Auge zu betrachten, suche regelrecht Gastrofehler – was ich lieb meine, aber damit natürlich trotzdem anderen auf die nerven gehe –, und ich muss immer in Bewegung bleiben“, erklärt Hiltebrand sich und ihren Lagerkoller, den sie nach kurzer Zeit bekommt, wenn sie eigentlich mal nichts tun sollte. „Ich hatte Donnerstag frei, also war ich in der Küche.“

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02.11.2016