Corona-Virus in Österreichs Schlachthöfen: „Keine Frage der Branchenzugehörigkeit“?

Nach der Fleischfabrik Tönnies ist das Corona-Virus nun auch in österreichischen Schlachtbetrieben angekommen. Arbeitnehmer fordern deutliche Verbesserungen – am Freitag wird verhandelt.
Juli 7, 2020 | Fotos: Shutterstock

Es klingt wie in einem schlechten Krimi: Nachdem der deutsche Fleischverarbeitungsbetrieb Tönnies als Corona-Hotspot schlechthin aufgedeckt wurde, rückten Arbeitsbedingungen ins Visier der Presse, welche an Missständen kaum zu übertreffen sind: Mensch und Tier in den ausgestreckten Fängen der Ausbeutung

Österreichische Fleischfabriken vom Corona-Virus heimgesucht

Von den Missständen in Deutschland grenzte sich Österreich klar ab. Doch hatte Österreich abermals die Rechnung ohne das Corona-Virus gemacht: Am Montagabend rückten bei verschiedenen Fleischverarbeitungsfabriken und Schlachthöfen zwölf Infektionen ans Licht der Öffentlichkeit. Die Schließung der Produktionsstätte erachten die Behörden jedoch nicht als notwendig, denn die Infektionsketten lassen sich bis zu ihrem Anfang zurückverfolgen.

„Infektionen sind keine Frage der Branchenzugehörigkeit“, sagt Norbert Marcher, Chef der gleichnamigen größten Schlachthausgruppe Österreichs laut dem Standard. So würden zusätzliche Kontrollinstanzen in den Schlachthöfen für Sicherheit sorgen. Sowohl Karl Schmiedbauer, Vorsteher in der Fleischwarenindustrie und Wiesbauer-Chef wie auch Bundesinnungsmeister Rudolf Menzel distanzieren sich im Standard vehement von den deutschen Zuständen.

Fleischfabrik Schlachthof Fleisch
In österreichischen Fleischverarbeitungsfabriken und Schlachthöfen geraten zwölf Infektionen ans Licht der Öffentlichkeit.

Leiharbeiter: Rund 90 Prozent der Angestellten

Am Freitag verhandeln Arbeitnehmer- und geber um die neuen Löhne der rund 12.000 Arbeiter in der Fleischindustrie. Darin jedoch nicht eingerechnet: Die zahlreichen Leiharbeiter, welche etwa 90 Prozent der Angestellten ausmachen.

„In der letzten Zeit hat die Arbeit durch Leiharbeiter vermehrt zugenommen. Bei uns in der Branche gibt es Unternehmen, wo bis zu 90 Prozent Leiharbeiter unterwegs sind,“ so Erwin Kinslechner von der Gewerkschaft PRO-GE im Ö1 Mittagsjournal.

Von Lohnerhöhung bis Transparenz

Die Lösung: Ein zusätzlicher Kollektivvertrag soll endlich Licht ins Dunkel bringen. Darüber hinaus fordern die Arbeitsnehmer den Einsatz von mehr Betriebsräten in den Unternehmen. Doch das ist noch nicht alles: Arbeitnehmer fordern Transparenz in allen Produktionen, aber auch in den teils sehr engen Unterkünften, wo vor allem ausländische Arbeitskräfte schlafen. Die Lohnerhöhung soll bei rund zwei Prozent liegen.

Den ganzen Artikel kannst Du als ROLLING PIN-Member kostenlos lesen.

Werde jetzt Member. Kostenlos.

Als ROLLING PIN-Member genießt Du unzählige Vorteile.
  • Alle Onlineartikel lesen, die für normale User gesperrt sind
  • Einladungen zu unseren exklusiven Member-Events
  • 30% Rabatt auf Chefdays-Tickets
  • Per Mausklick an unseren Gewinnspielen teilnehmen und sensationelle Preise gewinnen
  • Kostenlose Nutzung unserer sensationellen Rezeptdatenbank
  • Die heißesten News aus der Gastronomie und Hotellerie vor allen anderen erfahren
  • Die ROLLING PIN-Membership ist vollkommen kostenlos und wird es auch bleiben
Vorteile einblenden

Top Jobs


KOSTENLOS MEMBER WERDEN
UND UNZÄHLIGE VORTEILE genießen

  • Insights aus der Gastro-Szene, ganz ohne Bullshit.
  • Personalisierte Jobvorschläge & die besten Jobs aus der ganzen Welt
  • Alle Online-Artikel lesen & Zugriff auf das Rolling Pin-Archiv
  • 30% Rabatt auf Rolling Pin Convention Tickets und vieles mehr…