Dicke dürfen nicht rein!

Nackt essen zu gehen liegt im Trend, nach London und Melbourne nun Tokio. Allerdings mit einem Unterschied: Erlaubt sind nur dünne und junge Gäste …
Juni 13, 2016

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Kurioses Restaurant mit kuriosen Regeln

Man mag davon halten, was man möchte, aber die Freikörperkultur lässt sich diesen Sommer nicht nur am Ostseebad betrachten sondern auch in der internationalen Restaurantsszene. Jedem Tierchen sein Pläsierchen, wer darauf steht und seinen Exhibitionismus respektive Stakertum in aller Öffentlichkeit nachgehen möchte, der wird sich wohl fühlen.
Diese Au-Naturel-Bewegung wird nun aber in Tokio mit Zäsur belegt. Denn wie aus diversen Medienberichten zu lesen ist, wir das Naked-Pop-Up Amrita in Tokio darauf schauen, dass das Auge der Gäste nicht beleidigt wird.
So gelten folgende Vorschriften: Gäste müssen zwischen 18 und 60 Jahren alt sein, nicht tätowiert und dürfen nicht mehr als 15 Kilogramm über dem Durchschnittsgewicht ihrer Größe wiegen. Auf der Homepage soll geschrieben stehen – allerdings nur auf japanisch, daher hier der zitierte Satz des Portals Eater: "Gäste, deren Gewicht höher erscheint als in dem gewünschten Maße, werden nach ihrem Kommen gewogen und sollte es sich herausstellen, dass sie zu schwer sind, wird ihnen der Einlass verweigert und zwar ohne Rückerstattung der Kosten." Eine andere Seite zitiert mit: "Wenn Sie mehr als 15 Kilogramm zuviel haben, dann bitten wir sie von einer Reservierung abzusehen."
Also wie jetzt dürfen sie rein und zahlen sollen sie für den Versuch auch? Wie soll das funktionieren? Ganz einfach und sehr gefinkelt von den Betreibern des Amrita, das auf Sanskrit anscheinend mit Unsterblichkeit gleichgesetzt ist: Die Kosten für den Besuch – exklusive Essen – belaufen sich auf bis zu 660 Euro, die vorab zu bezahlen sind. Weil man ja selbst wissen sollte, ob man zu dick ist, ist man auch selbst schuld, wenn man dann nicht reinkommt.
Warum die Japaner mit dieser Methode drohen, ist laut einer Sprecherin des Restaurants, Miki Komatsu, eine Konsequenz aus der Londoner Nackt-Restaurant-Szene. Dort hätten sich Gäste über den Anblick von dicken Tischnachbarn beschwert. Spannend vor allem in Anbetracht dessen, dass das beispielhafte Restautant erst eröffnet.

Männer in knappen Tangas als Kellner

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Wenn man für dünn und jung genug erachtet wurde, darf man dann ins Amrita hinein, komplett befreit von seiner eigenen Kleidung, dafür bekleidet mit einem Einweg-Slip. Was vermutlich auch für das Reinigungspersonal angenehmer sein dürfte, die tagtäglich die Sessel putzen dürfen. Allerdings ist es verboten mit anderen Gästen in Kontakt zutränke und sie durch Berührungen oder gar Ansprechen zu belästigen.
Ob das Do-not-touch-Gebot auch für das Personal gilt, ist leider noch nicht raus. Das besteht nämlich aus optisch ansprechenden Männermodels im String und die Unterhaltungseinlage ist eine Tanzshow mit ebenfalls gutaussehenden Kerlen.

Sarkasmus kommt zu Schluss

Das eigentlich lustige an diesem Etablissement-Konzept, das eigentlich klingt wie ein stinknormaler Stripschuppen mit Türsteher und Gastronomie, ist das Bild mit dem das Amrita auf seiner Homepage wirbt: Das zeigt nämlich " Das Fest der Achelous" von Peter Paul Rubens, der dafür bekannt ist, dass er die menschlichen Formen immer recht üppig dargestellt hat. Und von den hier dargestellten Männern und Damen – siehe ganz oben – dürften die meisten wohl nicht in den Genuss eines Eintritts in die heiligen Hallen des Amrita kommen …
www.theamrita.com

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