Die Kacke ist am Dampfen …

... weil sie heiß gekocht wird. Warum die Exkremente des Birkhuhns in Grönland eine Delikatesse sind und "eat my shit" salonfähig wird.
Mai 19, 2016

Exkremente des Birkhuhns

Der eine findet es Scheiße, der andere als Delikatesse

Andere Länder, andere Sitten. Ein viel zitiertes Beispiel und mittlerweile als toll deklariert: die von den Fleckenmusangs gefressenen Kaffeebohnen, die dann aus den Exkrementen der Schleichkatze herausgepuhlt werden und als Kopie Luwak teuer verkauft werden. Man gilt mit diesem Kaffee im Repertoire als weltoffener Bürger.

Was allerdings in Grönland abgeht, hat den Weg in die mitteleuropäischen Küchen noch nicht ganz gefunden. Denn hier kommt die Losung direkt auf den Tisch. Nämlich die des dort ansässigen Birkhuhns, die passenderweise als „Gestöber“ bezeichnet wird. Und gilt dort in einigen Landesteilen als Delikatesse – zurückzuführen vermutlich auf den dort durch das Klima bedingten Nahrungsmangel. Wer zu langsam war das Huhn zu fangen, na der verlustierte sich einfach an deren Überresten, die mehrderminder ein verdauter Haufen Grasstengel sind.

Birkhuhn

Gesammelt werden die „urumiit“ im Winter und dann mit lecker ranzigem Robbenöl und groben Stücken von Robbenfleisch gekocht. Für alle, die wagemutig sind und „eat my shit“ persönlich nehmen: Das Birkhuhn tendiert dazu seine Notdurft an einer Stelle zu verrichten, daher muss man die pelletförmigen Ausscheidungen nicht verstreut durch das Lande suchen. Wer es richtig zubereitet, den erwartet eine knackige Textur und der Geschmack, nennen wir es mal fermentierter, Gräser.

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