Exklusiv: Österreich-Comeback für Guide Michelin 2011?

Erfolg für die ROLLING PIN-Petition! Der Guide Michelin-Boss Jean-Luc Naret bestätigt, dass der Gourmetführer schon 2011 wieder in Österreich aufgelegt werden könnte.
November 13, 2015

phpYcX8uQÜber die ROLLING PIN-Aktion „Pro Guide Michelin in Österreich“ bekam „Guide Michelin“-Boss Jean-Luc Naret in dieser Woche mehr als 400 Zuschriften. Da nun auch der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner an Naret heran getreten ist, scheint ein Comeback des angesehenen Gourmet-Führers für 2011 plötzlich wahrscheinlich.

Interview: Katharina Wolschner

ROLLING PIN: Die Meldung, dass es künftig keinen Guide Michelin Österreich geben wird, hat hohe Wellen geschlagen. Um den Gastronomiebetrieben eine Plattform zu geben, initiierte unser Fachmagazin ROLLING PIN eine Petition. Sie bekamen mehr als 400 Zuschriften zugesandt. Was sagen Sie dazu?
Jean-Luc Naret: Der große Zuspruch zu dieser Aktion hat mir gezeigt, dass die österreichischen Gastronomen und Hoteliers bereit sind, alles zu tun, um den Guide in Österreich zu behalten. Und die ROLLING PIN-Petition war nicht das einzige, denn ich erhielt auch einen Brief des österreichischen Wirtschaftsministers (Anm. d. R. Reinhold Mitterlehner) und der Tourismusvereinigung Österreich mit der Frage, ob man unsere Entscheidung nicht überdenken könnte.

RP: Und werden Sie?
Jean-Luc Naret: Vorab möchte ich sagen, dass unsere Entscheidung auf keinen Fall eine Abwertung für österreichische Köche darstellen sollte. Aber Fakt ist, dass wir in den letzten 5 Jahren den Guide Michelin auf dem Markt hatten und sich dieser einfach nicht verkauft hat. Denn um kostendeckend zu arbeiten, hätten 30.000 bis 40.000 Exemplare verkauft werden müssen. Doch diese Zahl haben wir nicht annähernd erreicht. Stellen Sie sich ein Restaurant vor, das seit 5 Jahren schlecht besucht wird. Es wird schließen müssen – und genau so verhält es sich mit dem Guide Michelin. Aber noch einmal: Diese Entscheidung war eine rein ökonomische und der Denkansatz, dass wir uns zurückziehen, weil die Küche nicht gut genug für den Guide Michelin ist, ist aus der Luft gegriffen.

RP: Werden Sie die Entscheidung nun revidieren?
Jean-Luc Naret: Liest man sich die Anmerkungen der ROLLING PIN-Petition durch, dann ist folgendes wiederholt zu finden: Vielleicht sollten wir einige Guides kaufen und diese dann als Werbemittel für Österreich nutzen. Dazu kann ich nur sagen, warum ist das den Gastronomen nicht in den letzen 5 Jahren eingefallen? Interessant ist außerdem, dass mir von Toni Mörwald und einigen anderen Unternehmern ein Angebot vorliegt, dass diese eine bestimmte Stückzahl kaufen werden, um den Guide am Markt zu halten.

RP: Würde das funktionieren?
Jean-Luc Naret: Das gilt es nun zu prüfen. Denn wenn nun einige Gastronomen und sogar auch Politiker überlegen eine bestimmt Stückzahl zu kaufen, dann werden wir unsere Entscheidung erstens überdenken und zweitens eventuell revidieren. Gingen wir diesen Schritt, wäre es das erste Mal in der Geschichte des Guide Michelin.

RP: Das bedeutet also: Es wird den Guide Michelin Österreich ab 2011 wieder geben?
Jean-Luc Naret: In dieser Deutlichkeit würde ich es nicht sagen, aber ich werde nun die Fakten und die neuen Informationen mit meinem Team besprechen und auf jeden Fall möchte ich mich mit dem österreichischen Wirtschaftsminister treffen. Und dann – vielleicht – wird es den Guide Michelin Österreich wieder geben. In welcher Form auch immer.

RP: Gibt es für diese Publikation 2010 noch eine Chance?
Jean-Luc Naret: Nein. Für 2010 wird es definitiv keinen Guide geben.

RP: Aber sind nicht schon die meisten Restaurants getestet worden?
Jean-Luc Naret: Ja. Denn natürlich beginnen wir schon früh damit. Durch die Krise, die uns mit Ende des ersten Quartals traf, kam dann die Entscheidung für das Aus. So wurden einige Restaurants bereits getestet, andere aber nicht. Daher ist die Idee, Österreich an Deutschland zu koppeln nicht möglich, denn das wäre nun unfair gegenüber den Betrieben, die wir noch nicht ausreichend testen konnten.

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