God List

Warum Kellner gefährlich leben

Der Beruf des Kellners ist kein einfacher: Zehn Gründe, warum es die Berufswahl eigentlich eine wahnsinnige und gefährliche Entscheidung ist.

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1. Lebende Stolperfallen

Ein Lokal voller Kinder ist einer der Hauptgründe für Unfälle. Sie spielen dort, wo du dich mit deinen fünf Tellern und zwölf Gläsern zur Geburtstagsrunde durch schlängeln willst. Und wenn sie dann auch noch schreiend und fuchtelnd zur Mama rennen, bist du schuld. Aber schön, dass sie wenigstens für eine lebendige Stimmung sorgen – meistens.

2. Rechts vor links

Um zu den Tischen im Biergarten zu kommen, musst du den Gehweg überqueren? Hoch brisant! Denn Radfahrer, Fußgänger und andere Passanten fühlen sich von dir gestört und sehen es ganz sicher nicht ein, vorsichtig zu sein. Hier heißt es, besonders aufmerksam die Straße überqueren und trotz Hindernissen, Geduld, Ruhe und Lächeln nicht zu verlieren, damit es nicht zu Unfällen kommt!

3. Am Limit

Bestellungen rasseln, Gäste quengeln, Kaffeemaschine streikt: Das Stresslevel liegt bei Kellnern deutlich über dem Durchschnitt. Durchatmen und den Puls auf ein Normalmaß regulieren fällt in Hochzeiten überhaupt nicht leicht. Dabei ist es sehr wichtig, damit es nicht zu Folgeschäden wie Burn-out kommt. Also nimm dir die Zeit, die du brauchst – denn kein Gast und seine Sonderwünsche geht über deine Gesundheit.

4. Hunde erlaubt?!

Lebende Stolperfallen Nummer zwei: Hunde liegen grundsätzlich dort auf dem Boden, wo du sie als hastender Kellner sicher nicht gebrauchen kannst. Das nervt gewaltig und sorgt zudem noch für gefährliche Unfälle. Immer auf den Boden schauen und zur Not, die Besitzer um das Wegbewegen des Fellknäuels bitten. Sicherheit geht vor!

5. Scherbenhaufen

Schnittwunden aller Art hatte jeder Servicemitarbeiter sicher schon zu Genüge. Wer tagtäglich mit Glas und Geschirr arbeiten, wird auch hin und wieder mit Scherben konfrontiert. Immer sofort ausspülen und verbinden, damit es nicht zu Entzündungen kommt. Aber keine Sorge, wenn mal wieder etwas kaputt geht: Scherben bringen ja bekanntlich Glück.

6. Willste eine?

Kellner leben nicht nur im täglich Stress mit Gästen und anderen Widrigkeiten stetig gefährlich. Durch Passivrauch werden sie auch noch zum Mitrauchen genötigt. Es gibt Studien, die behaupten, dass über eine Halbe Millionen Menschen im Jahr durch Passivrauchen sterben. Solange die Gesetze also nicht eindeutig sind, besser in einem Nichtraucherlokal arbeiten. Wenn das nicht geht: Luft anhalten.

7. Feuerspiele

Am Tisch flambieren ist für jeden Gast ein absolutes Highlight. Leider ist das ganze Spektakel auch sehr gefährlich für jede unerfahrene Servicekraft. Da ist schnell mal etwas passiert. Genauso wie die Arbeit mit scharfen Messern. Kein Wunder, dass Versicherungen den Job des Kellners als besonders gefährlich einstufen.

8. Wechselnde Arbeitszeiten

Schlafen ist eines der wichtigsten Werkzeuge für eine gute Gesundheit. Deshalb leben Kellnern mit wechselnden Schichten und Nachtdiensten sehr gefährlich. Der fehlende Rhythmus macht es dem Körper nicht leicht, seinen Gesundheitsstatus zu halten. Leider ist dagegen kaum etwas zu machen im Service. Die einzige Lösung: Entspannungszeiten nutzen und wahrnehmen!

9. Heben, schleppen, tragen

Für den Rücken gar nicht so leicht: Einmal falsch gehoben oder zu viel und zack – knackst es im Rücken und man liegt flach. Daher ist es ganz wichtig, sich an richtiges Heben und nicht zu schweres Tragen zu gewöhnen. Und auch den Rücken zu trainieren. Dann bleiben einem fiese Langzeitfolgen hoffentlich erspart.

10. Auf die Ohren

Manchmal fühlt sich ein vollen Lokal an, als würde man neben der kaputten Box beim Hardrock-Konzert stehen. Und tatsächlich ist die Lautstärke ein Grund, warum Kellner gefährlich am Limit leben. Denn die gehobene Lautstärke hat einen direkten Einfluss aufs Ohr und das Stresslevel. 

10.02.2015