Hippodrom-Zelt zu verschenken

Der Ex-Wiesnwirt Sepp Krätz will das Hippodrom-Zelt verschenken. Für ihn gibt es kein Zurück auf das Oktoberfest.
September 16, 2016

Hippodrom-Schriftzug oben auf dem Zelt

Zelt für 3300 Personen zu verschenken

Der 61-jährige Münchner Wiesngastronom Sepp Krätz darf seit August wieder Gäste bedienen – seine Wirte-Konzession hat er allerdings noch nicht in der Tasche. 1,1 Millionen Euro soll er durch Steuerhinterziehung ergaunert haben, flog deshalb 2014 von der Wiesn. Der Hippodrom-Festwirt war von 1995 bis 2013 auf den Wiesn vertreten.

Eigentlich sollte es jetzt wieder bergauf gehen, eine Rückkehr auf die Wiesn scheint für Krätz aber ausgeschlossen. Zur Münchner Tageszeitung tz sagt er bei der Hippodrom-Vorstellung im Postpalast: „Der Kas ist gebissen“.

Das Zelt mit den weißen Rössern gibt es noch: „Das ist noch eingelagert“, bestätigt Krätz gegenüber der tz, sagt aber trotzig: „Aber das ist zu verschenken. Von mir aus kann man es auch anzünden.“ Damit ist ein Revival ausgeschlossen. An der Stelle, an der das Hippodrom Jahr für Jahr Millionen von Gäste bewirtschaftete, steht nun Sigi Ables Marstall.

„Es wäre natürlich schön gewesen, bis 70 auf der Wiesn zu sein“, sagt Krätz im tz-Gespräch. „Ich werde mich aber nicht mehr bewerben. Das würde ich mir nicht anmaßen. Das ist im Leben auch nicht alles. Für mich ist meine Familie das Wichtigste. Meine Frau Tina und meine Schwester sind die Chefinnen. Ich freue mich, dass ich ihnen endlich wieder helfen und meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen darf: Gäste bedienen.“ Am elterlichen Hof in der Nähe des Ammersees sei Krätz wieder häufiger anzutreffen, berichtet die tz. Am Hof züchtet der ehemalige Wiesngastronom majestätischen Wagyu-Rinder.

Ob sich jemand für das Zelt mit bierreicher Vergangenheit interessiert, ist bisher noch nicht bekannt. Aber vielleicht hat ja jemand Verwendung für ein Zelt, unter dem 3300 Menschen Platz finden, oder es findet sich ein Liebhaber der Ära, die mit Krätz Abgang ein Ende findet.

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