Kevin Fehling: Stadt soll Sternerestaurants subventionieren

In Tim Mälzers Podcast forder Sternekoch Kevin Fehling Subventionen für die Sternegastronomie. Die Aussage sorgt für ordentlich Gesprächsstoff.
Juli 23, 2019 | Fotos: Hapaq Lloyd Cruises

In Tim Mälzers Podcast „Fiete Gastro“ ging es vor Kurzem heiß her. Zu Gast war Kevin Fehling, Hamburgs einziger 3-Sterne-Koch. Mit seinem Restaurant The Table sorgt er in der Hafen-City seit vier Jahren für Furore. Nun macht er das auch mit einer spannenden Forderung.
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Kevin Fehlings Forderung löst Diskussionen aus

Worum ging es in „Fiete Gastro“?

Die heiße Diskussion löst eine einzige Frage aus, die Mälzer stellt: „Bist du der Meinung, dass Restaurants deiner Couleur subventioniert werden sollten?“ Und Fehling antwortet: „Auf jeden Fall.“ Er könne zwar von sich nicht behaupten, dass er Künstler ist, allerdings spreche man ja auch von der Kochkunst – und die Kunst solle auf jeden Fall subventioniert werden.
Weil es sich wahrscheinlich nicht jeder leisten kann und Essen Kultur ist.
Kevin Fehling plädiert für Subventionen in der Sternegastronomie
Warum? „Weil es sich wahrscheinlich nicht jeder leisten kann und Essen Kultur ist“, argumentiert Fehling und erklärt sein Konzept: An dem Tisch im The Table haben 22 Personen Platz. Jeden Abend kommen unterschiedliche Menschen. „Das können Kochlehrlinge sein, die sich das hart erspart haben, oder Milliardäre. Aber wir verbinden die Gäste miteinander, sie kommunizieren am Ende sogar“, sagt der Sternekoch und resümiert: „Ich denke, es sollte einfach einmal im Leben für jeden zugänglich sein."
Ich bin dafür. Aber mir fehlt die Argumentationskette.
Tim Mälzer kann Förderungen seitens der Stadt (noch) nicht rechtfertigen
Mälzer sieht das Ganze weniger realistisch, auch wenn er die Idee unterstützt. „Ich bin dafür. Aber mir fehlt die Argumentationskette“, hält Mälzer dagegen. Sein Punkt: „Da verkauft einer Champagner, da sitzen dicke Geldsäcke, die Kaviar fressen, ihre Mädels haben Gucci-Taschen für 10.000 Euro. Und dann sollen öffentliche Gelder dafür verwendet werden, so eine Gastronomie zu fördern?“

Fehlings Aussage sorgt für Diskussionen

In Hamburg löst die Aussage jedenfalls heftige Debatten aus. Auf Nachfrage des Hamburger Abendblatts rudert Fehling zurück: Es sei nicht um sein Restaurant The Table gegangen – das laufe wirtschaftlich solide. Vielmehr sollte man den Nachwuchs fördern. „Gerade jungen Sterneköchen, die so mutig sind, sich selbstständig zu machen, müsste man in Deutschland verstärkt unter die Arme greifen. Die Gründer gehen ein wirtschaftlich hohes Risiko ein. Dafür würde ich mir Subventionen oder eine Unterstützung in anderer Form wünschen“, erklärt Fehling der Zeitung.
Leser und Gäste scheinen jedenfalls nicht erfreut über die Ideen des Sternekochs. Unter dem zugehörigen Artikel auf Facebook kommentierte eine Userin: „Wir könnten uns dann ein Menü für 175 Euro leisten. Wir würden es aber nicht genießen, bei dem Gedanken, dass dieses Essen von schlecht bezahlten Pflegekräften über deren Steuern mitfinanziert wurde.“ Ein andere schrieb: „Dann müsste jedes Unternehmen subventioniert werden…. Ich kenne keinen Gründer, der nicht hohe Risiken mit dem Schritt in die Selbstständigkeit eingeht.“
Fest steht: Noch gibt es keine Subventionen. Aber die Diskussion darüber hat wohl gerade erst begonnen. thetable-hamburg.de

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