Ausgabe 147, Konzepte & Openings

Die neuen Lieblinge der Schickeria

Fun Dine ist das neue Fine Dine: Warum man sich von Äußerlichkeiten nicht blenden lassen darf und die Frage, wie hip gute Küche sein muss.

Fun Dine ist das neue Fine Dine Fotos: www.jamesbedford.com, Werner Krug, beigestellt

Einem japanischen U-Bahn-Koch drei Michelin-Sterne zu verleihen, irritierte die mitteleuropäische Köchefraktion nachhaltig. Wo bei uns gestärkte Tischdecken, gediegene Luster-Atmosphäre als Standard für die hohen Auszeichnungen angenommen wurden, konnten nun Plastikgeschirr, Serviettenboxen und Katakombenstimmung dieselben Weihen erreichen? Für viele war das, nachdem sie sich von dem Schlag gegen ihr traditionelles Köpfchen erholt hatten, das Zeichen, dass sich was getan haben muss, als sie noch begierig vor den diversen Gourmetführern gebuckelt haben.

Während sich vife Hoteliers bereits vor einigen Jahren von dem Konzept der Sterne mehr oder minder verabschiedet haben, ziehen ebenso seit einigen Jahren Gastronomen in New York, London, Stockholm und Paris kräftig an den Zügeln eines neuen Hipster-Pferdchens. Was als Weltwirtschafts-Krisenbewältigungsplan mit der Wiederbelebung der Bistroküche begonnen hat, ist nun eine Gegenbewegung in Sachen überkandideltes und steifes Fine Dine geworden. Fun Dine hat sich als neue Begrifflichkeit der legeren Restaurants und Reizgegner des konservativen Kollektivs durchgesetzt. Der Ansatz ist schnell erklärt...

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14.11.2015