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Arrivederci, McDonald’s!

Die Macht des Volkes: Die Florentiner Stadtverwaltung legte eine Kehrtwende bezüglich der Eröffnung einer McDonald’s-Filiale am Domplatz ein.

Fotos: Shutterstock

NO Mc Firenze

Wie bereits berichtet, plante McDonald’s eine Filiale am geschichtsträchtigen wie berühmten Domplatz in Florenz. Der Fast-Food-Riese betreibt bereits neun Restaurants in der weltbekannten Renaissance-Stadt mit rund 300 Mitarbeitern, eine Filiale am von Touristenströmen heimgesuchten Domplatz wäre die lukrative Krönung gewesen.

Der Deal zwischen der florentinischen Stadtverwaltung und McDonald’s schien bis vor kurzem auch auf einem guten Weg zu sein, bis, ja bis die italienische Bevölkerung ein Machtwort sprach: Mit einer über 16.000 Stimmen starken Petition auf Facebook sprach man sich empört gegen die Eröffnung aus. Ein McDonald’s -Restaurant neben der Kathedrale Santa Maria del Fiore, deren Kuppel aus dem 15. Jahrhundert stammt und zum Unesco-Weltkultuerbe zählt, wäre nach Ansicht der Bevölkerung eine Schande für die Stadt.

Das beeindruckte den Florentiner Bürgermeister Dario Nardella dann offenbar doch: Er legte eine Kehrtwende ein und beugte sich dem Willen der Einwohner von Florenz. Man müsse „das kulturelle Erbe der Stadt schützen“, wird er in italienischen Medien zitiert.

Der italienische McDonald’s-Geschäftsführer Roberto Masi macht aus seiner Enttäuschung über das Platzen des Deals keinen Hehl und vermutet hinter dem Rückzieher Nardellas politisches Kalkül.

McDonald’s zeigt sich aber kämpferisch und will notfalls auch vor Gericht ziehen, um am begehrten Platz die Filiale eröffnen zu können. Die Chancen, den Rechtsstreit zu gewinnen, stehen aber denkbar schlecht: Diesen Sommer noch soll das nach dem Kulturminister Italiens benannte Franceschini-Gesetz in Kraft treten, das den Gemeinden mehr Rechte über den Handel einräumt.

SIEHE auch: McDonald’s plant umstrittene Filiale in Florenz

08.07.2016