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Blauer Wein

Dass Wein blau macht, ist bekannt, dass es nun blauen Wein gibt, ist neu. Und hierbei sprechen wir nicht von Zweifelt & Co.

Spanische Weinoffensive in blau

Das alkoholische Modewort des Sommers könnte "Gïk" lauten. Klingt ein wenig wie "Hicks" und das würde thematisch auch ins – in diesem Fall – Blaue treffen. Denn ein Kollektiv an Mittzwanzigern aus Spanien hat einen Wein kreiert, der blau ist. Royalblau. Angeblich schmeckt er ein wenig süßlicher als gewöhnliche Weine, hat 11,5 % Alkohol. Die Gedanken gehen bei Otto-Normal-trinker bei dieser Kombi eher an Alkopops.

Aber zu diesem Wein gibt es von den Machern auch ein Manifesto, das folgendermaßen lautet und nicht nur für den Wein sondern wie es klingt auch für alles andere des Kollektivs gilt: "Gïk repräsentiert den innovativen Teil unseres Lebens, da wir genauso innovativ sind. Wir glauben an die Kreativität, wir erschaffen neue Dinge, brechen Traditionen der Vergangenheit und schaffen die Zukunft. Wir sind Gïk und werden die Welt verändern." 

Ambitioniert, ambitioniert. Doch bei der ganzen Sache geht es nicht um die Weintrauben, sondern um die Leute. Der Wein an sich kommt von verschiedenen spanischen und französischen Weinbauern, deren Weintrauben in Farbe und Geschmack mittels Lebensmitteltechnologie verändert werden. Und wer hat da die Finger mit im Spiel: Klar, die Universität des Baskenlandes, Region der Avantgardküche.

Blau, blau, blau ist alles was ich liebe

Die Gïk-Macher postulieren, dass sie selbst keine Winzer sind, sondern Erschaffer und sich absichtlich den traditionellsten Sektor, den sie kennen, ausgesucht haben um ihre Gedanken umzusetzen. Sie wollten ein Produkt kreieren, das es so niemals zuvor gegeben hat. Ziel: "Wir änderten die Farbe des Weins in ein schillerndes Blau und machten ihn süßer und leichter zu trinken" Sprich, einen Saufwein zu machen.

Blau deswegen weil: "Als wir mit unserem Projekt anfingen, stießen wir auf ein Buch namens The Blue Ocean Strategy. Dieses Buch erklärt, dass es Rote Ozeane voller Haie gibt, die die kleinen Fische derart in Stücke rissen, dass sich die Farbe des Ozeans rot färbte. Es gibt aber auch blaue Ozeane, in denen es keine Art von Konkurrenz gibt und die Fische friedlich zusammenleben. Die Idee den roten Ozean in einen blauen Ozean zu verwandeln, war unser Grundgedanke, aus dem roten Wein blauen zu machen." Ok, klingt schwer nach vorab an zu vielen Weintrauben geschnüffelt zu haben.

Aber Kunst ist Kunst und deswegen eine Geschmacksfrage. Eine weitere Erläuterung ist, dass die Farbe psychologisch gesene für Bewegung, Innovation und Unendlichkeit steht.

Apropos Geschmacksfrage. Wie schmeckt denn nun der blaue Wein? Gïk ist freu von Zuckerzusatz, weil Zucker gärt und in der Flasche - aha - zu Alkohol wird. Die Prozesse des Weinmachend sind "sicher reguliert und haben die Bestätigungen von Instituten wie zum Beispiel der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erhalten." 

Und so funktionierte laut Beschreibung auf der Homepage: Gïk wird durch einen Pigmentierungsprozess produziert. Zuerst werden weiße und rote Trauben gemischt, welchen dann zwei organische Pigmente hinzugefügt werden – Indigo und Anthocyan –; diese stammen aus der dünnen Haut der Weintrauben die genutzt werden, um den Wein herzustellen.

Was auf jeden Fall sicher ist: Gïk schlägt zumindest vital gerade mächtig ein, ob sich der Wein auch wirklich verkauft wird man sehen, aber es lässt sich vermuten, dass alle Noch-Hipster-Läden voll darauf abfahren werden. 

blauerwein.de

 

 

24.06.2016