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Bloß nicht blau!

Die Weinbranche lehnt blauen Wein als Innovation ab. Warum die spanische Weinlobby das Start-up Gik jetzt anzeigte.

Fotos: beigestellt

Gik, blauer Wein
Gik, blauer Wein
Gik, blauer Wein
Gik, blauer Wein

Anzeige von der spanischen Weinlobby

Das Start-Up Gik wurde bekannt durch den weltweit ersten blauen Wein und wollte damit die traditionellste Branche in Spanien revolutionieren (Wir haben darüber berichtet: www.rollingpin.de/news-events/news/blauer-wein). Jetzt wurden sie von der spanischen Weinlobby angezeigt, um genau diese Kreation wieder verschwinden zu lassen. Das Getränk, das in Zusammenarbeit mit der Universität des Baskenlandes entwickelt wurde, erhält seine blaue Farbe durch zwei organische Pigmente. Weit davon entfernt, Weinkenner und Unternehmen beleidigen zu wollen, wurde der blaue Wein dafür geschaffen, den Bedürfnissen der Menschen fernab der Weinwelt entgegen zu kommen – argumentieren die Macher von Gik.

Der Hintergrund des Streits

Derzeit gibt es in Spanien 61 Regulierungsräte, die etwa 700.000 Hektar und damit die Mehrheit des Weinbaus in Spanien strengstens kontrollieren. Dieser Zustand basiert auf jahrhundertelangen Traditionen und selbstüberwachten Prozessen, die bisher mit nur geringer Konkurrenz bzw. “störenden” Innovationen, wie es die Erfinder von Gik nennen, konfrontiert waren. Im August 2016 bekamen die jungen Schöpfer auf Anordnung der Weinbranche Besuch von zwei Inspektoren der örtlichen Zweigstelle des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Nahrungsmittelindustrie. Daraufhin wurde der ganze Lagerbestand beschlagnahmt und eine Gebühr von 35.000 Euro verhängt. Diese Situation führte das Unternehmen beinahe zum Bankrott, einige verloren ihren Job. Laut des Ministeriums dürfe Gik nicht als Wein bezeichnet werden, da es bislang keine eingetragene Kategorie für ein Produkt mit diesen Merkmalen gibt. „Es ist einfach unfair, da Gik zu 100 Prozent aus Trauben besteht. Doch er stellt etwas Neues, ohne geschichtlichen Hintergrund dar“, so die Gik-Unternehmer.

Angesichts dessen haben sie eine Unterschriften-Petition auf www.change.org/p/blauer-wein und den Hashtag #FreedomofColor gelauncht, um für ihren Platz in der Branche zu kämpfen. „Wir verstehen, dass es Leute gibt, die Traditionen schützen und einen respektvollen Umgang mit den Namen ihrer favorisierten Weine sehen wollen, jedoch sind wir der Meinung, dass wir nichts schlimmes machen. Wir versuchen lediglich ein Produkt zu erschaffen, dass wir lieben. Wir glauben fest daran, dass es für jeden einen Platz gibt“, so Gik.

Wieder im Verkauf

Durch kleine Änderungen in der Zusammensetzung, die weder den Geschmack noch die Farbe verändern, darf Gik wieder verkaufen und ist seit Ende November 2016 wieder auf der Website erhältlich. Während Gik aus ihrem eigenen Land Spanien verband wurde, wurden sie kurioserweise in Ländern wie Japan oder den Vereinigten Staaten willkommen geheißen und können sogar bereits mehr als 6000 Vorbestellungen verbuchen.

https://blauerwein.de

04.03.2017