News

Domino-Effekt in der amerikanischen Gastronomie

Auch der Gastronom Andrew Tarlow schafft nun die Trinkgelder ab und erhöht die Stundenlöhne. Damit folgt er dem Beispiel von Danny Meyer.

Fotos: beigestellt

Die Anti-Trinkgeld-Revolution geht weiter. Tarlows Restaurants Diner und Marlow & Sons treten damit in die Fußstapfen von Danny Meyer, der bis Ende 2016 das Trinkgeld in all seinen Restaurants abschaffen will. Tarlow und Meyer orientieren sich damit am europäischen Modell, in welchem das Trinkgeld bereits in der Preiskalkulation der Speisen inkludiert ist. „Wir haben diese Entscheidung intern mehrere Jahre diskutiert. Dass Danny quasi der Wegbereiter war, hat uns einen großen Anstoß gegeben.“, sagt Tarlow.


Den ersten Schritt macht Tarlows Italian Restaurant, in welchem bereits Mitte Januar 2016 das Trinkgeld quasi als Testlauf eingestellt wird. Dafür hat Tarlow ein eigenes Logo entwickelt, mit dem Schriftzug „Gratuity free“, das bei Bedarf auch von anderen Restaurants verwendet werden darf, die ebenso diesen Schritt planen. Die beiden New Yorker Restaurants Eleven Madison Park und Huertas verkündeten ebenfalls, in den nächsten Wochen nachzuziehen und das Trinkgeld abzuschaffen.


Restaurants in New York springen damit vermehrt auf diesen Zug auf, um den steigenden Personalkosten in der Stadt entgegenzuwirken. Das Minimum-Trinkgeld für Kellner und Barkeeper steigt im Januar umgerechnet um 2,30 Euro auf insgesamt 6,40 Euro pro Stunde. Tarlow wird ab 2016 die Preise in seinen Betrieben um 20 Prozent anheben. Weiters will er den Stundenlohn für Köche in den kommenden Jahren auf rund 13 Euro pro Stunde erhöhen. Gelder die eigentlich als Trinkgeld gezählt worden wären, erhöhen nun die Gehälter der Köche und anderer Angestellter im Hintergrund.

16.12.2015