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Es kann nur eine geben ...

… und die darf nur in London sein: Dass sein Restaurant The Fat Duck einzigartig ist, weiß Heston Blumenthal. Und das soll auch so bleiben.

Fotos: Melville Jacqui

Zugegeben: Die Chance ist ungefähr gleich Null, dass jemand Jason Annetts’ Bistro The Fat Duck im südwestlichen Frankreich mit seinem Namensvetter in London verwechseln könnte. Doch genau diese Sorge plagt Heston Blumenthal, Spitzenkoch und Inhaber der The Fat Duck in der britischen Hauptstadt. Und zwar so sehr, dass er bereits seine Anwälte eingeschalten hat.

Das erste Wort war „Ente“

Da dürfte Jason Annetts, ein ehemaliger Pub-Besitzer aus Cambridge, nicht schlecht gestaunt haben, als ein Brief von Heston Blumenthal’s Pariser Anwälten ins Haus flatterte. Grund für das Schreiben ist der Name des Bistros, das Annetts letztes Jahr im Südwesten von Frankreich eröffnet und The Fat Duck genannt hat. Blumenthal’s Anwälte fordern eine Änderung des Namens, um Verwechslungen mit dem 3-Sterne-Restaurant The Fat Duck in London vorzubeugen. Der Bistro-Besitzer entschied sich für den Namen aus Freude über das erste Wort seiner einjährigen Tochter, das „Ente“ war. Die Reaktion Blumenthal’s auf die Namensgleichheit ist für Annetts unverständlich: „Ich verstehe überhaupt nicht wie ein Küchenchef seines Kalibers sich von jemanden wie mir bedroht fühlt.“

No confusion please

Auf diese skurrile Geschichte angesprochen, äußerte sich ein Vertreter von Blumenthal’s The Fat Duck dem Independent gegenüber folgendermaßen: „Wir haben eine weltweite Fangemeinde und wir haben unseren Ruf hart erarbeitet, daher ist es nicht nur für uns, sonders auch besonders für unsere Gäste wichtig, dass es keine Verwirrung gibt.“ Aber außer dem Namen, haben das Restaurant und das Bistro gar nichts gemein. Während The Fat Duck in London Erlebnisgastronomie vom Feinsten und Menüs für umgerechnet satte 325 Euro anbietet, setzt Jason Annetts in seinem Bistro auf gute alte Burger-Kost für 11 Euro.

Der Daily Mail gegenüber gibt Annetts zu, dass er von der Fat Duck in London gehört, aber sich nichts dabei gedacht habe, sein französisches Lokal auch so zu nennen, da es in Großbritannien üblich sei, dass Pubs und Restaurants den selben Namen haben (zum Beispiel heißen mehr als 500 Pubs in England Red Lion). Annetts hat angeblich bereits angeboten, seinen Bistro-Namen in Le Fat Duckling zu ändern, aber auch das passte Blumental’s Anwälten nicht.

Annetts ist jedenfalls nicht der Einzige, der wegen seines Lokal-Namens vor den Kopf gestossen wurde. Ähnliche Schreiben ergingen an mehrere Lokale weltweit, unter anderem auch an ein Restaurant im australischen Sydney, wo die Besitzer darauf hingewiesen wurden, dass der Name „The Fat Duck“ patentiert wurde.

 

www.thefatduck.co.uk

15.03.2016