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Große Rochade in Wien

Peter Zinter wird neuer Küchenchef im Motto am Fluss. Vorgänger Mario Bernatovic eröffnet eigenes Lokal.

 

26.06.2013 In Wien rotieren die Köche gerade um Ihre Herde – ein wilder Wechsel ist im Anmarsch, wie der Standard heute berichtete:

Einige gesicherte Fakten in der Causa Kochlöffel-wechsel-dich konnte der Standard schon aus der Brühe fischen. So steht seit Dienstag fest, wer Mario Bernatovic als Küchenchef im Motto am Fluss nachfolgt, wenn sich dieser mit Ende Juli ganz der Fertigstellung seines eigenen Restaurants widmet.

Die Wahl viel auf Peter Zinter, der bei den LEADERS OF THE YEAR 2011 zum Aufsteiger des Jahres gekürt wurde (ROLLING PIN berichtete; Anm.). Im Restaurant Vincent erkochte er dann mit überaus verspielten Kreationen drei Hauben und wird nun in Bernd Schlachers Restaurant am Donaukanal für einen fliegenden Wechsel sorgen. Er verspricht, in Zukunft eine Linie mit "weniger Chichi und Tralala" zu zeigen. Wie seine Handschrift im Motto tatsächlich aussehen wird, werde man als Gast aber "frühestens im Herbst" schmecken können.

Bis dahin werde er weiterführen, was Bernatovic hier aufgebaut hat. Der ist nämlich schon voll in den Planungen für sein extravagantes Restaurant Kussmaul, das ab November anstelle der bisherigen Crêperie am Spittelberg eröffnet. Die Architektur stammt von BEHF, das nötige Kleingeld vom Sohn eines prominenten Bauunternehmers, der im Hintergrund bleiben möchte.

Das Konzept ist auf drei Säulen aufgebaut: einerseits Highend-Restaurant, andererseits Café mit Fokus auf Comfort Food und Pâtisserie und drittens eine hauseigene Bäckerei mit Sauerteigbrot, Gebäck und elaborierten Süßigkeiten. Denn Bernatovic konnte mit Alex Grunert einen Pâtissier verpflichten, der zwar aus Wien stammt, die vergangenen 14 Jahre aber in New York gekocht hat – in Sternerestaurants wie Bouley, Danube oder dem bahnbrechenden Blue Hill at Stone Barns mit eigenem Bauernhof.
Wen Vincent-Patron Frank Gruber als Nachfolger von Zinter im Auge hat, ist übrigens noch nicht bekannt.

Im Gespräch mit ROLLING PIN gab Zinter heute preis, dass ihn vor allem die Herausforderung der kulinarischen Leitung eines Restaurants dieser Größenordnung reizt – das Motto am Fluss bietet Platz für rund 300 Gäste und beschäftigt circa 90 Mitarbeiter. Er trenne sich vom Vincent und Frank Gruber in Freundschaft, der Wechsel war dem Patron bekannt. Fix ist alles dennoch erst seit drei bis vier Tagen. Bis zur dritten Juli-Woche ist Zinter noch im Vincent anzutreffen, ab Ende August dann im Motto, wo er sich sowohl um Restaurant als auch Café kümmern wird.

Außerdem: Joachim Gradwohl ist nach dem Abschied vom Fabios auf der Suche nach einer Adresse (eventuell auch im Umland von Wien), wo er – endlich – sein eigenes, kleines Restaurant mit Garten aufmachen will. Auch das sollte möglichst noch im Herbst geschehen. Im Sofitel steht der Vertrag mit dem französischen Betreiber Antoine Westermann vor dem Auslaufen – noch ist nicht klar, ob verlängert wird und Küchenchef Patrick Dworak dem Haus erhalten bleibt.

Brandheißes Update (27.06.2013): Auch von Markus Glocker und Patrick Hopf gibt es topaktuelle Neuigkeiten. Hopf, seit eineinhalb Jahren Oberkellner im Dom Beisl Wien, wird das Ein-Stern-Lokal verlassen. Und auch Markus Glocker ist bald wieder auf dem Markt, wie er verrät. Er wird das The London in New York City und Chef Gordon Ramsey noch heuer hinter sich lassen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wohin es die beiden verschlägt!

www.motto.at
www.joachimgradwohl.at
www.restaurant-vincent.at
www.dombeisl.at
www.thelondonnyc.com

14.11.2015