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Humm & Co. wegen „Kein Trinkgeld”-Verschwörung angeklagt

Abzocke: Klage in den USA bezichtigt Restaurantbesitzer, sich mit "No-Tipping"-Strategie auf Kosten von Service und Gästen zu bereichern.

Fotos: Shutterstock

In den USA wurde die No-Tipping (deutsch:„Kein Trinkgeld“)-Kampagne als große Verbesserung für Gastronomiemitarbeiter angepriesen. Wie sich jetzt herausstellt, sind es allerdings hauptsächlich Restaurantbesitzer, die von dieser Richtlinie profitieren.

Eine in Kalifornien eingereichte Klage führt die Namen zahlreicher Restaurants aus New York und der Bay Area – darunter auch die Union Square Hospitality Group von Kein-Trinkgeld-Pionier Danny Meyer – und behauptet die Richtlinie sei „Teil einer Verschwörung, um [Gästen] mehr für das Essen berechnen zu können.“

Zudem wird Restaurantbesitzern wie Meyer und Momofuku-Chef David Chang vorgeworden, die Kein-Trinkgeld-Richtlinie in „geheimen Meetings“ besprochen zu haben, um die Menüpreise anheben und sich dadurch bereichern zu können. Daniel Humm, Will Guidara und Tom Colicchio sind ebenfalls unter den Angeklagten.

Michael Whiteman, President der Gastro-Consulting-Gruppe Baum & Whiteman in New York, äußerte sich wie folgt: „Es gibt weder ein Gesetz, das vorsieht, Servicepersonal ein Trinkgeld zu geben, noch eines, das vorschreibt, dass sie nicht für ein festes Gehalt arbeiten dürfen. Außerdem ist die Zahl der Kein-Trinkgeld-Restaurants so gering, dass ich bezweifle, dass es sich in diesem Fall um eine Verschwörung handelt (…) Ich bin ein Befürworter der Strategie, das Trinkgeld zu streichen und dafür das Gehalt im Pricing mitzukalkulieren. Das ist ehrlich, denn so können Restaurants legal einen Teil des zunehmenden Umsatzes auch an die Mitarbeiter in der Küche abgeben, die weitestgehend unterbezahlt sind.“

15.10.2017