News

Kräftemessen zwischen Hyatt und Expedia

Mit den Hyatt Hotels probt eine der international größten Hotelketten den Aufstand gegen das Online-Reisebüro Expedia.

Fotos: Shutterstock

Goliath gegen Goliath

Keine Frage: Onlinebuchungsplattformen bescheren kleinen wie großen Hotels weltweit eine gute und vor allem sichere Auslastung. Aber diese Dienste lassen sich Internet-Reisebüros wie Expedia und ihre Partner-Portale auch fürstlich entlohnen. Zu fürstlich, wenn es nach Meinung diverser Hotelunternehmer geht.

Kräftemessen zwischen Hyatt und Expedia

Hier zieht nun Hyatt Hotels, das im Superior-5-Sterne-Segment angesiedelt ist und zu den größten Hotelketten am Globus gehört, die Notbremse.

Seit Monaten verhandelt der Hyatt-Vorstand mit Expedia um adäquatere und wettbewerbsfähigere Kommissionen sowie um eine verbesserte Flexibilität bei den Portalen. Falls aber die Verhandlungen bis spätestens 31. Juli 2017 zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis für Hyatt kommen, droht der Hotelkonzern bei Expedia und Co. auszusteigen.

Ein Risiko für beide Parteien: Expedia, zu der Onlinebuchungsplattformen wie Hotels.com, Travelocity, Orbitz, Hotwire und mehr gehören, verfügt international über eine große Reichweite. Die Hyatt Hotels könnten viele potenzielle Gäste verlieren, wenn sie bei Expedia und Co. nicht mehr aufscheinen.

Andererseits ist auch Expedia kein unbeschriebenes Blatt. In der Vergangenheit musste sich die Onlinebuchungsplattform immer wieder diversen Kritiken aussetzen, nicht zuletzt wegen Einsetzung unlauterer Mittel zum besseren Ranking bei Google oder wegen versteckter Kosten bei Flugbuchungen.

Wenn nun mehrere Hotelmarken dem Beispiel von Hyatt folgen, könnte das einen Dominoeffekt auslösen, den sich auch Expedia als zweitgrößte Onlinebuchungsplattform weltweit nicht zwingend leisten könnte.

Und Hyatt Hotels setzt bereits auf einen Plan B, falls die Verhandlungen mit Expedia scheitern: Seit Beginn diesen Jahres lanciert das in Chicago beheimatete Unternehmen eine eigene Plattform, die „World of Hyatt“, die kostengünstigere Direktbuchungen forciert und den Hyatt-Stammgästen attraktive Sonder-Aktionen bietet.

Wie auch immer dieses Kräftemessen ausgeht, eines ist gewiss: Die Karten werden im Hotelbuchungsbereich gerade neu gemischt.

 

 

 

 

 

 

 

16.06.2017