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Mallorca: Schlag gegen die Gastro-Mafia

Die mallorquinische Polizei verhaftete im Rahmen einer Razzia sieben Personen und versiegelte zehn Lokale.

Fotos: Alejandro Sepúlveda

Die Razzia

Der Skandal rund um die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie auf Mallorca weitet sich aus. Die Vorwürfe gegen die bei der Razzia inhaftierten Personen reichen von organisiertem Verbrechen, über Verstöße gegen das Arbeitsrecht bis hin zu Steuerhinterziehung und Dokumentenfälschung. Grund für die Kontrollen waren und sind die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf der Insel, die Ermittlungen laufen seit mehreren Monaten.

Aktion scharf

Bereits im Dezember 2015 wurden im Rahmen einer „Aktion scharf“ 25 Gastronomie-Betriebe und acht Büros kontrolliert, in welchen die lokale Gastro-Mafia aktiv war. Bei einem der Wirte wurde eine halbe Million an ausstehenden Löhnen und ausstehenden Sozialversicherungsbeiträgen sichergestellt. Laut Ermittlungsergebnissen mussten einige Angestellte bis zu 70 Stunden pro Woche arbeiten und bekamen dafür gerade einmal 600 Euro Lohn. Viele von ihnen hatten keine gültigen Arbeitsverträge. Den Köpfen der Bande drohen nun bis zu 28 Jahre Haft.  

Die Sozialversicherungsbehörden auf der Insel verzeichnen seit den Untersuchungen einen deutlichen Anstieg von Mitarbeiter-Neuanmeldungen in der Gastronomie.   

20.01.2016