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Mogelpackung erster Güteklasse

Da staunte das italienische Kartellamt nicht schlecht: Namhafte Öl-Produzenten verkauften qualitativ mindere Produkte als natives Olivenöl extra.

Fotos: Shutterstock

Olivenölflasche auf einem Tisch, mit einem Olivenölzweig daneben

Italienische Behörden greifen nun hart bei prominenten Öl-Produzenten durch, die ihre Produkte bewusst falsch gekennzeichnet haben. Das Kartellamt deckte nämlich nach eine Serie von Qualitätstests auf, dass natives Olivenöl als Olivenöl der höchsten Güteklasse verkauft wurde, also als „nativ extra“.

Der Verkauf von qualitativ minderem Öl, dass aber als hochwertiges Produkt in die Läden kommt, ist vor allem als lukrativer Geschäftszweig der Mafia bekannt. Gegen diesen Betrug – im großen und im kleinen Stil – wollen die italienischen Gesetzgeber nun massiv vorgehen.

Unter den Mogelpackung-Herstellern befanden sich laut der Olive Oil Times auch internationale Konzerne wie deOleo, die auf Olivenöle und andere Spezialitätenöle, Oliven und Weinessige spezialisiert sind und ihre Produkte unter den Markennamen Bertolli, Sasso, Carbonell und Carapelli verkaufen, wie auch die Lebensmittelkette Lidl.

Das zahlt man nicht aus der Portokasse

Lidl wurde für die falsche Kennzeichnung seiner Marke Primadonna, natives Olivenöl extra, zu einer Geldstrafe von 550.000 Euro verdonnert, deOleo kam noch mit 300.000 Euro davon, da nur ein paar Öle des Unternehmens betroffen waren.

Aber von diesem Öl-Problem ist nicht nur Italien betroffen: In den USA wurde nun aufgedeckt, dass geschätzte 80 Prozent der importierten Öle mit billigeren Ölen gestreckt sind. Amerikanische Abgeordnete drängen die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) dazu, die aus dem Ausland eingeführten Öle stärkeren Kontrollen zu unterwerfen.

09.07.2016