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noma 2.0 – Redzepi im Kreuzfeuer der Kritik

Das ehemalig beste Restaurant der Welt wird nicht nur von Gourmets, sondern von Köchen auf der ganzen Welt regelmäßig kritisch beäugt.

Fotos: Shutterstock

Nach einem Jahr Schaffenspause wagte die Küchen-Legende René Redzepi erst vor Kurzem die Wiedereröffnung seines weltweit hochgelobten noma in Kopenhagen (ROLLING PIN berichtete). Nicht nur dank der neuen Location ist das einst beste Restaurant der Welt nun größer als je zuvor: Eigene Gärten und Gewächshäuser unterstreichen das bereits bekannte nachhaltige Konzept des Sternekochs und allein in der Küche sollen dutzende Mitarbeiter für das leibliche Wohl der (Gourmet-)Gäste sorgen. Kein Wunder, sind die Tische des noma in den nächsten Monaten doch restlos ausgebucht

noma 2.0 – Redzepi im Kreuzfeuer der Kritik

René Redzepi sei zu Recht ein visionärer Koch, ohne welchen die nordische Küche nicht da wäre, wo sie heute ist, schreibt die Bellevue. Kritiker bemängeln jedoch den eingeschränkten Horizont mancher Feinschmecker. Denn offensichtlich gäbe es doch mehr Inspiration als das noma, wie zum Beispiel das mit drei Sternen ausgezeichnete Geranium, welches ebenso in Kopenhagen angesiedelt ist.

Zwar sei Redzepi einer der einflussreichsten Köche der Welt, dennoch solle man nun endlich auch andere Konzepte für ihre Innovationen loben, so die Bellevue. Des Weiteren wird betont, dass Redzepi zwar für den Bekanntheitsgrad der nordischen Kulinarik mitverantwortlich sei, jedoch nicht der einzige Koch wäre, der die moderne skandinavische Küche populär gemacht habe.

Zeitgemäßer Gigantismus?

Größer, besser und vor allem mehr soll es sein – mehr von preisgekrönter Kulinarik und nach Gourmetküche lechzende Feinschmecker. Und genau hier setzen die Kritiker an: Redzepi will noch saisonaler und nachhaltiger arbeiten, beschäftige jedoch unzählige unbezahlte Praktikanten in seiner Küche, die mit dem Schnippeln von Kräutern ihren Lebenslauf aufpolieren wollen. Zeitgemäß? Leider nein. Des Weiteren sollen die eigenen Gewächshäuser niemals Zutaten für den ganzjährigen Betrieb liefern können. Außerdem gibt es bekanntlich Zutaten, die im rauen Norden weniger Aromen entwickeln als in den südlichen Ländern … Bröckelt die nachhaltige Fassade?

Jeder, der sich selbst von der (keinesfalls infrage gestellten) Qualität des ehemalig besten Restaurants der Welt überzeugen möchte, sollte sich warm anziehen, um sich in die mit Sicherheit unendliche Warteschlange zu stellen. Denn in den nächsten Wochen sind nur mehr vereinzelt Plätze am Shared Table frei. Achtung an vorfreudige Gäste: Pro Kopf beträgt ein Menü im noma um die 300 Euro!

 

www.noma.dk

26.02.2018