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Restaurant der Zukunft

Was will der Gast: Wer das weiß, hat die Nase vorne. Eine neue Umfrage wirft allerdings die Frage auf, ob diese Wünsche auch Sinn ergeben …

Fotos: Tuukka Koski

Gar kein schlechter Ausgangspunkt

Da es keine Glaskugeln, sondern maximal Schwenker für die Gastronomie gibt, und Druiden nicht greifbar sind, muss man auf Umfragen zurückgreifen, die dem werten Gastronomievolk verraten sollen, auf was denn ihre Gäste eigentlich stehen. Prinzipiell gilt mal: Hat man selbst genug Gäste, macht man bereits recht viel richtig, und kann auch diese befragen, was man besser machen kann.

Bookatable, der Online-Reservierungs-Service, wollte es aber auch wissen und befragte 645 Gäste aus dem deutschsprachigen Raum nach ihren Ideen für ein „Restaurant der Zukunft“. Ein positives Feedback für die Gastronomen vorweg: Offenbar sind viele Gäste schon heute sehr zufrieden mit unserer Restaurantkultur. Knapp 44 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass Restaurants bereits heute das bieten, was Gäste erwarten.

Auf der digitalen und grünen Welle

Ein Bereich hat allerdings noch Entwicklungpotential: Die Digitalisierung in Restaurantbetrieben. Gäste wünschen sich Speise-Informationen und WLAN. Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, dass freies WLAN für viele Gäste ein wichtiger Faktor ist. Über ein Drittel aller Befragten, 36 Prozent, wünschen sich diesen Service zukünftig flächendeckend im Restaurant.

Auf Platz zwei der Trends, die besonders gut von Gästen aufgenommen werden, liegen ausführliche Informationsangebote. Per Gesetz sind Gastronomen heute ohnehin bereits verpflichtet, Gäste über Allergene in ihren Speisen aufzuklären. 30 Prozent der Gäste wünschen sich allerdings noch weitere Informationen zu ihrer Bestellung.

Etwa dazu, wo und wie das Gemüse angebaut wurde. Handeltes sich um Bio-Speisen? Welcher Wein passt am besten zum gewünschten Menü? Am praktischsten wären diese und weitere Informationen via Tablet abrufen zu können, um so eine bessere Speiseauswahl zutreffen.

Ist für einen Bauernhof oder einen Heurigen ja nicht so das Thema. Wenn man über das Budget vom noma verfügt auch nicht, doch wie ein Stadtrestaurant selbst ihr Gemüse im Hinterhof züchten soll, das ist nicht ganz klar.

Die Tendenz ist also klar: Der Gast will informiert werden. Je mehr Gäste über das Essen wissen, desto größer der Genuss, so die Umfrage. Nicht verwunderlich also, dass sich auch 17 Prozent der Gäste freuen würden, wenn Restaurants ihre Zutaten selbst anbauten.

Allein essen gehen wird beliebter

Statistisch gesehen gibt es immer mehr Single-Haushalte in Deutschland. Das wirkt sich auch auf das Ausgehverhalten der Menschen aus. Laut Befragung wünschen sich 28 Prozent der Gäste Restaurants, die speziell auf Singles zugeschnitten sind.

Komfortable und vor Blicken geschützte Sitzgelegenheiten sorgen dann dafür, dass sich keiner unwohl oder durch andere Gäste beobachtet fühlt, wenn er allein am Tisch speist.

Persönlicher Service bleibt wichtig

Worin sich allerdings die meisten Gäste einig sind, ist die Bedeutung des persönlichen Services. Nur neun Prozent würden ihre Bestellung gern per Klick auf einem Tablet abgeben. Der Rest der Befragten wünscht sich lieber auch weiterhin eine „echte“ Servicekraft, die sie am Tisch bedient.

Wie der Kellner oder die Kellnerin aussieht, ist dann ebenfalls den meisten Gästen egal. Lediglich eine Minderheit von fünf Prozent würden ihre Servicekraft gern beim Betreten des Restaurants per Foto auswählen.

„Viele Gäste sind mit dem aktuellen Service in Restaurants laut Befragung sehr zufrieden“, meint Thomas Bergmann, Sales Director bei Bookatable. „Allerdings ist Deutschland erfahrungsgemäß auch ein Nachzügler, wenn es um technische Innovationen geht, besonders im Vergleich zu den USA oder England. Daher sollten sich Gastronomen regelmäßig über neue Trends informieren, um langfristig nicht den Anschluss zu verlieren.“

www.bookatable.com 

23.01.2016