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Spiel, Spott und Kim(chi)

Mutige Imagestrategie für mehr Umsatz: Eine koreanische Food-Marke, bringt eine Game-App heraus, bei der ein tyrannischen Sohn verkloppt wird.

Image-Video einmal anders

Sollte sich Nintendo auf einmal dazu entscheiden, eine eigene Mayonnaise herzustellen, wäre die Welt wahrscheinlich etwas verwirrt. Die Gründer von Yogiyo, einer koreanischen Lebensmittelmarke, haben jedoch mit der Veröffentlichung von „Mrs Kim“, einem Runner Game ähnlich zu Flappy Bird, einen Schritt in die entgegengesetzte Richtung gewagt. Laut Pressemitteilung liegt die Koppelung  daran, dass das Spiel nahezu ebenso süchtig machend ist, wie ihre koreanischen Kochsoßen.

Doch eigentlich ist es viel findiger: Denn wie kann man sein Markenimage verbessern - vor allem im Westen, da die Firma in England sitzt? Indem man gegen Regime und wahnsinnige Tyrannen ist. Denn – ganz einfaches Verkaufs-Einmaleins – wen man gut findet, dessen Namen kennt man und greift im Regal eher zu diesem Produkt. Und was liegt bei einem koreanischen Kochsaucenhersteller nicht fern? Kim Jong-un, der Diktator Nordkoreas.

„Mrs Kim“, so der Name der App, erlaubt seinen Spielern, in die Rolle der temperamentvollen koreanischen Matriarchin zu steigen, welche ihren tyrannischen Sohn verfolgen muss, um ihm seine wohl verdienten Prügel zu verpassen. 

Sue und ich lebten vier Jahre lang in Südkorea, und in der Zeit habe ich zwei wichtige Dinge gelernt: Koreaner fabrizieren das beste Essen und die angsteinflößendsten Mütter.
Ben Ansah, einer der Gründer der Lebensmittelmarke Yogiyo

Rasante Absatzsteigerung

Seitdem die Gründer Ben Ansah und Sue Youn in einer britische TV-Sendung, die Start-ups vorstellt, auftraten, durfte sich die britische Handelsmarke Yogiyo über einen schnellen Aufstieg erfreuen. Und nachdem sie vom berühmten britischen Geschäftsmann Peter Jones finanziert wurden, ist Yogiyo nun momentan dabei, sowohl sein Produktsortiment, als auch internationale Export Möglichkeiten zu erweitern.

Und was braucht man, wenn man exportieren möchte? Eben. PR. Dass die beiden das Spiel nicht als Kritik gegen Kim Jong-un anpreisen, sondern dass "Mrs Kim als Charakter bei vielen Spielern auf der Welt Anklang finden wird, die genau wissen, wie es sich anfühlt, von ihren Müttern ausgeschimpft zu werden, wenn sie ihre Lieblingsvase zerbrochen oder den Familienhund rasiert hatten", liegt auf der Hand – ist aber für jeden deutlich.

Eine clevere Strategie, die vermutlich im Netz viele Anhänger finden wird. Nur den Kim in Nordkorea, den wird es vermutlich nicht sehr freuen …

www.yogiyo.co

03.06.2016