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Steirereck: Sommelier-Legende Adi Schmid geht in Rente

41 Jahre war Adi Schmid eine der tragenden Säulen des Wiener Steirerecks. Nun geht der Grandseigneur der österreichischen Sommelerie Ende September in Pension.

Fotos: Helge O. Sommer

Anstoßen auf eine Legende

Heutzutage sind 41 Jahre Dienstzeit bei ein und demselben Unternehmen eher die Ausnahme als die Regel. Aber wenn die Arbeitsbedingungen sowie das Umfeld passen und man bestmöglich gefordert und gefördert wird, kann das schon vorkommen, wie die Karriere des österreichischen Sommelier-Pioniers Adi Schmid eindrucksvoll beweist. 

Steirereck: Sommelier-Legende Adi Schmid geht in Rente

Schmid verstärkte das Team rund um Gründer und Betreiber des legendären Steirerecks in Wien, Heinz Reitbauer d. Ä., ab Oktober 1976 – damals noch am alten Standort in der Rasumofskygasse und als das Steirereck noch ein Wirtshaus mit gutbürgerlicher Küche und nicht die renommierte Fine-Dining-Destination mit zwei Sternen im Guide Michelin und vier Hauben (19 Punkte) im Gault&Millau von heute war.

Schmid, in seiner Anfangszeit ein Novize in Sachen Weinkultur, brachte sich sein umfangreiches Wein-Wissen Schritt für Schritt selbst bei, mit Büchern und direktem Kontakt zu Winzern. Denn Weinakademien und Co. gab es zu jener Zeit noch nicht. Die Leidenschaft dafür entfachte Heinz Reitbauer d. Ä. beim damals noch jungen Kellner. Der Chef brachte nämlich von seinen kulinarischen Frankreichreisen oft eine spannende Weinflasche mit.

Derart inspiriert und permanent gefördert, stand ein Arbeitsplatzwechsel für Schmid nie zur Diskussion, wie er einmal in einem Interview ROLLING PIN gegenüber verriet: „Ehrlich gesagt wäre ein Wechsel in ein anderes Haus nur ein Rückschritt gewesen und ich hätte mich verschlechtert!“

Nun nimmt die sympathische Sommelier-Institution vom Steirereck Abschied. Seinem lebenslangen Steckenpferd bleibt Schmid aber sicher treu. Denn wer über 14.000 Weinflaschen im eigenen Keller gelagert hat, dem wird bestimmt nicht langweilig.

steirereck.at

28.08.2017