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Thomas Keller diskriminiert Schwangere?

Der Gastronom wird verklagt: Angeblich wurde eine Mitarbeiterin aufgrund ihrer Schwangerschaft gekündigt. Sie verlangt eine Entschädigung über Millionen Dollar.

Fotos: Deborah Jones

Thomas Keller

Nachdem Vanessa Scott-Allen bereits fünf Jahre als Servicekraft im New Yorker Restaurant Per Se von Thomas Keller gearbeitet hat, musste sie gehen. Grund dafür sei ihre Schwangerschaft. 

Scott-Allen reichte nun ihre Klage ein: Sie verklagt nicht nur die beiden Restaurants Per Se und The French Laundry, sondern zusätzlich die Thomas Keller Restaurant Group und Keller selbst. 

Die Pressestelle der Thomas Keller Restaurant Group hüllt sich auf Anfrage der Zeitung Napa Valley Register in Schweigen: Es sein nicht Firmenpolitik über laufende Verfahren zu sprechen.

Laut der Anklageschrift begann Scott-Allens Odyssee im Januar: Damals machten sie und ihr Mann in Kalifornien Urlaub, mit dem Gedanken, vielleicht irgendwann einmal dorthin zuziehen, ohne bereits Jobpläne zu haben. Sie besuchte das Restaurant The French Laundry, um es sich anzuschauen und mit dem Manager zu sprechen. Das Gespräch mit dem Manager Michael Minnillo verlief laut Scott-Allen sehr gut und endete mit den Worten, dass Minnillo es „lieben“ würde, wenn Scott-Allen im Restaurant beginnen würde. 

Scott-Allen schrieb daraufhin eine Mail an den Manager Antonio Begonja des Restaurants Per Se, in dem sie seit fünf Jahren arbeitete, um ihn zu bitten, ins Restaurant The French Laundry zu wechseln. Außerdem gab sie an, dass sie schwanger sei. Beide Manager stimmten dem Wechsel zu. 

Scott-Allen sollte am 1. April beginnen, im The French Laundry zu arbeiten. Im Februar und März organisierte die Familie den Umzug von New York nach Kalifornien. Am 8. März kam Keller zu Besuch in sein Restaurant Per Se und freute sich über ihren Wechsel. Am 10. März war ihr letzter Tag im Per Se wurde in der Mitarbeiterzeitung ein Foto von ihr und Keller abgedruckt mit ein paar netten Worten zum Wechsel. Danach wurde ihr Starttermin im The French Laundry etwas nach hinten verlegt, sodass sie erst am 4. April anfangen hätte können. 

Als sie in Kalifornien angekommen und das Gespräch mit Minnillo sucht, war er nicht da. Deshalb redete sie mit Olivia Wallace, einer weiteren Managerin des Restaurants. Sie stellte einige Frage über ihre Schwangerschaft, wann sie vorhat, in Mutterschutz zu gehen, und wann sie wieder kommen möchte nach der Geburt. Danach wollte nicht Wallace nach Absprache mit Minnillo wieder melden. 

Kurz darauf bekam Scott-Allen die Nachricht von Minnillo, dass die Stelle nicht mehr verfügbar sei. Nun reichte sie ihre Anklage ein wegen Betrug, Täuschung, Diskriminierung, Missachtung des Schwangerenschutzgesetzes, Vorspiegelung falscher Tatsachen, Vertragsbruch, Missachtung von Arbeitnehmerschutzgesetzen und Familienschutzgesetzen.

Eine Sachbearbeitung des Falles wird für den 17. März 2017 geplant. Beide Parteien äußerten sich nicht auf Nachfrage zum Fall.

 

 

 

29.10.2016