Schlafsteuer für Touristen in Griechenland

Ob der Höhenflug des griechischen Tourismus bald an Metern einbüßen wird? Die Schlafsteuer setzt zumindest die Hoteliers unter Druck.
Feber 26, 2018 | Fotos: Shutterstock

Der Tourismus in Griechenland ist schon lange nicht mehr „nur“ auf der Überholspur: Mit 26 Millionen Urlaubern und 4,6 Millionen Kreuzfahrttouristen – Tendenz steigend – hat die Halbinsel Urlaubsdestinationen wie die Türkei und Ägypten weit hinter sich gelassen. Noch nie zuvor kamen so viele Touristen nach Griechenland, so das Handelsblatt. Im Jahr 2017 wurde sogar zum ersten Mal die Marke von 30 Millionen Gästen übertroffen.

Griechenland konnte durch eine Kosten- und Preissenkung in der Krise mit anderen Urlaubsländern konkurrieren und so den Tourismus vorantreiben. Die daraus geschöpften Einnahmen erhöhten sich in einem Jahr von 13,2 Milliarden auf 14,7 Milliarden Euro. Dem nicht genug: Der griechische Tourismus-Boom hält bereits seit fünf Jahren an und auch für 2018 stehen die Zahlen gut. Wären da nicht Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras und sein Finanzminister Euklid Tsakalotos.

Schlafsteuer für Touristen in Griechenland

Wenn Schlafen teuer wird …

Griechische Hoteliers machen sich große Sorgen. Zurecht, denn dank Premierminister Tsipras müssen Touristen in griechischen Hotels ab 1. Januar eine Schlafsteuer entrichten. Während bereits die Mehrwertsteuer erhöht (von 26 auf 29 Prozent) und Tourismus-Dienstleistungen mit 24 Prozent versteuert wurden, so treibt die neue Schlafsteuer die Kosten weiter in die Höhe: Pro Kopf, Nacht und Zimmer bedeutet das ein Plus von bis zu vier Euro auf der Rechnung. Die Kostensenkung, die sich so positiv auf den Tourismus ausgewirkt hatte, wird somit in kleinen Schritten wieder zunichte gemacht.

Noch ist Griechenland vor allem in Deutschland als Urlaubsland sehr beliebt. Dennoch sollte die (wieder) steigende Popularität der Türkei nicht unterschätzt werden, die den Tourismus auf der Halbinsel durchaus gefährden könnte, so das Handelsblatt. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Grant Thornton steigen die Einnahmen auf Grund der Abgabe auf bis zu 160 Millionen Euro. Die deshalb ausbleibenden Gäste könnten jedoch volkswirtschaftliche Einbußen von 435 Millionen Euro nach sich ziehen und kosten womöglich 6174 Arbeitsplätze.

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