Wie schmeckt 2000 Jahre alte Butter?

Diese Frage lässt sich nun beantworten: Im Emlagh Bog fand ein Torfstecher ein 10 Kilo schweres Butterstück unserer Urururur…Ahnen.
Juni 17, 2016 | Fotos: Cavan County Museum

Sensationeller Fund im Torf: 2000 Jahre alte Butter

Ein Klumpen wertvoll wie Gold

Es ist Butter. Ein an sich nicht so hohes Gut in der kulinarischen Highsociety. Tja, aber dieses hier hat es in sich und ist einer der spannendsten Funde, die es in den letzten Jahren gab. Gefunden im Emlagh Bog einem Moor im irischen County Meath und zwar von Torfstecher Jack Conway und satte 10 Kilogramm schwer. Er brachte ihn ins das Cavan County Museum, das die Moorbutter auf ein Alter von etwa 2000 Jahre schätze.

Was ist Moorbutter denn eigentlich? Genau das, was der Name sagt: Milchfett, das über einen so langen Zeitraum im Moor lag, dass es fast fest wurde. Das Milchfett kam vermutlich als Opfergabe für Götter in den unwirtlichen Sumpf, es könnte aber auch bereits eine der ersten Konservierungsversuche unserer Vorfahren gewesen sein. Ein spannender Sidefakt: Kein einziges Stück bisher entdeckter Moorbutter enthielt Salz, was für die traditionellen Haltbarmachungsmethoden eigentlich üblich war.

Schmeckt aber eher gegenteilig

Caroline Earwood, Archäologin und Moorbutter-Expertin – ja, auch diese Berufung scheint es in Irland zu geben –, vermutet die letzten Fund bis in die Eiszeit zurückdatieren zu können. Ob es eine kulinarische Wiederauferstehung der Moorbutter geben wird, scheint aber fraglich. In einem Bericht für dasJournal der Irischen Archäologie schreibt sie: „Moorbutter ist eine weißliche, feste Fettmasse mit einem distinktiven, stechenden und leicht ekelerregenden Geruch. Sie kommen entweder als Klumpen vor oder sie war in Gefäßen aus Hoz, Korb oder Haut vergraben.“

Dass Moor perfekt konserviert, sieht man auch an den regelmäßig gefunden Moorleichen, deren Geruch ähnlich dem der Moorbutter sein dürfte. Abgesehen davon hat das Moor die Voraussetzung Fleisch, Lebensmittel & Co. ohne Salz zu konservieren. Der Grund dafür liegt an der Kühle des Wassers und dem Torf, der säurehaltig und sauerstoffarm ist.

Angeblich kann man das Stück Moorbutter ohne Sorgen verzehren, Kevin Thornton, ein bekannter irischer Koch, hat das mit einem 4000 Jahre alten Stück bereits hinter sich gebracht. Sein Kommentar: „Man schmeckt die Fermentation, aber anders als vermutet, da die Butter so lange gereift ist. Und der Geschmack zieht sich bis in die Nase hoch.“

Wer also mutig genug ist, der sollte dem Cavan County Museum einen Besuch abstatten – das Brot muss aber selbst mitgenommen werden …www.cavanmuseum.ie

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