Wer folgt nach?

Schuldenberge, die in die Höhe klettern und Umsätze, die gnadenlos sinken. So lässt sich die jüngste betriebswirtschaftliche Entwicklung der angeschlagenen Restaurantkette Vapiano zusammenfassen. Jetzt folgt der nächste Coup: Wie gestern, Sonntag, bekannt wurde, tritt der CEO von Vapiano, Conelius Everke, überraschend zurück. Wie diverse Medien berichten, erfolgt die Kündigung aus „persönlichen Gründen“. Der Vertrag werde „einvernehmlich“ per 31. August beendet. Erstaunlich: Ein Nachfolger steht bislang noch nicht fest. Doch wie beispielsweise die FAZ berichtet, soll die derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Vanessa Hall die angeschlagenen Restaurantkette bis „mindestens April 2020 führen.“

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Vapiano in der Krise: Das Unternehmen für zu viele Filialen.

233 Filialen in 33 Ländern

Vapiano hatte bekanntlich 2017 den Börsengang gewagt. Daraufhin setzte das Unternehmen eine Expansion in Gang, die es in sich hatte (oder eben auch nicht): Allein im Jahr 2018 wuchs die Kette um 30 (!) neue Restaurants an. Inzwischen zählt sie rund 230 Filialen in 33 Ländern. Schon zuvor ging es bei Vapiano heiß her. Seit 2015 befindet sich das Unternehmen beinahe durchgehend im Krisen-Modus. Den Auftakt machen manipulierte Arbeitszeitkonten: Auf den Abrechnungen der Mitarbeiter fehlen Überstunden. Ausgerechnet die geben dann preis: Die Firma habe billige Garnelen anstatt teurer Scampi verkauft, den Kunden außerdem „verdorbene Pasta und übelriechendes Hähnchenfleisch“ serviert.

Weniger ist mehr?

Noch im Juni plädierte Everke für eine Verschlankung der Menükarte, da 49 verschiedene Gerichte und elf verschiedene Pastasorten zu viel sei und Bestellungen kompliziert mache. „Wir müssen zu den Wurzeln, also zu klassischen, ehrlichen italienischen Küche“, so Everke damals. Ob das als Erfolgsrezept der Zukunft taugen wird?

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