“Echte Schweinereien”: 2-Sterne-Restaurant Jante denkt sein Konzept neu
Fine Dining kann vieles sein – spontan ist es in der Regel nicht. Genau das will das Jante in Hannover jetzt ändern. Tony Hohlfeld und Mona Schrader eröffnen mit dem Jante Studio ein zweites Konzept im selben Haus: lockerer, direkter, ohne Reservierung, aber trotzdem mit der Handschrift eines der spannendsten Zwei-Sterne-Restaurants Deutschlands.

Fine Dining kann vieles sein – spontan ist es in der Regel nicht. Genau das will das Jante in Hannover jetzt ändern. Tony Hohlfeld und Mona Schrader eröffnen mit dem Jante Studio ein zweites Konzept im selben Haus: lockerer, direkter, ohne Reservierung, aber trotzdem mit der Handschrift eines der spannendsten Zwei-Sterne-Restaurants Deutschlands.

Tony Hohlfeld und Mona Schrader haben das Restaurant Jante 2015 eröffnet, 2016 kam der erste Michelin-Stern, 2020 der zweite. Der Name verweist auf das skandinavische Jantelov-Prinzip – also Bescheidenheit statt aufgeblasener Ego-Show. Und genau dieses Understatement ist bis heute Teil der DNA des Hauses.
Fine Dining und Laufkundschaft – warum nicht?
Wer in der Spitzenküche essen will, plant meistens Wochen im Voraus, bucht Degustationsmenüs und stellt sich darauf ein, einen langen Abend genussvoll zu verbringen. Laufkundschaft fällt bei solchen Konzepten oft durchs Raster. Genau deshalb ist das, was das Jante jetzt macht, bemerkenswert: Das Menükonzept bleibt hinten im Restaurant unangetastet – vorne wird die Zugangshürde radikal gesenkt.
Der Auslöser war simpel: Gäste fragten immer wieder, ob man nicht auch einfach nur für einen Gang an die Bar kommen könne. Aus dieser spontanen Nachfrage wird jetzt ein eigenständiges Konzept. Das Jante Studio sitzt im vorderen Bereich des Restaurants, abgetrennt durch einen schweren Vorhang, mit erhöhtem Marmortisch, Weinbar-Vibe und Bistro-Charakter. “Wir haben viele neue Gäste gewonnen, die keine Lust auf ein langes Menü haben, aber
offen für diese kleinen Schweinereien sind”, sagt Mona Schrader, Chef Sommelière und Mitinhaberin. Genau für diese Zielgruppe soll das Studio da sein.
Das neue Konzept – und was auf den Teller kommt
Serviert werden im Jante Studio sogenannte Studio Bites à la carte, gekocht vom Zwei-Sterne-Team rund um Tony Hohlfeld.
Reservierung braucht es nicht, einem strikten Dresscode folgen muss man ebenfalls nicht bei einem Abstecher ins Studio. Was dann doch daran erinnert, dass man sich in einem 2-Sterne-Restaurant befindet, sind die Preise: Brot & Butter gibt es für 11 Euro, Pilzcracker für 7 Euro, Ravioli mit Eigelb für 26 Euro. Luxuriöser geht’s auch – etwa mit Fish & Chips für 28 Euro, Fried Chicken mit Mimolette für 28 Euro oder 55 Euro mit 30 Gramm Kaviar, Hummer mit Bärlauch für 59 Euro, Sandwich Rossini für 55 Euro oder Kaviar „Pervers“ mit Kartoffel für 89 Euro. Zum Dessert stehen unter anderem Tête de Moine und Fallobst für 24 Euro oder Lava Cake mit weißem Trüffeleis für 20 Euro auf der Karte – beides auf Wunsch ebenfalls mit Kaviar-Topping.
Auch im Glas spielt das Studio nicht auf Sparflamme: Champagner wie Charles Heidsieck Brut 2006 wird glasweise für 29 Euro pro 0,1 Liter ausgeschenkt, dazu kommen Weine von Espenschied aus Rheinhessen, ein Tannenzäpfle für 6 Euro sowie hauseigene Drinks wie Espresso Martini für 26 Euro oder Negroni für 24 Euro.
Das Jante Studio ist laut Restaurant ab sofort geöffnet, regulär mittwochs bis samstags ab 18 Uhr, samstags zusätzlich ab 12 Uhr.



