EU: Gesundheitswarnung auf Weinflaschen Absage erteilt

Das EU-Parlament stimmt heute über den "Europäischen Aktionsplan gegen Krebs" ab. Streitpunkt war die Forderung für Gesundheitswarnungen auf Alkohol – die wurde jetzt abgeschwächt.
Feber 16, 2022 | Fotos: Shutterstock

Das EU-Parlament verabschiedet heute einen Aktionsplan gegen Krebserkrankungen. Bei der Frage, ob künftig Weinetiketten mit Warnhinweisen versehen werden sollten, gingen die Emotionen hoch. Nach einer heute Vormittag veröffentlichten Änderung des Berichts wird wohl nichts aus den abschreckenden Hinweisen.

Keine Gesundheitswarnung für Wein

Ursprünglich war im Antrag ganz klar die Rede von „Gesundheitswarnhinweisen“. Nach Änderungsanträgen der EVP-Fraktion wurde der Wortlaut abgeschwächt – wohl auch aufgrund der Bemmühungen der Alkohol- und Weinlobby. Man unterstütze „die Bereitstellung von besseren Informationen für Verbraucher, indem die Kennzeichnung von alkoholischen Getränken durch Informationen über einen moderaten und verantwortungsvollen Alkoholkonsum verbessert wird.“

Sprich: „Drink responsibly“ könnte in Zukunft auf Weinflaschen stehen – statt „Dieses Produkt ist krebserregend.“ Zur Freude des Europaabgeordneten Christian Sagartz, der die ÖVP im Ausschuss zum Kampf gegen Krebs vertritt. „Ja zum gemeinsamen Kampf gegen Krebs, Nein zu Krebswarnschildern auf unseren Weinflaschen“, sagt der Burgenländer.

„Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, diese unnötige Maßnahme zu verhindern und unsere Landwirte nicht mit übermäßiger Bürokratie zu belasten“, fügt Sagartz hinzu. Der Kampf gegen Krebs sei ihm dennoch ein Herzensanliegen und der Aktionsplan enthalte – abgesehen von den umstrittenen Warnhinweisen – zahlreiche sinnvolle Maßnahmen. Das Ziel ist es, den schädlichen Alkoholkonsum bis 2025 um mindestens zehn Prozent zu reduzieren.

Kritik vom Grünen Klub

Anders sieht das die Grüne Abgeordnete Sarah Wiener. „Der Bericht des Parlaments hat die Risiken von Alkoholkonsum klar ausgesprochen und das gefällt der Weinindustrie natürlich gar nicht. Also wollte man den Text mit gezielter Lobbyarbeit schwächen und hat dafür auch flugs Unterstützung im Lager der Konservativen gefunden“, kritisiert sie die Änderungsanträge.

Der Antrag wird voraussichtlich bis heute Abend angenommen, hat aber keinen gesetzlichen Charakter. Die EU-Kommission wird danach beauftragt, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zu erarbeiten. Parlamentarier rechnen mit einer Abstimmung im nächsten Jahr.

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