Die Nächsten, bitte!

Nun haben sie das Sagen: Sebastian Finkbeiner im Hotel Traube Tonbach und Torsten Michel in der Schwarz­­wald­stube. Ein Bericht über neue Heraus­forderungen, Familienbande und darüber, was sich beide für die Zukunft wünschen.
Juli 19, 2018 | Text: Andrea Böhm | Fotos: Thomas Haindl, Wolfgang Hummer, beigestellt

Junge Generation

Die nächste Generation ist am Zug. Sebastian Finkbeiner genießt den fließenden Übergang im Schoße der Familie, während Torsten Michel nach Streit und Trennung nun das ehemalige Reich des Harald Wohlfahrt überhat.

Wie groß sind die Fußstapfen, wenn man einen Familienbetrieb wie den Ihren übernimmt?
Sebastian Finkbeiner: Es sind große Fußstapfen, aber in die ist mein Vater auch schon getreten. Es sind viele Mitarbeiter bei uns, die deutlich länger da sind, als ich. Manche waren schon da, da war ich noch nicht einmal geboren. Und das ist natürlich eine Herausforderung. Außerdem gibt es neue Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, die kennen die Generationen davor gar nicht.
Welche sind das? 
Finkbeiner: Im Personalwesen hat sich die Welt auf links gedreht und auch im Marketing. Das wechselt ständig. Also wenn ich jetzt behaupte, ich hätte es verstanden, ist es schon wieder obsolet.
Torsten Michel: Jede Generation hat ihre Herausforderungen. Früher war das mit dem Einkauf wesentlich schwieriger. Heute bekommt man sogar Langusten lebendig geliefert. Dafür haben wir andere Probleme. Aber jede Generation soll sich ihren Herausforderungen stellen.
Herr Michel, Sie sind seit 14 Jahren Teil des Teams in der Schwarzwaldstube. Ist es seltsam, wenn man als Kollege das Team plötzlich leitet? Michel: Nein, es war ein fließender Prozess. Wir haben darauf hingearbeitet. Man macht das ja nicht und sagt: heute so und morgen so.
Der Führungswechsel zwischen Harald Wohlfahrt und Ihnen ist nicht so reibungslos verlaufen. Wie haben Sie das wahrgenommen? 
Michel: Ich habe in dem einen Jahr mehr gelernt, als mir lieb gewesen wäre. Aber letztendlich kann man alles als Lebenserfahrung abhaken. Irgendwann profitiert man davon.
Haben Sie noch Kontakt? 
Finkbeiner: Man läuft sich immer wieder über den Weg und es ist respektvoll. Wir haben auch nie miteinander gestritten, das muss man schon auch dazu sagen. Wir äußern uns bei dem Thema eigentlich nicht in der Öffentlichkeit. Das war unsere Maxime von Anfang an. Dafür haben natürlich viele kein Verständnis, die wissen wollten, wie das so war. Aber wir würden uns da nie respektlos äußern. So wollen wir es auch beibehalten.

Junge Generation

Die nächste Generation ist am Zug. Sebastian Finkbeiner genießt den fließenden Übergang im Schoße der Familie, während Torsten Michel nach Streit und Trennung nun das ehemalige Reich des Harald Wohlfahrt überhat.

Wie groß sind die Fußstapfen, wenn man einen Familienbetrieb wie den Ihren übernimmt?
Sebastian Finkbeiner: Es sind große Fußstapfen, aber in die ist mein Vater auch schon getreten. Es sind viele Mitarbeiter bei uns, die deutlich länger da sind, als ich. Manche waren schon da, da war ich noch nicht einmal geboren. Und das ist natürlich eine Herausforderung. Außerdem gibt es neue Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, die kennen die Generationen davor gar nicht.
Welche sind das?
Finkbeiner: Im Personalwesen hat sich die Welt auf links gedreht und auch im Marketing. Das wechselt ständig. Also wenn ich jetzt behaupte, ich hätte es verstanden, ist es schon wieder obsolet.
Torsten Michel: Jede Generation hat ihre Herausforderungen. Früher war das mit dem Einkauf wesentlich schwieriger. Heute bekommt man sogar Langusten lebendig geliefert. Dafür haben wir andere Probleme. Aber jede Generation soll sich ihren Herausforderungen stellen.
Herr Michel, Sie sind seit 14 Jahren Teil des Teams in der Schwarzwaldstube. Ist es seltsam, wenn man als Kollege das Team plötzlich leitet? Michel: Nein, es war ein fließender Prozess. Wir haben darauf hingearbeitet. Man macht das ja nicht und sagt: heute so und morgen so.
Der Führungswechsel zwischen Harald Wohlfahrt und Ihnen ist nicht so reibungslos verlaufen. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Michel: Ich habe in dem einen Jahr mehr gelernt, als mir lieb gewesen wäre. Aber letztendlich kann man alles als Lebenserfahrung abhaken. Irgendwann profitiert man davon.
Haben Sie noch Kontakt?
Finkbeiner: Man läuft sich immer wieder über den Weg und es ist respektvoll. Wir haben auch nie miteinander gestritten, das muss man schon auch dazu sagen. Wir äußern uns bei dem Thema eigentlich nicht in der Öffentlichkeit. Das war unsere Maxime von Anfang an. Dafür haben natürlich viele kein Verständnis, die wissen wollten, wie das so war. Aber wir würden uns da nie respektlos äußern. So wollen wir es auch beibehalten.
Zurück zur Familie: Wie trennen Sie Arbeit und Privates?
Finkbeiner: Gute Frage! Betrieb ist immer Familie. Wenn wir mal außerhalb essen gehen, ist der Betrieb auch immer mit dabei am Tisch. Auch wenn wir Urlaub machen, machen wir den alle gemeinsam. Dann ist der Betrieb halt auch mit im Urlaub. Wir haben ein festes Ritual: Wir essen zusammen Mittag.
Ich will das mit meinen Kindern machen, wie meine Eltern das mit uns gemacht haben. Und da sind meine Eltern auch meist mit dabei. Das macht ein Familienunternehmen aus. Aber das macht uns als Familie dann auch stark.
Geht man sich nicht ab und zu auf die Nerven?
Finkbeiner: Das kann schon alles sehr viel emotionaler abgehandelt werden als woanders. Aber dafür passt auch kein Löschblatt zwischen uns.
Qualität als Versprechen: Sebastian Finkbeiner (li.) und Torsten Michel (re.) stellen sich gemeinsam den Heraus- forderungen der nächsten Generation.
Hätten Sie gerne, dass die Kinder auch in die Branche einsteigen?
Finkbeiner: Na da muss man einmal schauen, wo sich die Branche hinbewegt. Ich würde mich natürlich riesig freuen, denn wir versuchen die Familientradition aufrechtzuerhalten. Wichtig ist auch: Mein Bruder und ich sind freiwillig in den Betrieb gekommen. So will ich das auch machen. Zu Hause versuche ich, die Arbeit im Hotel positiv darzustellen.
Nicht heimkommen und motzen, wie schlimm alles ist. Sondern heimkommen und zeigen, was schön ist an so einem Beruf, was so eine Unternehmerfamilie mit sich bringt. Natürlich aber auch, welche Opfer gebracht werden müssen. Und wenn man dann ein ehrliches Bild abgibt, dann können die Kinder auch entscheiden, ob sie das machen wollen.
Wie empfinden Sie die Bewertung durch Guide Michelin oder Gault Millau? Ist das ausschlaggebend?
Michel: Natürlich sind diese Reiseführer für das Unternehmen wichtig. Das ist eine Auszeichnung, das setzt Qualitätsstandards. So wissen die Gäste, was sie erwartet, wenn sie kommen. Das abzuliefern, ist für uns selbstverständlich. Es ist keine Belastung, wir haben Freude dran. Wenn unsere Gäste zufrieden sind und wir sind zufrieden, dann ist das eine Win-win-Situation für jeden.
Inwieweit ist die Traube Tonbach bzw. die Schwarzwaldstube abhängig von drei Sternen?
Finkbeiner: Ich kenne sie nicht ohne. Wenn ich sagen würde, wir können das ohne, dann wäre das gelogen. Es ist ein Markenzeichen, es ist ein Versprechen an unsere Gäste, es ist eine Orientierung, was die Gäste erwartet. Und von dem her sind die drei Michelin-Sterne essenziell für das Unternehmen.

Aber der Druck ist doch auch immens? 
Michel: Nein, das kann man nicht so sehen. Es ist keine Belastung. Es ist wichtig fürs Unternehmen, es ist wichtig für uns, dass wir positiv bewertet werden. Das ist die Motivation unserer Arbeit, Gäste zufriedenzustellen, dass die sagen, was da drinnen steht, das stimmt. Finkbeiner: Es ist ja nicht so, dass der Torsten sich mehr Mühe gibt, wenn ein Tester im Restaurant ist, denn diese hundert Prozent gibt er jeden Tag. Das ist das, was die Schwarzwaldstube ausmacht. Was im Topf drinnen ist, ist drinnen.
Ist es in einem renommierten Haus wie Ihrem schwierig, Fachpersonal zu bekommen? 
Finkbeiner: Das hat sich schon sehr gewandelt. Es ist nicht mehr so, dass man eine Warteliste hat und mit Bewerbungen, die frei Haus reinkommen, kokettiert. Wir haben das große Glück, dass wir gut ausbilden, und man muss als Ausbildner und Arbeitgeber was bieten. Wir müssen einen Return of Investment haben. Und dann kommt man auch an sehr gute, überzeugte Leute. Aber in der Menge ist es natürlich lange nicht mehr das, was man von früher gewohnt ist. Da muss man sich aber darauf einstellen.
Was zeigt der Blick in die Zukunft? 
Finkbeiner: Für mich ist es wichtig, dass wir ein starkes Team bleiben. Eine Familie, ein Unternehmen, für unsere Gäste gemeinsam dastehen. Und wenn die Potenziale, die bei uns vorhanden sind, alle in eine Richtung ziehen, dann mache ich mir für die Zukunft keine Sorgen.
Michel: Ich bin ein sehr beständiger Mensch. Ich würde mich freuen, wenn wir in 24 Jahren „50 Jahre drei Sterne Schwarzwaldstube“ feiern.
www.traube-tonbach.de

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