Heiko Antoniewicz: Mein größter Fehler

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen, davon, was sie daraus gelernt haben und wie sie es heute besser machen. Diesmal: Heiko Antoniewicz.
Feber 23, 2018 | Text: Andrea Böhm | Fotos: beigestellt

In Heiko Antoniewiczs’ Räumlichkeiten im nordrhein-westfälischen Werne hängt eine Grafik, die in Worten ausgedrückt bedeutet „Less is more“, also „Weniger ist mehr“. Eigentlich wäre die Grundeinstellung des Ausnahmekochs mit diesem simplen Spruch erklärt. Aber eben nur eigentlich, denn er hat noch so viel mehr zu erzählen.
Und weil das so ist, ist er Autor unzähliger ausgezeichneter Bücher und gibt sein Wissen in Workshops und Vorträgen weiter. Ein Angebot, das nicht nur von lernwilligen Laien, sondern auch von interessierten Kollegen seiner Zunft gerne in Anspruch genommen wird. Von Letzteren hat der Koch, der auch als Vordenker und Visionär gilt, den Beinamen „Professor“ erhalten.
Heiko Antoniewicz lächelt in Kamera
Heiko Antoniewicz kennt seinen Wert und verkauft sich auch nicht darunter.
Doch wie langweilig wäre das Leben, würde es für einen nicht ein paar lehrreiche Lektionen bereithalten? Natürlich war auch eine für Herrn Antonie­wicz dabei, die ihm heute – Revue passiert – nicht mehr in die Tüte kommt. „Die Cateringbranche war schon immer einem großen Preiskampf ausgesetzt, dem ich mich natürlich auch unterworfen habe.

Heiko Antoniewicz lächelt in Kamera
Heiko Antoniewicz kennt seinen Wert und verkauft sich auch nicht darunter.

In Heiko Antoniewiczs’ Räumlichkeiten im nordrhein-westfälischen Werne hängt eine Grafik, die in Worten ausgedrückt bedeutet „Less is more“, also „Weniger ist mehr“. Eigentlich wäre die Grundeinstellung des Ausnahmekochs mit diesem simplen Spruch erklärt. Aber eben nur eigentlich, denn er hat noch so viel mehr zu erzählen.
Und weil das so ist, ist er Autor unzähliger ausgezeichneter Bücher und gibt sein Wissen in Workshops und Vorträgen weiter. Ein Angebot, das nicht nur von lernwilligen Laien, sondern auch von interessierten Kollegen seiner Zunft gerne in Anspruch genommen wird. Von Letzteren hat der Koch, der auch als Vordenker und Visionär gilt, den Beinamen „Professor“ erhalten.

Doch wie langweilig wäre das Leben, würde es für einen nicht ein paar lehrreiche Lektionen bereithalten? Natürlich war auch eine für Herrn Antonie­wicz dabei, die ihm heute – Revue passiert – nicht mehr in die Tüte kommt. „Die Cateringbranche war schon immer einem großen Preiskampf ausgesetzt, dem ich mich natürlich auch unterworfen habe.
Das würde ich heute nie mehr wieder tun“, erklärt der gebürtige Dortmunder und spielt dabei auf seine Zeit an, als er von 1992 bis 2004 sein Cateringunternehmen in seiner Heimatstadt betrieb. Antonie­wicz hat erkannt: Würde man die Angebote verschiedener Caterer vergleichen wollen, wäre das, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen, weil: „Es gibt keine Parameter, an die man sich halten kann. Du müsstest hinterfragen: Wo kommen die Zutaten her? Wie werden sie zubereitet?

Und vieles mehr. Man kann nicht gastronomische Leistungen anhand von schriftlichen Angeboten vergleichen.“ Letztendlich bleibt nur – wie so oft in der Geschäftswelt – ein Auswahlkriterium über: der Preis. Und was das betrifft, ist für Heiko Antoniewicz heute ganz klar: „Aufträge um jeden Preis zu bekommen, macht keinen Sinn.“
An dieser Stelle fällt der Blick auf ein weiteres Bild an der Wand im Unternehmen des Impulsgebers. Diesmal ist es ein Zitat des britischen Schriftstellers und Sozialreformers John Ruskin, dessen zwei letzte von vier Absätzen besagen: „Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen.

Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“ Dieses Zitat ist nicht nur eines der liebsten von Heiko Antoniewicz, diese Worte fassen all das zusammen, was er in den Jahren seiner beruflichen Laufbahn gelernt hat. „Wenn wir heute eine Anfrage von einer Agentur hereinbekommen und merken, dass nicht nur wir, sondern zwei, drei Caterer angefragt wurden, dann schicken wir kein Angebot raus.
Wir machen einfach nicht mit.“ Das ist seine Art, seine Arbeit als „den Preis wert“ darzulegen. Also im besten Sinne des Wortes: Die Arbeit ist den Preis wert.
Aufträge um jeden Preis zu bekommen, macht keinen Sinn.

Heiko Antoniewicz
Wer noch nicht so weit ist, das von sich oder seinem Angebot zu behaupten, dem sei folgender Rat ans Herz gelegt: „Manchmal tut es ganz gut, einen Schritt zurück zu machen und sozusagen mit den Augen eines Dritten sein eigenes Tun zu beobachten.“ Diese Selbstreflexion hat den Sinn, dass sie die eigene Wertschätzung fördert und somit auch die Selbstsicherheit im Geschäft vorantreibt.

Heiko Antoniewicz hat schon vor Jahren seinen ganz eigenen Stil gefunden. Nachdem er bei der Arbeit schon immer über den Tellerrand schauen wollte, hat der Visionär vor Jahren die molekulare Küche entdeckt. Das kommt ihm heute natürlich auch am Markt zugute: „Unsere Küche hat ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sind präzise und strukturiert und viele von außen nehmen uns als ganzheitliches Cateringunternehmen wahr.“

Auf die Frage, ob ihm die Erfahrung, die er in der Vergangenheit gemacht hat, leidtut, antwortet Antoniewicz prompt: „Nein. Ich schaue nicht verbittert zurück. Ganz im Gegenteil. Diese Erfahrung hat mich natürlich auch reifen lassen.“ Heute erfährt die Antoniewicz GmbH natürlich eine andere Darstellung nach außen. Catering ist eines von mehreren Geschäftsfeldern. „Wir differenzieren uns zur breiten Masse. Das gibt uns einen guten Polster, auf dem wir uns ein wenig ausruhen können“, berichtet der Unternehmer.

Was gleich geblieben ist? Den Preiskampf, gerade im Cateringbereich, gibt es nach wie vor, nur Heiko Antoniewicz lässt sich davon nicht mehr beeindrucken. Der Tipp des Erfahrenen an die junge Generation und auch an all jene, die ihren eigenen Weg noch nicht gefunden haben, lautet: „Mein Rat wäre es, dass die Anbieter an ihrem Profil arbeiten sollten. Sie sollen außerdem nicht versuchen, cooler zu sein als andere. Am Ende unterscheidet man sich nämlich nicht durch Coolness, sondern einzig und alleine durch die Leistung.“
http:// www.antoniewicz.org

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