Jean-Georges Klein – Der Quereinsteiger

Paradoxerweise heißt einer der ganz Großen der französischen Küche ausgerechnet Jean-Georges Klein – und ist Autodidakt!
November 13, 2015

Jean-Georges KleinUrbane Arroganz ist gerade in kulinarischen Belangen meist fehl am Platz, denn oft genug zeigen Köche an Orten, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, ihrer Kollegenschaft in den fernen Metropolen, wo der Hammer hängt. Ein klassisches Beispiel für dieses eherne Gesetz ist das L’Arnsbourg von Jean-Georges Klein im 700-Seelen-Dorf Baerenthal in Lothringen, unmittelbar an der saarländischen Grenze. Tief im Wald liegt versteckt das ehemalige Rasthaus für Holzfäller und Kohlenhändler, das noch vor zwei Jahrzehnten als Ausflugslokal für Wandersleute in den nördlichen Ausläufern der Vogesen diente.
Erblickt man aber das für diesen entlegenen Landstrich auffallend große Gebäude, so wird sofort klar, dass es sich dabei um etwas Besonderes handeln muss. Das Innere hält, was das Äußere verspricht: Ein geradliniges Interieur und eine raffinierte Beleuchtung schaffen zeitgemäße Eleganz und großzügige Panoramafenster geben den Blick in die unberührte Natur frei – und auf das vor knapp zwei Jahren eröffnete Hotel K mit seinen zwölf Zimmern.

Koch wider Willen
Hinter dem Restaurant L’Arnsbourg und dem Hotel K steht der 1950 geborene Jean-Georges Klein, der auf eine äußerst untypische Karriere zurückblickt…

Jean-Georges Klein den Kopf in die Hand gestuetzt Urbane Arroganz ist gerade in kulinarischen Belangen meist fehl am Platz, denn oft genug zeigen Köche an Orten, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, ihrer Kollegenschaft in den fernen Metropolen, wo der Hammer hängt. Ein klassisches Beispiel für dieses eherne Gesetz ist das L’Arnsbourg von Jean-Georges Klein im 700-Seelen-Dorf Baerenthal in Lothringen, unmittelbar an der saarländischen Grenze. Tief im Wald liegt versteckt das ehemalige Rasthaus für Holzfäller und Kohlenhändler, das noch vor zwei Jahrzehnten als Ausflugslokal für Wandersleute in den nördlichen Ausläufern der Vogesen diente.
Erblickt man aber das für diesen entlegenen Landstrich auffallend große Gebäude, so wird sofort klar, dass es sich dabei um etwas Besonderes handeln muss. Das Innere hält, was das Äußere verspricht: Ein geradliniges Interieur und eine raffinierte Beleuchtung schaffen zeitgemäße Eleganz und großzügige Panoramafenster geben den Blick in die unberührte Natur frei – und auf das vor knapp zwei Jahren eröffnete Hotel K mit seinen zwölf Zimmern.

Koch wider Willen
Hinter dem Restaurant L’Arnsbourg und dem Hotel K steht der 1950 geborene Jean-Georges Klein, der auf eine äußerst untypische Karriere zurückblickt. Nach der Hotelfachschule war er fast zwei Jahrzehnte lang als Maître d’Hôtel im elterlichen Restaurant L’Arnsbourg tätig, wo seine Mutter Lilly 1988 den ersten Michelin-Stern erkochte. Als sie aber aus gesundheitlichen Gründenein Raum mit Saeulen in verschiedenen Farben, innovatives Interior in den Ruhestand trat und sich auf die Schnelle kein Ersatz fand, stellte sich kurzerhand Jean-Georges hinter den Herd. Grundkenntnisse hatte er noch aus der Hotelfachschule und unter der Anleitung seiner Mutter versuchte er sich zunächst an den für das Haus typischen regionalen Klassikern, bevor er sich allmählich an Eigeninterpretationen dieser Spezialitäten heranwagte.
„Natürlich habe auch ich von der großen weiten Welt geträumt. Doch dann musste ich für meine Mutter einspringen – und aus war der Traum“, räumt Jean-Georges Klein heute ein. Was für ein Glück für die elsässische Küche, zu deren wichtigsten Erneuerern er heute zählt! Ausgestattet mit einer Riesenportion Experimentierfreudigkeit, kennt er auch keine Berührungsängste gegenüber der Molekularküche – im Gegenteil: Er bekennt freimütig, dass er seinen Stil vor allem Ferran Adrià und Pierre Gagnaire verdankt. „Klassische Küche und Avantgarde müssen keine Gegensätze sein, sondern können in der Praxis wunderbar harmonieren!“
Das Resultat dieser eigenwilligen Harmonie sind etwa „Foie gras mit einer Reduktion aus Pinot Noir und Erdbeeren“, „Gebratene Taubenbrust mit Kümmeljus, Selleriemus und Griottines-Törtchen“ oder „Cappuccino von Kartoffeln und Perigord-Trüffeln“. Preislich sind die Gaumenfreuden nahezu ein Schnäppchen: Ein achtgängiges Menü gibt es bereits um 110 Euro, das elfgängige Degustationsmenü kommt auf gerade einmal 140 Euro – ohne Weinbegleitung versteht sich! Mitunter soll aber auch ein Degustationsmenü mit rund 30 kleinen Gängen erhältlich sein …

kulinarische Lobeshymnen, Kreationen mit Espuma Star ohne Allüren
Kleins Kreationen sorgen nicht nur bei den Gästen für Begeisterungsstürme, sondern entlocken auch den strengsten Kritikern wahre Lobeshymnen: 3 Sterne bei Michelin, 18 Punkte bei Gault Millau und Spitzenwertungen in allen anderen namhaften Gourmetführern sprechen eine deutliche Sprache. Damit zählt Jean-Georges Klein zu den besten Köchen Frankreichs und vermutlich sogar Europas. „Die Qualität eines Kochs hängt von der Qualität der Produkte ab. Und dann muss natürlich die entsprechende Leidenschaft hinzukommen!“ Jean-Georges Klein ist ein bescheidener Mensch, völlig ohne Starallüren. „Ruhm war nie mein Ziel – wir haben Platz für etwa 60 Gäste und ich möchte jedem von ihnen täglich gerecht werden.“
Präsentiert werden die lukullischen Köstlichkeiten im L’Arnsbourg von einem ebenso freundlichen wie kompetenten Serviceteam, das Jean-Georges’ Schwester und Miteigentümerin, Cathy Klein, mit großer Souveränität dirigiert. Bedenkt man, dass seine Ehefrau Nicole das Hotel leitet, so lässt sich das Duett aus L’Arnsbourg und K trotz seiner 30 Mitarbeiter durchaus als gestandener Familienbetrieb bezeichnen – ganz so, wie es auf dem Lande eben üblich ist …

>> info

L’Arnsbourg
F-57230 Baerenthal
+33 3 87 06 50 85
www.arnsbourg.com
info@arnsbourg.com

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