Tag des Tees: Aufguss wird zum Gastro-Statement
Zum Internationalen Tag des Tees am 21. Mai zeigt sich: Tee wird zum Lifestyle-Produkt, zur Bar-Zutat, zum Pairing-Spielplatz – und gleichzeitig zum globalen Problemfall. Denn während Matcha, Cold Brew und Sparkling Tea immer stärker den Markt prägen, geraten klassische Anbauregionen durch strengere Vorgaben, wirtschaftlichen Druck und komplexe Lieferketten zunehmend unter Stress.
Zum Internationalen Tag des Tees am 21. Mai zeigt sich: Tee wird zum Lifestyle-Produkt, zur Bar-Zutat, zum Pairing-Spielplatz – und gleichzeitig zum globalen Problemfall. Denn während Matcha, Cold Brew und Sparkling Tea immer stärker den Markt prägen, geraten klassische Anbauregionen durch strengere Vorgaben, wirtschaftlichen Druck und komplexe Lieferketten zunehmend unter Stress.
Der Aktionstag wurde 2019 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und soll auf die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Bedeutung von Tee aufmerksam machen. Laut FAO geht es dabei auch um nachhaltige Produktion „from field to cup“ sowie um die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in Anbauregionen.
Weltweit werden jährlich rund sieben Millionen Tonnen Tee produziert und konsumiert. Zu den wichtigsten Produzenten zählen China, Indien, Kenia und Sri Lanka. Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten deutlich: Tee steht immer stärker für bewussten Genuss, Qualität und modernen Lifestyle.
Matcha, Cold Brew, Functional Tea
Besonders Matcha, kalt aufgegossene Tees und sogenannte Functional Teas treiben den Wandel. Tee soll heute nicht mehr nur wärmen, sondern Energie geben, beruhigen, fokussieren, gut aussehen und im besten Fall auch noch instagrammable sein. Für die Gastronomie ist das mehr als ein netter Getränketrend: Tee kann alkoholfreie Pairings aufwerten, Barkarten erweitern und als hochwertige Alternative zu Softdrinks funktionieren.
Auch Bio spielt dabei eine immer größere Rolle. Laut aktuellem Tee-Report des Deutschen Teeverbands lag der Bio-Anteil bei Tee zuletzt bereits bei 17,7 Prozent.
„Tee steht heute für bewussten Genuss und einen modernen, gesundheitsorientierten Lebensstil. Besonders jüngere Konsument:innen entdecken Tee neu – von Matcha bis Cold Brew“, sagt Tina Antonius, Geschäftsführerin des Österreichischen Teeinstituts.
Zwischen Trenddrink und Lieferketten-Stress
Doch hinter der schönen neuen Teewelt brodelt es. Geopolitische Unsicherheiten, strengere EU-Grenzwerte und steigende Anforderungen entlang internationaler Lieferketten setzen Produzenten unter Druck. Besonders traditionelle Herkunftsregionen wie Indien geraten laut Österreichischem Teeinstitut zunehmend in schwierigeres Fahrwasser, während sich europäische Händler stärker Richtung Ostafrika orientieren.
Für Stephan Krömer, Präsident des Österreichischen Teeinstituts, zeigt der Tag des Tees deshalb auch die Verantwortung hinter jeder Tasse: „Hinter jeder Tasse Tee steht eine globale Wertschöpfungskette, von der Millionen Menschen abhängig sind.“
Für die Gastronomie heißt das: Tee ist längst kein Randprodukt mehr. Wer ihn nur als Beutelware neben dem Kaffeeautomaten parkt, verschenkt Potenzial. Der neue Tee-Gast will Herkunft, Qualität, Inszenierung – und im Zweifel einen Cold Brew, der mehr kann als nur brav dampfen.
