Designed for the future

Lifestyle-Entrepreneur Loh Lik Peng über extravagante Konzepte, Expansionspläne und den Zukunftsmarkt Asien.
November 13, 2015

Lifestyle-Entrepreneur Loh Lik PengFotos: Unlisted Collection, Design Hotels AG

Design Hotels AGMister Loh(s) Budget
1974 in Dublin geboren, arbeitete der studierte Jurist Loh Lik Peng vor seiner Hotelierkarriere als Anwalt für große Unternehmen. Im Jahr 2003 eröffnete er als Quereinsteiger im Rotlichtviertel Singapurs das erste Boutique-Designhotel der Stadt, das 1929. Seitdem macht sich Lohs Gespür für außergewöhnliche Locations und Designkonzepte bezahlt: Aktuell umfasst das Portfolio seiner Unlisted Collection-Gruppe sieben Boutique-Hotels und zwölf Restaurants in Singapur, London und Shanghai. Darunter: Nuno Mendes’ sternegekröntes Viajante sowie Jason Athertons Table No. 1. Loh Lik Pengs jüngster Coup: Anfang 2013 kaufte er das zuvor von Fergus Henderson geführte Hotel und Restaurant St. John Chinatown um schlappe eineinhalb Millionen Euro und eröffnete es kürzlich unter dem Namen One Leicester Street neu. Darüber hinaus investiert Loh gerade 15 Millionen Euro in den Umbau zweier denkmalgeschützter Gebäude in Ultimo, einem Vorort Sydneys. Das erste australische Haus der Kette wird über 60 Zimmer, zwei Signature-Restaurants sowie ein Dessert-Restaurant verfügen und soll Ende 2014 eröffnen.

Designed for the future
MultiGastronom und Hotelier Loh Lik Peng hat sich dank seines untrüglichen Gespürs für abgewrackte Locations mit großem Potenzial als fixe größe der internationalen boutique-hotel-szene etabliert. Die zukunftsträchtige Erfolgszauberformel des 39-Jährigen…

Lifestyle-Entrepreneur Loh Lik PengFotos: Unlisted Collection, Design Hotels AG

Design Hotels AGMister Loh(s) Budget
1974 in Dublin geboren, arbeitete der studierte Jurist Loh Lik Peng vor seiner Hotelierkarriere als Anwalt für große Unternehmen. Im Jahr 2003 eröffnete er als Quereinsteiger im Rotlichtviertel Singapurs das erste Boutique-Designhotel der Stadt, das 1929. Seitdem macht sich Lohs Gespür für außergewöhnliche Locations und Designkonzepte bezahlt: Aktuell umfasst das Portfolio seiner Unlisted Collection-Gruppe sieben Boutique-Hotels und zwölf Restaurants in Singapur, London und Shanghai. Darunter: Nuno Mendes’ sternegekröntes Viajante sowie Jason Athertons Table No. 1. Loh Lik Pengs jüngster Coup: Anfang 2013 kaufte er das zuvor von Fergus Henderson geführte Hotel und Restaurant St. John Chinatown um schlappe eineinhalb Millionen Euro und eröffnete es kürzlich unter dem Namen One Leicester Street neu. Darüber hinaus investiert Loh gerade 15 Millionen Euro in den Umbau zweier denkmalgeschützter Gebäude in Ultimo, einem Vorort Sydneys. Das erste australische Haus der Kette wird über 60 Zimmer, zwei Signature-Restaurants sowie ein Dessert-Restaurant verfügen und soll Ende 2014 eröffnen.

Designed for the future
MultiGastronom und Hotelier Loh Lik Peng hat sich dank seines untrüglichen Gespürs für abgewrackte Locations mit großem Potenzial als fixe größe der internationalen boutique-hotel-szene etabliert. Die zukunftsträchtige Erfolgszauberformel des 39-Jährigen unlisted Collection Group-Gründers: Erlebnisräume statt Luxus-Bettenburgen und revolutionäre F&B-Konzepte auf Sterneniveau.

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2003 eröffneten Sie mit dem Hotel 1929 das erste Boutique-Designhotel Asiens – und das zu einer Zeit, in der sich der asiatische Raum gerade langsam von einer tiefen Rezession erholte, und ohne jegliche Vorkenntnisse im Hotelmanagementbereich. Sind Sie visionär oder verrückt?
Loh Lik Peng:
Womöglich ein wenig von beidem! Nein, ganz im Ernst: Natürlich war die damalige Entscheidung, ein heruntergekommenes Fabrikgebäude, noch dazu im Rotlichtviertel Singapurs, zu einem Boutique-Hotel umzubauen, schon ein wenig gewagt. Die Wirtschaftslage war schlecht, vergleichbar mit der aktuellen in Europa, und es gab keine ernst zu nehmenden Referenzprojekte im asiatischen Raum. Man musste sich schon verdammt anstrengen, um Licht am Ende des Tunnels zu sehen. In Retrospektive allerdings bin ich überzeugt, dass das Timing nicht besser hätte sein können, um ein Hotel wie das 1929 zu bauen. Bis heute ist es eines meiner liebsten Projekte und ein schöner Beleg dafür, dass in jeder Krise eine Chance steckt.

Design Hotels AGDie sieben Häuser der Unlisted Collection- Gruppe befinden sich größtenteils in Stadtvierteln, denen nicht gerade der beste Ruf vorauseilt. Ist „innen hui, außen pfui“ das Motto der Zukunft in der urbanen Hotellerie?
Loh:
Nein, das würde ich nicht sagen. Es gibt so viele Einflussgrößen, die in dieser Branche über Erfolg oder Niederlage entscheiden. Im Falle der Unlisted Collection Hotels ist es jedenfalls so, dass ich keinen dogmatischen Ansatz bei der Standortwahl verfolge. In erster Linie ist es meiner ganz persönlichen Leidenschaft für verfallene, vergessene, aber historisch wertvolle Gebäude zu schulden, dass Hotels wie das Waterhouse at South Bund in Shanghai oder das Wanderlust Hotel in Singapur entstehen. Solche architektonischen Preziosen finden sich nun mal nicht in noblen Vororten oder Innenstädten. Und es ist großartig zu sehen, dass sich einige Standorte, an denen wir Hotels eröffnet haben – etwa das Town Hall Hotel in Bethnal Green in London – mittlerweile zu echten Szenevierteln entwickelt haben. Das zeigt, wie viel Potenzial für die gehobene Hotellerie in modernen Großstädten nach wie vor schlummert.

interessante Locations
Drei Dinge, die eine Location mitbringen muss, um Ihr Interesse zu wecken?
Loh:
In erster Linie muss das Gebäude Charakter und eine Geschichte haben. Zweitens muss eine vernünftige öffentliche Verkehrsanbindung gegeben sein. Und drittens muss die Größe der eines Boutique- Hotels entsprechen. Viele Objekte sind zu groß oder zu klein und würden niemals wirtschaftlich rentabel laufen.

Stichwort Rentabilität: Ist gerade der Design- und Boutique-Hotel-Markt nicht langsam, aber bestimmt gesättigt?
Loh:
Ich bin davon überzeugt, dass hier noch Spielraum gegeben ist. Aber über kurz oder lang müssen bestimmt eine neue Definition des Begriffs Designhotel sowie entsprechende Umsetzungen her. Mit schicken Möbeln und Top-Service alleine bindet man auf lange Sicht keine Gäste mehr. Wir investieren viel Zeit und Geld, um der Zeit voraus zu sein und der Marke Unlisted Collection ein unverwechselbares Gesicht zu geben.

Meine Hotels sind Spielplätze für Erwachsene. Die Devise der Zukunft lautet Spaß, nicht Butler. Auch im Luxus-Segment.
Loh Lik Peng über die Zukunft der gehobenen Hotellerie

Wie sieht dieses Gesicht konkret aus?
Loh:
Für mich ist es wesentlich, immer neue, innovative Erlebniswelten und Inspirationsquellen für unsere Gäste zu schaffen. Jedes Restaurant, jedes Hotel der Gruppe ist absolut einzigartig. Es gibt keine Design-DNA, Individualität ist oberste Prämisse. Wir arbeiten außerdem eng mit lokalen Designern und Künstlern zusammen, denn die Gäste sollen ein möglichst authentisches, nachhaltiges Gefühl für den Ort, an dem sie sich befinden, entwickeln. Wir sprechen mit unseren Projekten ganz gezielt auch die lokale Community an, die sich in den Restaurants und Bars ebenso wohlfühlen soll wie Touristen.

Der Name Unlisted Collection steht ja nicht nur für revolutionäres Hoteldesign, sondern auch für ausgezeichnete Hotel-Gastronomie. Ein Zweig, dem Sie in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken werden?
Loh:
Absolut, ja. Ein qualitativ auf höchstem Niveau angesiedeltes und trotzdem der jeweiligen Länderküche nicht ganz entfremdetes F&B-Konzept ist integraler Bestandteil jedes Hauses. Wir unternehmen wirklich große Anstrengungen, anspruchsvolle, innovative Restaurantkonzepte zu entwickeln, die weit über den gewohnten Hotelstandard hinausgehen.

Mit Nuno Mendes’ Sternerestaurant Viajante in Ihrem Londoner Town Hall Hotel ist Ihnen dieses Kunststück ja besonders gut gelungen …
Loh:
Eine großartige Entwicklung, oder? Dank Nuno Mendes hat sich das Town Hall Hotel innerhalb kürzester Zeit zu weit mehr als einem Hotel entwickelt. Plötzlich war es eine Location, von der auch die Londoner Notiz nahmen. Und ich freue mich sehr darüber, dass wir mit dem Corner Room nun noch ein weiteres Restaurant unter der Führung von Nuno Mendes im Town Hall Hotel beherbergen.

Nuno Mendes’ Sternerestaurant Viajante
Ihre Mitbewerber veredeln hauseigene Restaurants ja gerne mit Celebrity-Labels wie Nobu, Robuchon oder Ducasse. Ist diese Art des Fine-Dining-Franchise eine Option für Sie?
Loh:
Grundsätzlich arbeiten wir sowohl mit renommierten Küchenchefs wie Nuno Mendes oder dem britischen Sternekoch Jason Atherthon, der mit dem Table No. 1 und dem Pollen die lebendige Restaurantszene Shanghais um zwei wirklich grandiose Hotspots bereichert hat, als auch mit No-Names. Aber ich schließe nicht aus, dass irgendwann vielleicht auch einmal ein sehr bekannter Name in eines unserer Häuser einzieht.

Vielleicht schon in Ihr neuestes Hotelprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Clare Hotels in Sydney, das 2014 eröffnen wird?
Loh:
Dazu kann ich leider noch nichts verraten, nur so viel: Es wird drei Restaurants geben. Zwei Signature-Restaurants und ein Dessert-Restaurant. Und der Executive Chef hat jedenfalls mehr als ausreichend Reputation vorzuweisen.

Mit dem Erwerb des St. John Hotels in London Anfang 2013 und der Eröffnung des Hauses in Sydney 2014 ist Unlisted Collection weiterhin auf Expansionskurs. Welche Destinationen reizen Sie denn noch?
Loh:
Die Destination ist eigentlich nicht so wichtig. Was für mich zählt, ist die perfekte Gelegenheit. Ich habe ja etwa auch Fergus Hendersons St. John Hotel in Chinatown gekauft, weil die Gelegenheit gut war und nicht, weil ich nach einer weiteren Location in London gesucht habe. Sollte sich irgendwann noch einmal etwas wirklich Tolles in den Vereinigten Staaten auftun, wäre das jedenfalls eine schöne neue Herausforderung. Aber Vorsicht ist ja bekanntermaßen die Mutter der Porzellankiste …

… und das bedeutet?
Loh:
Es bedeutet, dass zu starke und schnelle Expansion immer das Risiko birgt, Quantität vor Qualität zu reihen. Und das wird bei Unlisted Collection niemals passieren, denn in allem, was wir unseren Gästen bieten möchten und auch weiterhin bieten werden, steht Exzellenz an erster Stelle. Nur so können wir eine loyale Stammklientel aufbauen, die für den Großteil unseres wirtschaftlichen Erfolgs verantwortlich ist.

Inwiefern wird sich die gehobene Hotellerie in den kommenden zehn Jahren Ihrer Meinung nach verändern beziehungsweise verändern müssen?
Loh:
Ich sehe den asiatischen Markt als einen der wichtigsten zukunftigen Zielmärkte, und gerade die asiatische Klientel wird in den kommenden Jahren noch anspruchsvoller werden. Das bedeutet auch, dass sich ein noch tieferes und umfangreicheres Verständnis von Service entwickeln wird. Die Luxushotellerie wird sich auf eine sehr facettenreiche neue Gästegruppe einstellen müssen, die Indisch oder Chinesisch spricht und unbekannte neue Essgewohnheiten, Ansprüche und Bedürfnisse hat.

www.unlistedcollection.com

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