Corona-Krise: Reedereien lassen Kreuzfahrtschiffe verschrotten

Wegen des Corona-Stillstands der Kreuzfahrtindustrie beginnen Reedereien, ihre Luxus-Kreuzfahrtschiffe zu verschrotten. Aber lohnt sich das?
September 7, 2020 | Fotos: Shutterstock

Warum Verschrottung?

Die internationale Tourismusindustrie gehört bekanntlich zu jenen Branchen, die am meisten unter der Corona-Krise zu leiden haben. Während sich Restaurants und Hotels abseits der urbanen Hotspots – zumindest in Österreich – durch heimische Urlauber wacker durch diesen historischen Sommer schlagen, liegt der internationale Städtetourismus weitgehend brach. Eine der verheerenden Folgen davon: Kreuzfahrtschiffe stehen still – und kosten die ansonsten so potenten Kreuzfahrtkonzerne Summen, die sie sich langsam, aber sicher nicht mehr leisten können. Die wirtschaftlich offenbar sinnvollste Lösung ist genauso radikal wie unwiderruflich: Die Kreuzfahrtindustrie lässt immer mehr ihrer überdimensionalen Schiffe verschrotten. Das berichten der ORF und die Financial Times.

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Vor der Corona-Pandemie war das prozentuelle Wachstum der Kreuzfahrtindustrie zweistellig. Wie wird sich die Branche nach der ausgestandenen Pandemie aufstellen? Auf dem Bild zu sehen: Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Lissabon.

Warum Verschrottung?

Die internationale Tourismusindustrie gehört bekanntlich zu jenen Branchen, die am meisten unter der Corona-Krise zu leiden haben. Während sich Restaurants und Hotels abseits der urbanen Hotspots – zumindest in Österreich – durch heimische Urlauber wacker durch diesen historischen Sommer schlagen, liegt der internationale Städtetourismus weitgehend brach. Eine der verheerenden Folgen davon: Kreuzfahrtschiffe stehen still – und kosten die ansonsten so potenten Kreuzfahrtkonzerne Summen, die sie sich langsam, aber sicher nicht mehr leisten können. Die wirtschaftlich offenbar sinnvollste Lösung ist genauso radikal wie unwiderruflich: Die Kreuzfahrtindustrie lässt immer mehr ihrer überdimensionalen Schiffe verschrotten. Das berichten der ORF und die Financial Times.

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Vor der Corona-Pandemie war das prozentuelle Wachstum der Kreuzfahrtindustrie zweistellig. Wie wird sich die Branche nach der ausgestandenen Pandemie aufstellen? Auf dem Bild zu sehen: Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Lissabon.

Ist das nur der Anfang? 

So habe allein schon Royal Caribbean, einer der größten Kreuzfahrtanbieter weltweit, die Verschrottung von zwei unternehmenseigenen Schiffen angekündigt, wie der ORF unter Berufung auf die Financial Times schreibt. Dass das kein Einzelfall ist und auch nicht bleiben wird, ist innerhalb der Branche ein offenes Geheimnis. „Es werden definitiv noch mehr zerlegt werden, bis das Virus unter Kontrolle ist“, zitiert der ORF Wouter Rozenfeld vom Schiffsrecycling-Unternehmen Sea2Cradle, das derzeit zwei Kreuzfahrtschiffe von Carnival zerlegt. Aber wie sinnvoll ist diese Verschrottungslösung wirklich?

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Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Venedig.

160 Dollar pro Tonne  

Laut Financial Times steigen die Kreuzfahrtschiff-Unternehmen erstaunlich schlecht dabei aus. Denn da momentan ein regelrechtes Überangebot an zu verschrottenden Schiffen vorherrsche, könnten die Reedereien nicht wie sonst relativ vertretbare Summen für ihre Schiffe fordern. Schließlich sei das Zerlegen eines 25.000-Tonnen-Kreuzfahrtschiffs für Unternehmen wie Sea2Cradle extrem aufwändig – was wiederum die Kosten in die Höhe treibe. Und diese haben selbstredend die auftragegebenden Reedereien zu bezahlen. In Europa lägen die Verschrottungskosten bei 160 Dollar pro Tonne, so Rozenfeld. Diese Kostendimensionen sind also selbst für eine bis dato so wachstums- und erfolgsverwöhnte Branche wie die der Kreuzschiffahrten astronomisch – und wer weiß: über kurz oder lang nur mehr beschränkt bewältigbar.

www.carnivalcruiseline.at

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