Der teuerste Schluck der Welt? Weltraum-Sake für fast 600.000 Euro verkauft
Die japanische Sake-Marke Dassai hat gemeinsam mit Mitsubishi Heavy Industries die erste Mission ihres „DASSAI MOON Project“ abgeschlossen: ein Experiment, bei dem Sake-Maische nicht auf der Erde, sondern an Bord der Internationalen Raumstation ISS fermentierte. Ziel des Projekts ist nicht weniger als die Frage, ob sich Sake eines Tages auch auf dem Mond brauen lässt.

Die japanische Sake-Marke Dassai hat gemeinsam mit Mitsubishi Heavy Industries die erste Mission ihres „DASSAI MOON Project“ abgeschlossen: ein Experiment, bei dem Sake-Maische nicht auf der Erde, sondern an Bord der Internationalen Raumstation ISS fermentierte. Ziel des Projekts ist nicht weniger als die Frage, ob sich Sake eines Tages auch auf dem Mond brauen lässt.

Für die Mission entwickelten Dassai und Mitsubishi Heavy Industries spezielle Brautechnik, die gemeinsam mit den Rohstoffen zur ISS gebracht wurde. Der Versuch fand im japanischen Experimentiermodul „Kibo“ statt, unter Bedingungen, die die Schwerkraft auf dem Mond simulieren sollten. Laut der offiziellen Mitteilung konnte der alkoholische Fermentationsprozess unter diesen Bedingungen erstmals erfolgreich nachgewiesen werden. Der Alkoholgehalt der Maische erreichte demnach zwölf Prozent.

Nach der Fermentation wurde die Maische zurück zur Erde gebracht und im März in der Dassai-Brauerei weiterverarbeitet. Aus rund 260 Gramm Weltraum-Maische entstanden am Ende exakt 116 Milliliter Sake. Davon wurden 100 Milliliter in ein Titanfläschchen abgefüllt und für 110 Millionen Yen verkauft – umgerechnet rund 587.000 Euro. Die übrigen 16 Milliliter dienten laut Medienberichten für Verkostungen.

Der Käufer blieb anonym. Vielleicht besser so. Wer knapp 600.000 Euro für einen Schluck Sake ausgibt, möchte vermutlich nicht bei jeder Dinnerparty gefragt werden, ob er ihn jetzt endlich aufmacht.
Sake für die Mondbewohner
Spannend ist das Experiment aber nicht nur als Luxus-Kuriosität. Die Unternehmen wollen mit dem Projekt Erkenntnisse für künftige Fermentationstechnologien im All gewinnen. Laut Mitteilung verlief die Fermentation in der Umlaufbahn langsamer als auf der Erde. Genau diese Unterschiede sollen nun weiter untersucht werden, unter anderem mit Blick auf mögliche Veränderungen der Hefe.
Langfristig ist das Ziel noch ambitionierter: Das DASSAI MOON Project soll eines Tages Sake-Brauereien auf dem Mond ermöglichen – als Beitrag zur Lebensqualität künftiger Mondbewohner. Man kann darüber schmunzeln. Oder es als konsequente japanische Antwort auf die Frage lesen, was der Mensch braucht, wenn er den Planeten verlässt: Technologie, Sauerstoff, Forschung – und offenbar ein sehr, sehr gutes Glas Sake.
Ob das Ergebnis geschmacklich die astronomische Summe rechtfertigt, bleibt offen. Eine Dassai-Sprecherin beschrieb den Weltraum-Sake laut AFP jedenfalls als säurebetont, ausgewogen und robust.