Die Cash Cow der Zukunft

Mega-Conventions GroßProjekt mit Weitblick Macao ist das zweite Las Vegas. Casinos, aber vor allem Convention Center sind die Goldesel der Neo-Metropole. Einer, der einen Stall davon haben wird, ist Josef Dolp. Denn er ist Managing Director des größten Starwood-Hauses der Welt – und das öffnet seine Türen in Macao.
November 13, 2015

Foto: Sheraton Macao Hotel/Cotai Strip
Josef Dolp

 

4000 Zimmer, 7 Restaurants,
1,2 km2 Fläche

Das größte Starwood-Hotel der Welt am Cotai Strip in Macao bricht alle Rekorde. Sprengmeister ist Josef Dolp.

Die Baustelle im Hintergrund ist das neue Vorzeigeprojekt der „Starwood Gruppe“. Denn das „Sheraton Macao Hotel, Cotai Strip“ ist das größte auf dem Cotai Strip und das größte Starwood-Hotel weltweit. In den beiden Turmgebäuden am Westufer des Perlflussdeltas in Macao, also direkt im Herzen des asiatischen Las Vegas, befindet finden sich 4000 Zimmer, sieben Restaurants und Lounges, über 5000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche, zwei Fitness-Clubs, ein Spa und drei Außenpools. Eröffnet wird am 1. Juni 2012. Der Managing Director des Riesenkomplexes ist der Österreicher Josef Dolp, der zuletzt als General Manager des „Sheraton Taipei Hotel“ und Area Managing Director für Taiwan of Starwood tätig war. Ihm unterstehen 20 General Manager der unterschiedlichen Abteilungen.

www.starwoodhotels.com

ROLLING PIN: Sieht man sich die Eckdaten (siehe links) des „Sheraton Macao Hotel, Cotai Strip“ an, dann sind das Dimensionen, die in Europa unvorstellbar sind. Warum funktioniert das Prinzip „Mega“ in China?
Josef Dolp: Man muss dieses spezielle Projekt im Zusammenhang sehen. Es entspringt keinem asiatischen Größenwahn, sondern einfachen markttechnischen Grundlagen. So hat zum Beispiel Las Vegas, das amerikanische Pendant zu Macao, ein touristisches Einzugsgebiet von 2,3 Millionen Leuten, hier ist es das Vierfache. Demgegenüber steht aber ein Zehntel des Zimmerkontingents, das Las Vegas zur Verfügung hat. Die Entscheidung, ein solches Projekt zu realisieren, kann aufgrund dessen nur als richtig angesehen werden.

RP: Die Umsatzstrategie von Starwood sieht aber nicht nur ein Casinoareal vor. Das Convention Center soll die Cash Cow des neuen Standortes werden.
Dolp: Wenn es Macao schafft, sich als Convention-City zu positionieren, dann kommt ein Markt ins Spiel, den im Moment nur fünf oder sechs Städte weltweit bedienen können. Gemeinsam mit unserem Nachbarhotel „The Venetian“ werden wir für 6000 Leute gleichzeitig sorgen können, die EXPO-Halle ist 3 Hektar groß und im Convention-Ballsaal ist Platz für ein Sitdown-Dinner für mehr als 5000 Personen. Damit präsentieren wir uns perfekt aufgestellt einer stetig wachsenden Zielgruppe. Denn in Conventions und Kongressen liegt wesentlich mehr Potenzial als in Macaos momentanem Zugpferd Glücksspiel. Das „Sheraton Macao Hotel“ wird sich mittel- und langfristig als Convention-Veranstalter etablieren.

RP: Die Logistik hinter diesem Projekt muss gewaltig sein. Ist diese Abwicklung ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Aufgabe in der Pre-Opening-Phase?
Dolp: So ist es. Die gesamte Logistik auf die Beine zu stellen, auf dem Reißbrett Entworfenes in Stein und Beton umzusetzen und mit dem „The Venetian“ Synergien zu finden – das ist im Moment mein Tagesgeschäft. Zum besseren Verständnis: Allein unser Gepäckssystem ist gleich aufgebaut, wie das eines Flughafens, unsere Lagerfläche ist so groß wie das gesamte „Westin“ in Macao und im Endeffekt werde ich über 3000 Mitarbeiter zu koordinieren haben. Deswegen haben wir eine eigene Abteilung, in der sich sechs Personen ausschließlich um die Dienstpläne kümmern werden.

RP: Projekte in dieser Größenordnung scheinen Ihr Steckenpferd zu sein.
Dolp: Ich bin nicht der Typ für kleine Boutiquehotels. Je größer und internationaler das Haus, desto besser finde ich es. Lösungen zwischen den Parteien zu finden, die unterschiedlichsten Charaktere so zu motivieren, dass sie alle an einem Strang ziehen – genau das liegt mir. In meiner Vita finden sich eigentlich nur große Häuser, wenngleich auch die meisten klein im Vergleich zum „Sheraton Macao Hotel, Cotai Strip“ wirken.

Ich bin nicht der Typ für Boutiquehotels.
Je größer das Haus, desto besser.

 

RP: Steht Ihr Coreteam ein Jahr vor der offiziellen Eröffung bereits?
Dolp: Die General-Manager-Positionen in den Hauptabteilungen wie Human Resources, Finance oder Engeneering werden bereits bespielt und diese Leute sind es auch, die mir zukünftig reportieren werden. Man muss als Managing Director wissen, in welche Hände man welche Auflagen legen kann. Darin liegt meiner Meinung nach auch die Quintessenz einer guten Führung. Man kann nicht alles wissen, nicht alles perfekt machen. Wer aber die Personen kennt, die genau diese Lücken füllen können, hat gewonnen.

RP: Apropos Gewinn – wie sehen die Pläne nach der Pre-Opening-Phase aus?
Dolp: Das mit uns am ehesten vergleichbare Hotel „The Venetian“ mit 3000 Zimmern hat eine Belegungsrate von 88 Prozent bei einer Durchschnittsrate von 250 Euro. Das wäre ein guter Einstieg.

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