Gert F. Kopera – Herr über 3000 Mitarbeiter

Erfolgsmann - Gert F. Koperas Karriere führte ihn unter anderem nach Dubai, Griechenland, Kenia, Japan und in die Schweiz. Als F&B-Vice President der Rosewood Hotels mit Sitz in Dallas unterstehen ihm 18 Hotels.
November 13, 2015

Fotos: beigestellt
Rosewood Hotels

ROLLING PIN: Sie arbeiteten im Laufe Ihrer Karriere bereits in über 20 Ländern. Wo war es bis jetzt am schwierigsten?
Gert F. Kopera: Man muss sich mit den Besonderheiten der einzelnen Kulturen vertraut machen. In Japan beispielsweise wäre es ein Affront jemanden öffentlich zu disziplinieren. Im Mittleren Osten geht man mit Kritik dagegen sehr offen und direkt um. Die USA sind am ehesten mit Europa vergleichbar.

RP: Gibt es Unterschiede, die speziell den F & B-Bereich betreffen?
Kopera: Die jeweiligen Unterschiede sind hierbei schon innerhalb den USA beträchtlich. In Kalifornien setzt die Küche viel mehr auf Lokal- und Bioprodukte. Die Portionen sind hier vergleichsweise klein. Im Gegensatz zu Texas, wo ein Steak schon mal 500 Gramm wiegen darf. In Japan wiederum zählen Perfektion und die ultimative Qualität. Hier kann es vorkommen, dass 90 Euro für eine Melone gezahlt werden. Die Lokalität der Produkte ist Nebensache.

RP: Bei so vielen Destinationen und Nationen ist es sicher schwierig, den Überblick zu behalten.
Kopera: Im Moment habe ich 32 Personen, die mir direkt unterstehen. Da der F & B-Bereich allerdings etwa 60 Prozent der Angestellten bei Rosewood umfasst, stehe ich indirekt etwa 3000 Menschen vor. Ich bin permanent…

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FundB-Vice President der Rosewood Hotels Gert F. Koperas

ROLLING PIN: Sie arbeiteten im Laufe Ihrer Karriere bereits in über 20 Ländern. Wo war es bis jetzt am schwierigsten?
Gert F. Kopera: Man muss sich mit den Besonderheiten der einzelnen Kulturen vertraut machen. In Japan beispielsweise wäre es ein Affront jemanden öffentlich zu disziplinieren. Im Mittleren Osten geht man mit Kritik dagegen sehr offen und direkt um. Die USA sind am ehesten mit Europa vergleichbar.

RP: Gibt es Unterschiede, die speziell den F & B-Bereich betreffen?
Kopera: Die jeweiligen Unterschiede sind hierbei schon innerhalb den USA beträchtlich. In Kalifornien setzt die Küche viel mehr auf Lokal- und Bioprodukte. Die Portionen sind hier vergleichsweise klein. Im Gegensatz zu Texas, wo ein Steak schon mal 500 Gramm wiegen darf. In Japan wiederum zählen Perfektion und die ultimative Qualität. Hier kann es vorkommen, dass 90 Euro für eine Melone gezahlt werden. Die Lokalität der Produkte ist Nebensache.

RP: Bei so vielen Destinationen und Nationen ist es sicher schwierig, den Überblick zu behalten.
Kopera: Im Moment habe ich 32 Personen, die mir direkt unterstehen. Da der F & B-Bereich allerdings etwa 60 Prozent der Angestellten bei Rosewood umfasst, stehe ich indirekt etwa 3000 Menschen vor. Ich bin permanent mit den jeweiligen Direktoren in Kontakt und weiß zu jeder Minute, was wo vor sich geht. Natürlich bedeutet das auch, 300 Tage im Jahr unterwegs zu sein. An einem Tag kümmert man sich bei 28 Grad um Urlaubsgäste, die in der karibischen Sonne relaxen wollen, am nächsten Tag überwacht man bei minus zwei Grad eine Baustelle in Dallas oder plant ein Event für die Royals in Saudi-Arabien.

RP: Wie führen Sie Ihre Mitarbeiter?
Kopera: Ein Teamplayer zu sein, ist hier sehr wichtig. Ich sehe mich als eine Art Stamm; die verschiedenen Hotel- und Management-Direktoren als Äste. Mein Büro und ich sind eine Art Stütze, wenn Probleme auftreten oder ein Mitarbeiter einen Job in einer anderen Destination benötigt. Gerade bei der veränderten Lage in der Weltwirtschaft ist es wichtig, dass wir richtig und vor allem schnell reagieren, wenn es irgendwo brennt …

RP: Wie haben Sie die Weltwirtschaftskrise zu spüren bekommen?
Kopera: Natürlich sah das letzte Jahr auch bei uns nicht sehr rosig aus. Dennoch sind wir immer noch profitabel. Viele unserer Häuser sind weiterhin ausgebucht. Ich denke, wir haben die richtigen Maßnahmen getroffen und unsere Erwartungen auf ein erreichbares Niveau gesetzt.

RP: Welche Maßnahmen konkret?
Kopera: Unsere Strategie ist es, uns weniger auf Gruppen- und vermehrt auf Individualreisende zu konzentrieren. Zudem setzen wir auf Kreativität und die Einbindung des lokalen Marktes. Bei unserem Haus in New York kommen beispielsweise etwa 75 Prozent der Einnahmen im F & B-Bereich von New Yorkern aus der Umgebung. Da hilft es auch, dass wir keinen allzu überkandidelten Ruf haben. Wir sind so einfach sehr gut.

RP: Wie wichtig ist der F & B-Bereich für das gesamte Unternehmen?
Kopera: Ich sehe den F & B-Bereich als eine Art Visitenkarte des Hotels. Er bringt lokales Publikum. Die Voraussetzung dafür sind gute Bars, gute Restaurants mit schnellem Service und ein spannendes Konzept. Ich glaube, die Gastronomie sollte in Zukunft vermehrt als Gesamtevent betrachtet werden. Das Essen muss dabei nicht immer teuer sein. Eine kreative, sehr gute Küche, das ist allerdings ein Muss.

RP: Suchen Sie jeden Ihrer Köche persönlich aus?
Kopera: Das ist etwas, das ich mir nicht nehmen lasse. Man könnte es als eine Art Hobby von mir bezeichnen. Neulich war ich beispielsweise in einem Restaurant in Colorado, voll belegt – dann viel der Strom aus. Ein Albtraum! Die Küche konnte nur kalte Gerichte servieren, die Beleuchtung war lediglich Kerzenlicht. Aber keiner der 64 Gäste verließ das Lokal. Nach eineinhalb Stunden ging der Strom wieder. Nur 24 Minuten später hatten alle Gäste ihr Hauptgericht vor sich stehen. Natürlich redete ich sofort mit dem Küchenchef. Man muss eben immer die Augen offen halten. Gute Leute findet man nicht erst, wenn man sie benötigt.

Gert F. KoperaGert F. Kopera

Rosewood Hotels & Resorts

Gert F. Kopera (Das F. steht für Friedrich)wurde im Januar 2009 zum „Vice President of Food & Beverage of Roosewood Hotel & Resorts” in Dallas, Texas berufen. Der gebürtige Österreicher kann damit auf eine 12-jährige Karriere in der Rosewood-Familie zurückblicken. Die Rosewood-Kette umfasst derzeit 18 Hotels auf der ganzen Welt. Weitere vier Hotels sind in Planung. Angefangen hat Kopera im Wiener Hilton-Hotel. Er arbeitete bereits in 16 Destinationen auf der gesamten Welt, bevor er 1998 als Executive Assistant Manager bei einem Hotel der Roosewood-Kette in Riyadh, Saudi-Arabien anfing. Nach einer Station im japanischen Hotel Seiyo Ginza in Tokio zog es ihn in die Schweiz, ins Badrutt`s Palace Hotel. Es folgten Jakarta in Indonesien und Jeddah, Saudi-Arabien.

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