Mein grosster Fehler: Adi Werner

Was passiert, wenn man nicht genug Mut hat? Man ärgert sich später darüber! So wie unser heutiger Interviewpartner Adi Werner.
Oktober 1, 2015 | Text: Marion Wolf | Fotos: Werner Krug

Adi Werner Adi Werner

Paradehotelier aus Sankt Christoph am Arlberg | Arlberg Hospiz Hotel, Hospiz Alm, Residence Suiten und arlberg1800 Suiten | Aushängeschild des österreichischen Tourismus | Großer Fehler 2003: nicht mutig genug, 35.000 Euro mehr als geplant in Kauf des Nachbarhotels zu investieren | Heute: Mut zum Risiko

Wenn einer weiß, wie und was man aus Fehlern lernen kann, dann ist das Adi Werner, der Kaiser vom Arlberg. Mehrmals in seiner Unternehmergeschichte, das weiß der 79-Jährige heute, zeigte er bei größeren Investitionen zu wenig Mut zum Risiko. Woher das kommt? „Man muss vorsichtig agieren. Es gibt genug Beispiele, wo das schiefging, wenn man zu forsch in Investitionen hi­neingeht. Das Abwägen und Überlegen, das ist immer das Schwierige.“ Deshalb lautet seine Devise und Empfehlung an junge Unternehmer heute: „Man braucht

Adi Werner Adi Werner

Paradehotelier aus Sankt Christoph am Arlberg | Arlberg Hospiz Hotel, Hospiz Alm, Residence Suiten und arlberg1800 Suiten | Aushängeschild des österreichischen Tourismus | Großer Fehler 2003: nicht mutig genug, 35.000 Euro mehr als geplant in Kauf des Nachbarhotels zu investieren | Heute: Mut zum Risiko

Wenn einer weiß, wie und was man aus Fehlern lernen kann, dann ist das Adi Werner, der Kaiser vom Arlberg. Mehrmals in seiner Unternehmergeschichte, das weiß der 79-Jährige heute, zeigte er bei größeren Investitionen zu wenig Mut zum Risiko. Woher das kommt? „Man muss vorsichtig agieren. Es gibt genug Beispiele, wo das schiefging, wenn man zu forsch in Investitionen hi­neingeht. Das Abwägen und Überlegen, das ist immer das Schwierige.“ Deshalb lautet seine Devise und Empfehlung an junge Unternehmer heute: „Man braucht Mut zum Risiko.“

Eine Fehlentscheidung, mit der der Erfolgshotelier bis heute hadert und an die er schmerzlich erinnert wird, wenn er aus seinem Arlberg Hospiz Hotel blickt, ist ein Nachbarhotel, das zum Verkauf stand. „Das seh ich täglich, meine Dummheit von damals“, fasst es Adi Werner nüchtern und umso ehrlicher zusammen. Damals ging es um das heutige Alpenhotel St. Christoph, ein Hotel mit 80 Betten, das für 20 Millionen Schilling, umgerechnet um die 1,4 Millionen Euro, zum Verkauf stand. Ein Hotel in direkter Nachbarschaft, das ein Jackpot gewesen wäre, um den eigenen Standort rund um das Hospiz noch mehr zu stärken und auszubauen.

Doch: „Das war mir zu teuer. Und der hat gesagt, um 19 Millionen Schilling verkauft er’s nicht, er wollte 20 haben. Dann hat er gesagt, er macht einen Kompromiss, er bietet es um 19,5 an. Dann haben wir gesagt, nur 19.“ Ein Verhandlungspoker, bei dem Adi Werner, der Mut zum, wie sich später herausstellte sehr kalkulierbaren, Risiko fehlte. Denn: „Zwei Tage später hat er es dann um 21 verkauft und wir haben das Nachsehen gehabt. Das war natürlich blöd. Vor lauter Sturheit und Glauben, der kann das eh nicht für mehr verkaufen.“ Wie sich eine halbe Million Schilling, umgerechnet 35.000 Euro, mehr Investment bezahlt gemacht hätte, sieht Adi Werner heute in dem wunderbar florierenden Alpenhotel St. Christoph, das ungefähr den doppelten Umsatz mache im Vergleich zum damaligen Kaufpreis von umgerechnet 1,5 Millionen Euro. Werners Einsicht aus dieser Fehlentscheidung: „Zu glauben, der kann’s sowieso nicht verkaufen, das ist immer schlecht. Lieber ein bisschen mehr riskieren und dann hat man’s, als dass man glaubt, man muss jetzt einsparen und dann ist es weg. Was sind heute im Geschäft 35.000 Euro? Das sind Peanuts!“

Bei einem anderen Hotelprojekt schlug er zu – unter dem Motto: „Ein zweites Mal passiert mir das nicht.“ Hier ging es um ein Hotel direkt neben dem Hotel Hospiz, bei dem die Besitzer schon älter waren und deshalb verkaufen wollten. „Da war mir das eigentlich egal, ob das 50 oder 100.000 Euro mehr kostet. Ich habe daraus gelernt, dass man so was, was günstig liegt – ein Nachbargrund ist sowieso immer ein unbezahlbarer Grund – kaufen muss. Das Hotel haben wir dann umgebaut und es ist heute ins gesamte Hospiz Hotel integriert. Das ist eine super Sache.“

Bei einem Projekt von 1,3 Millionen Euro wegen 35.000 mehr zu überlegen und sich in die Hosen zu machen, war blöd. Und vor lauter Sturheit zu glauben, der kann das eh nicht für mehr verkaufen.
Adi Werner über sein kurzsichtiges Denken beim Verkauf eines Nachbarhotels

Das Gebäude habe man bis auf den ersten Stock abgerissen und neu aufgebaut. So konnte der Betrieb 60 Betten dazugewinnen. Um den Gästen den Eindruck zu vermitteln, dass sie sich im selben Haus befinden, wurden die beiden Hotels aufwendig unterirdisch miteinander verbunden. Was zwar sehr teuer gewesen sei, aber definitiv die Investition wert. Am falschen Ende zu sparen, in diesem Fall für den Grandseigneur der Hotellerie keine Option. Insgesamt investierte Adi Werner knapp 1,5 Millionen Euro. „Aber das hat sich zu 100 Prozent rentiert. Der Zukauf war ein Glücksfall“ und sei von Anfang an rentabel gewesen.

Später wurde das 5-Sterne-Haus um ein großes Spa zwischen den beiden Komplexen erweitert, das von beiden Gebäudeteilen gleich gut erreichbar ist. Zudem kamen ein Konferenzzentrum, eine Ausstellungshalle und 80 Garagenstellplätze dazu. Der jüngste Schachzüge von Adi Werner und Sohn Florian: Die arlberg1800 Suiten, zwei Häuser mit insgesamt 17 großen Suiten mit jeweils zwischen 250 und 300 Quadratmetern sowie drei bis vier Schlafzimmern, die Anfang 2016 eröffnet werden sollen. Adi Werners Rat an die Jugend und an andere Unternehmer: „Man muss den Mut zum unternehmerischen Risiko haben. Man macht zuerst mal Fehler und wenn man genügend Fehler gemacht hat, dann kommt man schon drauf. Ohne Risiko kein Gewinn. Ohne unternehmerisches Risiko kein Erfolg.“

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