„Mein Lebensziel ist erreicht. Jetzt will ich mehr!“

Der skandinavische Hotel-Tycoon Petter Stordalen eröffnete einst alle zwei Wochen ein Hotel. heute besitzt er fünf Ketten mit 170 Häusern. Der Selfmade-Milliardär im Exklusiv-Interview.
November 13, 2015

Foto: Nordic Choice Hotels, Marcel Leliënhof

Die letzten Jahre waren für die meisten Hoteliers ausgesprochen schwierig. Trotzdem haben Sie es geschafft, mehr als 170 Hotels zu eröffnen und vor allem auch finanziell erfolgreich zu sein. Was machen Sie anders?
Petter Stordalen: Wenn die Zeiten hart sind, haben die meisten Unternehmen Angst zu investieren und stoppen all ihre Strategien. Die Nordic Choice Hotels machen das exakte Gegenteil. Wir sehen in der Krise die Chance zu wachsen. Wir geben uns auch nie mit dem Ist-Zustand zufrieden, denn der Erfolg beginnt erst dann, wenn man neue Perspektiven sucht, anstatt sich mit ständigen Limitationen das Leben schwer zu machen.

Das klingt sehr einfach. Vergleichsweise expandiert die Rezidor Hotel Company nach wie vor weltweit und schreibt trotzdem jährlich rote Zahlen. Wie schafft man das?
Stordalen: Die Nordic Choice Hotels setzen sich aus den fünf unterschiedlichen Hotelketten Comfort Hotels, Quality Hotels, Quality Resorts, Clarion Hotels, Clarion Collection und Nordic Hotels & Resorts zusammen. Jede Marke bietet eine große Bandbreite an einzigartigen Hotelprodukten mit authentischem Engagement und persönlichem Service. Wir stellen die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Hotels durch Joint Operating Systems sowie durch effektiven und innovativen Gebrauch von Technologien sicher.

Sie sind ja wahrlich ein Tech-Freak, haben eine persönliche Website, bloggen und twittern. Sind neue Medien heute unabdingbar?
Stordalen: Früher hatten wir Anzeigen, Broschüren und Hotels mit ihren drei, vier oder fünf Sternen. Die neue Generation braucht keine Werbung oder Broschüren. Social Media verändern die Art, wie wir Geschäfte machen. 2011 haben wir etwa ein Hotel in Oslo eröffnet, das Comfort Xpress heißt. Die Leute sollten das Hotel mit ihrem Smartphone nicht nur suchen, sie sollten es buchen, bezahlen und das Handy als Schlüssel benutzen. Das Hotel hat keine Rezeption und war lange das erste dieser Art. Es gab auch keine Anzeigen, wir ließen es ganz einfach…

Foto: Nordic Choice Hotels, Marcel Leliënhof

Die letzten Jahre waren für die meisten Hoteliers ausgesprochen schwierig. Trotzdem haben Sie es geschafft, mehr als 170 Hotels zu eröffnen und vor allem auch finanziell erfolgreich zu sein. Was machen Sie anders?
Petter Stordalen: Wenn die Zeiten hart sind, haben die meisten Unternehmen Angst zu investieren und stoppen all ihre Strategien. Die Nordic Choice Hotels machen das exakte Gegenteil. Wir sehen in der Krise die Chance zu wachsen. Wir geben uns auch nie mit dem Ist-Zustand zufrieden, denn der Erfolg beginnt erst dann, wenn man neue Perspektiven sucht, anstatt sich mit ständigen Limitationen das Leben schwer zu machen.

Das klingt sehr einfach. Vergleichsweise expandiert die Rezidor Hotel Company nach wie vor weltweit und schreibt trotzdem jährlich rote Zahlen. Wie schafft man das?
Stordalen: Die Nordic Choice Hotels setzen sich aus den fünf unterschiedlichen Hotelketten Comfort Hotels, Quality Hotels, Quality Resorts, Clarion Hotels, Clarion Collection und Nordic Hotels & Resorts zusammen. Jede Marke bietet eine große Bandbreite an einzigartigen Hotelprodukten mit authentischem Engagement und persönlichem Service. Wir stellen die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Hotels durch Joint Operating Systems sowie durch effektiven und innovativen Gebrauch von Technologien sicher.

Sie sind ja wahrlich ein Tech-Freak, haben eine persönliche Website, bloggen und twittern. Sind neue Medien heute unabdingbar?
Stordalen: Früher hatten wir Anzeigen, Broschüren und Hotels mit ihren drei, vier oder fünf Sternen. Die neue Generation braucht keine Werbung oder Broschüren. Social Media verändern die Art, wie wir Geschäfte machen. 2011 haben wir etwa ein Hotel in Oslo eröffnet, das Comfort Xpress heißt. Die Leute sollten das Hotel mit ihrem Smartphone nicht nur suchen, sie sollten es buchen, bezahlen und das Handy als Schlüssel benutzen. Das Hotel hat keine Rezeption und war lange das erste dieser Art. Es gab auch keine Anzeigen, wir ließen es ganz einfach übers Netz verbreiten. Wenn man Frühstück haben will, muss man es bestellen. Morgens hängt dann eine Tüte an der Tür. Wir haben Belegungsraten von 80 Prozent und bereits im ersten Jahr Geld verdient.

Welche Kriterien spielen bei der Auswahl neuer Standorte eine Rolle?
Stordalen: Ich bin ja ein fanatischer Hotel-Nerd und liebe es, neue Locations und Hotels auszuchecken. Ich reise manchmal nur für eine Nacht in eine Stadt, um dort in einem interessanten Hotel zu nächtigen. Und genau das will ich unseren Gästen auch bieten. Ein Hotel soll nicht einfach nur ein Schlafplatz während eines Urlaubs oder Business-Trips sein. Alleine das Hotel selbst soll schon die Reise wert sein, also ist es daher eigentlich ganz egal, wo es steht.

Sie besitzen mehr als 170 Hotels in Norwegen, Schweden, Dänemark und den baltischen Staaten. Sind Hoteleröffnungen auch in anderen Ecken Europas oder der Welt geplant?
Stordalen: Bis dato haben die Nordic Choice Hotels nur die Lizenz, in den nordischen Regionen tätig zu sein. Wir setzen den Fokus daher auf die Länder, in denen wir bereits tätig sind, und werden alles daran setzen, unsere Position weiterhin zu stärken.

Ein Mann mit großen Visionen wie Sie ist stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Was wollen Sie noch erreichen?
Stordalen: 2012 habe ich mein ultimatives Ziel erreicht, nämlich die Nordic Choice Hotels zum größten Hotel-Unternehmen Skandinaviens zu machen. Meine neue Vision lautet daher, weiterhin allen anderen einen Schritt voraus zu sein. Ich trachte ab sofort mehr als je zuvor danach, besser als alle anderen abzuliefern.

James Bond der Hoteliers

Leben auf der Überholspur: Anstatt mit Freunden zu kicken, stellte sich der heute 50-jährige Stordalen als Zehnjähriger in den Lebensmittelladen seines Vaters, mit zwölf wurde er zu Norwegens Top-Erdbeerverkäufer gewählt. Mit erst 24 und dem Diplom der Norwegischen Marketingschule in der Tasche zum jüngsten Shoppingcenter-Manager im größten Konsumtempel des Landes. Die kommenden Jahre feierte er Erfolge am laufenden Band, indem er mit der Firma Steen & Strøm Invest ein Einkaufszentrum nach dem anderen baute. Der Rausschmiss folgte dennoch 1996, da Stordalen keiner ist, der klein beigibt – auch nicht dem größten Aktionär des Unternehmens. Und ab da ging die Erfolgsstory erst richtig los: Stordalen startete 1996 mit nur einem Hotel, kaufte in den ersten drei Jahren im Schnitt alle zwei Wochen eines dazu und stellte alle zehn Tage 50 Leute an. Der Multimillionär ist heute über Home Invest alleiniger Eigentümer der Hotelkette Nordic Choice, die 170 Häuser in Norwegen, Schweden, Dänemark, Estland und Lettland betreibt. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr rund 800 Millionen Euro. Mit einem auf umgerechnet 1,3 Milliarden Euro geschätzten Vermögen zählt er zu den reichsten Einwohnern Norwegens. Und selbst seine Eröffnungsfeiern sind legendär: So landete er etwa per Hubschrauber auf dem Clarion Hotel Arlanda Airport am Flughafen von Stockholm und lief die 57 Meter hohe Fassade per House-Running hinab.

Das Stordalen-Erfolgsmodell
Durch sieben Punkte an die Spitze

Um zum größten Hotelbetreiber Skandinaviens zu werden, haben die
Nordic Choice Hotels folgende Zielbereiche definiert.

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1 Hotelportfolio
Die Strategie lautet, das bestehende Portfolio durch Wachstum und Weiterentwicklung der bestehenden Häuser zu stärken. Dabei muss aber der individuelle Charakter jedes Hotels erhalten bleiben.

2 Web
Das mächtigste Instrument: Da alle Websites der Hotels zusammen 1,8 Millionen Besucher pro Jahr haben, sind die individuell gepflegten Websites der wichtigste Verkaufskanal für Reservierungen.

3 Brand building
Primär soll jedes einzelne Hotel eine eigene Marke entwickeln. Das muss vor allem durch verstärkten Einsatz von sozialen Medien gelingen. Jährlich werden Marketing-Meetings und Trend-Seminare abgehalten.

4 Spa
Das klare Ziel heißt: der beste Anbieter im Spa-Bereich zu sein. Das soll durch ein eigenes Qualitätssystem erreicht werden. Gleichzeitig wird auch an der Nordic Choice Academy Spa School gearbeitet.

5 Shared services
Innovative und profitable gemeinsame Lösungen für die unterschiedlichen Hotels sollen angeboten werden. Und zwar mithilfe analytischer Konzepte, entsprechender Software beziehungsweise IT-Systeme.

6 Sales & Distribution
Durch eine starke Verkaufsstruktur und -kultur sollen neue Marktanteile erobert werden. Tools dafür: interne und externe Benchmarks, ein Joint-Sales-Coach, Optimierung des Revenues und der Verkaufskanäle.

7 Employee concept
Rekrutiert werden nur die Besten der Branche und bestehende Mitarbeiter weiter ausgebildet. Talente werden aktiv gesucht, gefördert und ins Rampenlicht gestellt. Führungsqualitäten kontinuierlich ausgebaut.

Hotel-Tycoon Petter Stordalen

www.nordicchoicehotels.no

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