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Vom Model zur weltbesten Köchin der Welt: die fabelhafte Welt der Helena Rizzo.
November 13, 2015

die fabelhafte Welt der Helena RizzoFotos: Monika Reiter, Restaurant Maní

Das Leben kann so einfach sein. Einfach, schön. Probleme? Was ist das?
Es gibt Menschen, die vermitteln dieses Gefühl durch ihre bloße Anwesenheit. Sie schaffen es sogar, den auf Anschlag stehenden Adrenalin-Pegel eines gehetzten Fotografen-Redakteur-Gespanns mit einem bloßen „Olá, tudo bem?“ wieder komplett auf null zu setzen.

So geschehen mit der Brasilianerin Helena Rizzo, die 2014 im Rahmen der Preisverleihung der „World’s 50 Best Restaurants“ mit dem „Veuve Clicquot World’s Best Female Chef“-Award ausgezeichnet wurde.
Die Minuten vor besagtem „Olá“ kann man sich in etwa so vorstellen: Fotografin und Redakteurin betreten wunderschöne…

die fabelhafte Welt der Helena RizzoFotos: Monika Reiter, Restaurant Maní

Das Leben kann so einfach sein. Einfach, schön. Probleme? Was ist das?
Es gibt Menschen, die vermitteln dieses Gefühl durch ihre bloße Anwesenheit. Sie schaffen es sogar, den auf Anschlag stehenden Adrenalin-Pegel eines gehetzten Fotografen-Redakteur-Gespanns mit einem bloßen „Olá, tudo bem?“ wieder komplett auf null zu setzen.

So geschehen mit der Brasilianerin Helena Rizzo, die 2014 im Rahmen der Preisverleihung der „World’s 50 Best Restaurants“ mit dem „Veuve Clicquot World’s Best Female Chef“-Award ausgezeichnet wurde.
Die Minuten vor besagtem „Olá“ kann man sich in etwa so vorstellen: Fotografin und Redakteurin betreten wunderschöne, aber in diesem Fall alles andere als zweckmäßige Suite in einem Wiener Luxushotel. Alles voll mit Antik-Mobiliar. Kein Platz zum Fotografieren. Umdekorieren. Jetzt. Der antike Tisch gerade ins Schlafzimmer gequetscht, schwebt auch schon die 36-jährige Helena Rizzo um die Ecke.

„Olá“ – brasilianische Lebensfreude und Entspanntheit wehen Stress und Packerschweiß aus dem Raum.
Am Vorabend hat Rizzo im Rahmen der Nespresso Gourmet Weeks aufgekocht: „Wolfsbarsch auf Tucupí-Püree mit Bananen und Manís-Maniokmehl“, „Rinderbäckchen mit Rindermark und Taioba-Püree“ sowie „Das Ei – Eierliköreiscreme auf Kokosschaum mit Kokos-Crisps“. Allesamt Gerichte, die Rizzo auch in ihrem Restaurant Maní in São Paolo auf der Karte führt. Gerichte basierend auf der brasilianischen Alltagsküche, mit landestypischen Produkten von Manioc-Wurzel bis hin zu Guayaba, wie uns Rizzo wissen lässt. „Wir wollten ein Restaurant eröffnen, in dem man sich wohlfühlt, ohne Dinge unnötig zu verkomplizieren“, so Rizzo, die während des Gesprächs wie selbstverständlich „mit der Kamera spielt“. Schließlich war Helena Rizzo zu Beginn ihrer kulinarischen Karriere eigentlich Model. Über ihren Brotjob, das Aushelfen in Restaurants, unter anderem bei Kochgrößen wie Emmanuel Bassoleil, Luciano Boseggia oder Neka Menna Barreto in São Paulo, gelangte sie schließlich zu ihrer eigentlichen beruflichen Erfüllung. „Sehr bald war mir klar: Ich will kochen. Und mich nicht mehr mit Modeljobs davon ablenken lassen“, lacht Rizzo.

Mil Folhas Lirio

Deshalb war 2001 mit 23 Jahren der Modeljob auch leicht an den Nägel gehängt und der Flieger nach Europa bestiegen. Rizzo: „Ich habe ein Jahr in Italien gelebt und dann drei in Spanien. Ich wollte meine Kochtechniken, mein Know-how verbessern. Den Horizont erweitern.“ Dafür hat sie sich keine geringeren Stationen ausgesucht als das 2-Sterne-Restaurant Sadler in Mailand oder das 3-Sterne-Restaurant Celler de Can Roca in Girona. Executive Chef Joan Roca sagt heute noch über Rizzo: „Diese Frau hat Talent, Leidenschaft und Liebe zur Sache. Ihren Wurzeln bleibt sie dabei immer treu.“ Rizzo: „Ich hatte große Lust zu lernen. Techniken, Disziplin und den Umgang mit Produkten. All das durfte ich in Girona kennenlernen. Und: Es sind allesamt supernette Leute.“ Bis heute verbindet die brasilianische Küchenchefin eine tiefe Freundschaft mit der spanischen Gastronomieelite von Roca bis Aduriz. „Oft sehen wir uns nicht, aber wenn, dann ist es, als wäre nicht ein Tag vergangen, seit ich nach Brasilien zurückgekehrt bin.“

Dabei war das schon vor elf Jahren, 2004. Damals neben Rizzo im Flugzeugsessel nach Brasilien: Daniel Redondo. Katalane und ehemaliger Küchenchef des Celler. 2006 folgte dann die Gründung des Restaurants Maní, das sie bis heute gemeinsam betreiben. „Krebs-Moqueca mit Mandiquinha-Terrine“, „Niedrigtemperatur-gegarter Fisch des Tages mit Tucupí“ und „Ceviche de Caju“ nennt Rizzo als Gerichte, die das Maní am Teller beschreiben. Mit mediterranen Einflüssen, zurückzuführen auf Redondos Herkunft.

Den „50 Best Restaurants“ ist diese leichtfüßige Kombination Platz 36 in der Liste wert. Mit Helena Rizzo als „Best Female Chef 2014“. Damit reiht sich Rizzo neben Größen wie Nadia Santini, Elena Arzak oder Anne-Sophie Pic ein, die vor ihr mit dem Award ausgezeichnet wurden.
Sieht man die Frau an, die gerade vor Kamera und Beleuchtung de luxe in einer Multikulti-Mischung aus Portugiesisch, Englisch und Spanisch ein Scherzchen nach dem anderen vom Stapel lässt, ist das sehr wohl zu glauben. Gute Laune und Professionalität schließen sich schließlich nicht aus.

Und dann ist es wieder unglaublich, wie man auf diesem Level von Spitzengastronomie und einer Agenda, auf der ein Termin den anderen jagt, so entspannt bleiben kann. Denn während Rizzo in Wien post, laufen in der Heimat nicht nur die Mühlen im Maní auf Hochtouren. Auch die Cateringlinie Manioca brummt, die nächste Restauranteröffnung steht bevor und dabei ist die Eröffnung ihrer eigenen Bäckerei Padoca Maní erst einen Monat her. „Das Restaurant Manioca, an dessen Eröffnung wir im Moment arbeiten, soll eine Art Café-Restaurant werden. Auf den Holzofen, den wir aufstellen werden, freue ich mich besonders“, so Rizzo, deren Augen dabei freudiger funkeln als die eines Kindes unterm Weihnachtsbaum.

Ein bisschen wie Weihnachten fühlt es sich auch gerade in besagter Suite an der Wiener Ringstraße an. Es gibt einfach Leute, die eine derart positive Grundstimmung verbreiten, dass man gar nicht anders kann, als selbst loszulassen. Ob es Zufall ist, dass Helena Rizzo selbst eine Haube trägt wie ein Weihnachtself?

Auch dass jemand in seinem Spitzenrestaurant Yogakurse abhält, hören wir heute zum ersten Mal. Könnte aber auch von niemand anderem so in sich schlüssig daherkommen wie von Helena Rizzo. Die Fotos sind im Kasten, Rizzo muss weiter zum nächsten Termin. Entspannte Stimmung bleibt zurück. Sonnengruß aus Brasilien, komm bald wieder.

www.manimanioca.com.br

Fisch des Tages mit Tucupi

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