The Italian Job

Ein waschechter Brite kreiert vollendete italienische Küche: Theo Randall im InterContinental London Park Lane.
November 13, 2015

ein schwarz weiss Bild von Theo Randall mit einer Birne in der Hand In einer der nobelsten Gegenden der britischen Metropole, nicht weit von Hyde Park und Buckingham Palace entfernt, ragt am Hamilton Place das InterContinental London Park Lane empor. Das Fünfsternehaus mit seinen 447 Zimmern öffnete im letzten Jahr nach einer 60 Millionen Pfund (85 Millionen Euro) teuren Generalsanierung wieder seine Pforten. Im Zuge der Umgestaltung wurde auch dem Restaurant eine neue Linie verpasst – nicht nur architektonisch: Ausgerechnet dort, wo man britischer nicht sein könnte, sorgt eines der besten italienischen Restaurants Londons für Furore. Um dorthin vorzudringen, muss sich der Feinschmecker allerdings seinen Weg durch ein Spalier hoch motivierter Mitarbeiter in der Lobby bahnen. Ist dies erst einmal geschafft, so offenbart sich ein cool und dennoch behaglich gestalteter Raum mit dunklen Holzvertäfelungen und pistazienfarbenen Ledersesseln. Der geradlinig konzipierte Speiseraum bietet Platz für 124 Gäste und wird durch ein kleines Nebenzimmer für geschlossene Gesellschaften mit eigenem Eingang ergänzt.
Hinzu kommt eine analog gestylte Bar, die neben kleinen Leckerbissen hervorragende Cocktails anbietet – vor allem der Bellini lässt das Herz jedes Schluckspechts höher schlagen! Einziger Wermutstropfen: Obwohl im Erdgeschoss gelegen, weisen weder Restaurant noch Bar Fenster auf und strahlen damit die Atmosphäre eines dunklen Kellerlokals aus – niemand weiß, warum man nicht wenigstens einen Bruchteil der Sanierungskosten für ein paar Löcher in der Wand nutzte …

ein Restaurant, stylisch, modern, mit grellem weissen Licht als Highlights Brite mit italienischem Herz
Patron und Küchenchef ist Theo Randall, der dem Restaurant auch seinen Namen gab. Seine Liebe zur italienischen Küche entdeckte der 1967 in Kingston geborene Theo schon sehr früh: „Während andere Kinder ihre Ferien in Brighton verbrachten, tuckerten meine Eltern und ich durchs ländliche Italien und verkosteten so viele Spezialitäten wie möglich.“ Also absolvierte Randall eine Kochlehre bei Max Magarian im „Chez Max“ in Surbiton, um anschließend in ein kleines Restaurant an der Themse zu wechseln: Das „River Café“ an der Hammersmith Bridge, das auch dem jungen Jamie Oliver so manchen „Twist“ beibrachte, sollte – abgesehen von einem kurzen Intermezzo im „Chez Panisse“ von Alice Walters im kalifornischen Berkeley – für 15 Jahre die kulinarische Heimat Randalls werden.
Als Küchenchef und stiller Teilhaber des von Ruth Rogers und Rose Gray geführten Restaurants erkochte er einen Michelin-Stern, obwohl das River Café rustikale italienische Gerichte zu aristokratisch britischen Preisen servierte, wie man hört. Stiller Teilhaber hat übrigens eine doppelte Bedeutung: „Randall ist der berühmteste Küchenchef, von dem man noch nie etwas gehört hat“, scherzte einmal ein Kritiker über Theos unauffälliges Wesen.

Theo Randall at The InterContinental
Im InterContinental London Park Lane kredenzt er jedenfalls perfekte Interpretationen italienischer Spezialitäten, die er aus hochwertigsten Zutaten komponiert. Wer revolutionäre Innovationen erwartet, ist hier fehl am Platz – wer aber italienische Gerichte in absoluter Topqualität sucht, wird nicht enttäuscht: „Gutes Essen sollte nie überkandidelt wirken!“
Das beweisen Gerichte wie Calamari in padella (gebratener Tintenfisch mit Borlotti-Bohnen, Chili, Anchovis und Petersilie) oder Piccione al forno (marinierte Anjou-Taube aus dem Holzofen auf Bruschetta mit Pancetta, Erbsen und Rucola). Nicht entgehen lassen sollte man sich auch die Panna cotta mit Rhabarber, Blutorange und Muskat oder Randalls berühmte Zitronentorte, die in einer Vitrine auf ihr Schicksal wartet. Dazu stehen 160 Weine zur Auswahl, die nicht nur italienischer Provenienz sind, sondern auch durch respektable Tropfen aus Frank-reich und der Neuen Welt Verstärkung erhalten und die Rechnung für ein Dinner rasch auf 70 Pfund (knapp 100 Euro) hochschnellen lassen.
Das Service unter der Leitung von Simon King ist kompetent, freundlich und – im Gegensatz zu den Kollegen in der Lobby – angenehm unaufdringlich. Überhaupt ist die gesamte Atmosphäre trotz der noblen Adresse erstaunlich leger: „Ich hasse Affektiertheit. Die besten Restaurants der Welt findet man in Italien – nicht nur, weil sie herrliches Essen zubereiten, sondern auch, weil es dort so locker zugeht. So soll es auch bei uns sein!“

Info

Theo Randall at The InterContinental
1 Hamilton Place/Park Lane
London W1J 7QY
United Kingdom
Tel.: +44 20 7318 8747
E-Mail: reservations@theorandall.com
Website: www.theorandall.com

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