Wer hinter Tim Raues Lieblings-Dönerladen Mustafa’s Gemüse Kebab steckt

Hunderttausende haben sich bereits um einen angestellt: „Mustafa’s Gemüse Kebap“ in Berlin gilt weithin als der beste Döner der Welt. Nicht mehr und nicht weniger wollte Tarik Kara, der Mann hinter „Mustafa“, immer erreichen.
November 3, 2022 | Text: Michi Reichelt | Fotos: Felix Werinos, beigestellt

Der Mehringdamm in Berlin Kreuzberg ist nicht das, was man sich unter einer hippen Gastromeile vorstellt. Sechs Kfz-Fahrspuren laden mehr zur schnellen Durchreise als zum gemütlichen Verweilen ein. Das Ambiente rund um Wettlokale, Fastfoodbuden und die Garde-Dragoner-Kaserne ist, nun ja, ausbaufähig. Dass sich ausgerechnet hier einer der bekanntesten Gastrobetriebe der deutschen Hauptstadt befindet, würde man nicht vermuten – würde man „Mustafa’s Gemüse Kebap“ nicht kennen. Es kann aber ohnehin so gut wie ausgeschlossen werden, dass es Menschen in Berlin gibt, denen der berühmteste und für viele beste Döner Kebap nicht bekannt ist. Bereits seit November 2005 steht der Stand von Tarik Kara alias „Mustafa“ am Mehringdamm.

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Tarik Kara hatte stets einen Traum: Er wollte den besten, den perfekten Döner machen

Der Mehringdamm in Berlin Kreuzberg ist nicht das, was man sich unter einer hippen Gastromeile vorstellt. Sechs Kfz-Fahrspuren laden mehr zur schnellen Durchreise als zum gemütlichen Verweilen ein. Das Ambiente rund um Wettlokale, Fastfoodbuden und die Garde-Dragoner-Kaserne ist, nun ja, ausbaufähig. Dass sich ausgerechnet hier einer der bekanntesten Gastrobetriebe der deutschen Hauptstadt befindet, würde man nicht vermuten – würde man „Mustafa’s Gemüse Kebap“ nicht kennen. Es kann aber ohnehin so gut wie ausgeschlossen werden, dass es Menschen in Berlin gibt, denen der berühmteste und für viele beste Döner Kebap nicht bekannt ist. Bereits seit November 2005 steht der Stand von Tarik Kara alias „Mustafa“ am Mehringdamm.

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Tarik Kara hatte stets einen Traum: Er wollte den besten, den perfekten Döner machen

Und mit ihm täglich Hunderte Kundinnen und Kunden, angestellt in teils Dutzende Meter langen Schlangen, um einen der legendären Döner zu ergattern. Was aber bringt Menschen seit so vielen Jahren dazu, sich scharenweise eine Ewigkeit für einen Döner Kebap anzustellen? „Den Menschen ist es das wert, weil wir jeden Tag alles für den Döner geben“, erklärt Tarik Kara sein Rezept. „Ich lebe für den Döner. Ich schätze, was ich tue, sehr, ich schätze die Menschen sehr. Ich tue alles für meine Kunden. Und die spüren das.“ Er wolle schlicht den perfekten Döner anbieten: Mit den besten Zutaten, dem besten Geschmack, verkauft vom besten Personal. „Unser Döner spiegelt uns wider: Er ist ehrlich“, so Kara. 

Ein Mann des Glaubens

Seit drei Jahrzehnten ist der gebürtige Türke im Kebap-Geschäft tätig. Die Erfolgsgeschichte von „Mustafa’s Gemüse Kebap“ begann dann vor 17 Jahren: Tarik Kara traf vor seinem Wohnhaus am Mehringdamm eine Mitarbeiterin der Currywurst-Bude auf der anderen Straßenseite. Sie erzählte ihm, dass der Stand zum Verkauf stünde. Tarik handelte schnell, lieh sich Geld, der Stand wechselte den Besitzer. Der Rest ist ein Stück Berliner Geschichte.

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Täglich stehen Hunderte vor „Mustafa’s Gemüse Kebap“

Dabei war die deutsche Metropole lange so gar nicht die Traumstadt des heute 49-Jährigen. Tarik Kara wuchs in der türkischen Schwarzmeerregion bei den Großeltern auf, nachdem seine Eltern nach Deutschland ausgewandert waren, als er drei Monate alt war. Die Kindheit war eine unbeschwerte, eine glückliche. Bis er mit sieben Jahren nach Berlin übersiedeln musste. Denn Tarik wollte nicht nach Deutschland. Wollte nicht zu den ihm fremden Eltern, nicht in die fremde Großstadt mit fremden Menschen und fremder Kultur. „Es war für mich traumatisierend“, erzählt er.

„Ich war alleine und hatte nur meinen Glauben. Der hat mir damals sehr geholfen.“ Erst später habe er verstanden, warum seine Eltern so gehandelt hatten: „Sie haben alles nur für mich auf sich genommen. Heute bin ich ihnen dafür sehr dankbar.“ Der Schulzeit folgten Gelegenheitsjobs. Und der Traum eines eigenen Kebap-Stands, der sich schließlich durch ebenjene Zufallsbegegnung im Jahr 2005 erfüllte. Obwohl: „Zufälle gibt es nicht“, ist sich Tarik Kara sicher. „Ich glaube an Schicksal.“ Auch der Glaube an Gott spielt für ihn nach wie vor eine große Rolle. Und der Glaube an sein Bauchgefühl. 

Glückliche Mitarbeiter für gute Döner

Auf dieses verlässt sich Tarik Kara – und nicht auf Businesspläne, Umsatzzahlen oder Investoren. Worin er investiert, das sind seine Leute. „Die Motivation der Mitarbeiter entscheidet über die Qualität des Döners. Sind die Kollegen glücklich, werden sie den besseren Döner machen.“ Tarik wolle auch hier Vorreiter sein: Acht-Stunden-Arbeitstage, 35-Stunden-Wochen, Top-Bezahlung.

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Auch wenn Tarik Karas Döner -Stand „Mustafa’s Gemüse Kebap“ heißt, kommt natürlich auch Fleisch rein. Es sei denn, man will explizit einen rein vegetarischen

Diese – gerade im Buden-Business nicht alltäglichen – Arbeitsbedingungen sollen weit über seinen eigenen Stand hinaus wirken. Erneut sieht hier der gläubige Muslim Schicksalhaftes: „Vielleicht habe ich Erfolg, damit ich Dinge nachhaltig verändern kann.“ Seine Mitarbeiter sind der bedeutendste Faktor der Unternehmensphilosophie von „Mustafa’s Gemüse Kebap“. Dazu kommen regionale Bio-Produkte, das Know-how („Wie schneide ich das Fleisch vom Spieß, wie ist das Verhältnis von Salat und Fleisch?“) und die erwähnte Wertschätzung. Für das Produkt und den Kunden.

Bleibt jene Frage, die ­Tarik Kara in den vergangenen 17 Jahren wohl am häufigsten gestellt wurde: Warum „Mustafa’s Gemüse Kebap“? Auch das war einst eine Bauchentscheidung, so die Antwort. „Mustafa hört sich gut an, der Name repräsentiert die türkische Kultur.“ Zudem, so Tarik weiter, habe auch sein Lehrmeister im Döner-Verkauf Mustafa geheißen. Und: „Es ist der zweite Name des Propheten Mohammed. Und der meines Großvaters.“

Tarik Kara

Geboren am 11. März 1973 in Samsun, der größten Stadt der türkischen Schwarzmeerregion, wuchs -Tarik Kara bei seinen Großeltern auf. Als er sieben Jahre war, holten ihn seine Eltern nach Berlin, wo er in Kreuzberg und Wilmersdorf zur Schule ging. Nach diversen Aushilfsjobs wurde er Dönerverkäufer, bevor er am 15. November 2005 am Mehringdamm „Mustafa’s Gemüse Kebap“ eröffnete. Tarik Kara lebt nach wie vor in der Wohnung gegenüber seines Standes, ist verheiratet und Vater zweier Söhne und einer Tochter.

 

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