Double Impact 2

“LET THE SUNSHINE IN!”
November 13, 2015

saftig grüne weinberge 2003 war nicht wirklich “The Age of Aquarius”, sondern vielmehr stimmte der „Chor der WinzerInnen” voll Power und Grove in “Let the Sunshine in!” ein. Wohl hätte dieses international bekannte Starensemble gerne auch „Sugar, Sugar! Honey, Honey!“ gesungen, doch ersteres (Sugar) war im Weinjahr 2003 sicherlich nicht das Problem, der Honigtopf der Süßweinwinzer blieb recht leer. Und so war es nach dem doch eher weißweinlastigen „Double Impact 1“ (Siehe letzte Ausgabe!) klar, sich im fulminanten „Double Impact 2“ auf die rote Fährte zu machen!

KAPITEL 1: „LA VITA E BELLA!“

Wohl wie kein anderer, schafft es Christian Reiterer aus Lamberg bei Wies den Italienern in punkto frische, fruchtige und leichtfüßige Schaumweine zu zeigen, was die Weststeiermark, und da vor allem der „Blaue Wildbacher” als pulsierender „Schilcherfrizzante” kann: Das so oft strapazierte und oft inflationär verwendete „animierend“ definiert sich in Christian Reiterers Schilcherfrizzante wie folgt: Klare, präzise und einladende Beerenaromen – voll und fragil zugleich! Dieses Dufterlebnis entwickelt sich am Gaumen zu einem echten Frischekick, wobei zusätzlich die animierende Säure mit der (Frucht)süße perfekt harmoniert! Auf die Frage, wie er selbst den 2003er einschätzt, meint Reiterer nur schelmisch: „Kost` selber!“ Er hat Recht, nicht lang reden, einfach kosten und genießen! Apropos genießen: Reiterers Sauvignon Blanc „Kranachberg 2003“ kann als Kampfansage an seine Weißweinfreunde aus der Südsteiermark angesehen werden – wow!!

KAPITEL 2: „QUO VADIS?“

„Wohin gehst du?“ bekommt bei Peter Mitterer aus Prellenkirchen, Weinbaugebiet Carnuntum, eine doppelte Bedeutung: Denn wer meint, dass sich das Weinbaugebiet Carnuntum nur von Göttlesbrunn bis Höflein erstreckt, der irrt gewaltig. Das Gebiet rund um Prellenkirchen, besser gesagt die angrenzenden Weingärten an den Abhängen des „Spitzerbergs“ welche zumindest seit Jahren als Insidertipp und Rotweininsel bekannt sind, ist die Reise mehr als wert. Doch andererseits ist das „USP“ dieses Gebiets etwas uneinheitlich und von außen doch etwas schwierig zu erkennen, und hier bekommt das „Quo Vadis?“ eine weitere Dimension. Wohin es aber wirklich gehen kann, beantwortet Peter Mitterer eindrucksvoll mit einem „Vollsortiment“, also von Weiß, über Rot bis Süß. Der Schwerpunkt, und somit auch das eigentlich Typische, sind ehrliche sortenreine Blaufränker, welche fernab von internationalem Getue vieler benachbarter Weinbaugebiete, verschont blieben. „Bei mir heißt 100% sortenrein wirklich 100% sortenrein. Und mein `Quercus` aus Blaufränker und Zweigelt ist und bleibt auch ein typischer Österreicher. Auch wenn 2003 sicher das Potential von 2000 hat, versuche ich jedes Jahr meinen Grundsätzen treu zu bleiben – ehrlich und regionstypisch!“ ….. und unglaublich gut, vor allem in Verbindung mit Köstlichkeiten des hauseigenen Buschenschankes!

KAPITEL 3: „THE BIG EASY!“

Herbert Kreimel aus Traismauer machte es sich nicht leicht. Im Gegenteil. Als branchenfremder „Rooky“ setzte er sich Anfang der 90er Jahre in den Kopf Wein zu machen. Also nicht einfach Wein, sondern schlicht und ergreifend Außergewöhnliches. Beginnend von seinen eigenen Vorstellungen von Weingartenarbeit (drastische Erhöhung der Stockzahl bei gleichzeitigem Verzicht von Mineraldüngern) über Kellertechnik (heißt 250-Jahre alte Baumpresse), bis hin zur Vinfizierung: Denn was Kreimel wirklich einzigartig macht, sind seine Rotweine aus den Rebsorten Zweigelt, Blauer Portugieser, Pinot noir, Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch. Die Weine weisen aufgrund der aufwendigen wie schonenden Verarbeitung eine unaufdringliche Intensität und Dichte auf. Sie überzeugen mit gekonntem (variierendem) Holzeinsatz (z.B. Hennebühl N°2 Reserve 2000 – 32 Monate in neuen Cadus-Fässern oder Cuvee Respiro aus den Rebsorten Zweigelt und Blauer Portugieser –14 Monate neues Barrique) ungemein engmaschig, konzentriert mit einem straffen Tannin und unendlich langem Abgang. Kreimel über Kreimel: „Ich bin eigentlich sehr ungeduldig, dafür beim Weinmachen die Ruhe in Person, manchmal dann doch zu detailverliebt, was mich zeitlich doch manchmal ins Schwitzen bringt …!“

EPILOG: WENN DER VATER MIT DEM SOHNE …

… dann stellt sich bei den Dockners aus Höbenbach am Göttweiger Berg die Frage, wer es schwerer hatte: Der Vater beim Aufbau, oder der Sohn beim Halten des Standards, denn „Qualität ist das non plus ultra – da gibt’s keine Diskussion“ sind sich zumindest bei dieser elementaren Frage beide einig. Obwohl eigentlich der Riesling die Lieblingsrebsorte ist, („Wegen seiner feiner Aromatik und seiner Tücken die er jedes Jahr hat!“) leisten Senior und Junior Dockner Pionierarbeit was Rotweinproduktion in ihrer Region betrifft: Das Topcuvee SACRA (Cabernet Sauvignon, Merlot, Zweigelt) welches 24 Monate in neuem Holz reift, wird wahrscheinlich mit dem 2003er neue Rotweinmaßstäbe setzen, regional wie zumindest national. Obacht im Burgenland – hier droht Konkurrenz! Und was ist schöner, als Konkurrenz auf höchstem Niveau!
Nun denn, schließen wir das „Buch mit den sieben Korken“, schließen auch die Augen und stellen uns auf ein Wiedersehen mit den 2003ern ein. Auch wenn das Warten hart sein wird, Vorfreude ist ja auch schon was – Flaschenhals- und Glasbruch!

WINZERHOF&BUSCHENSCHANK
Peter Mitterer
Obere Hauptstraße 9
2472 Prellenkirchen Logo des Winzerhofes
Tel./Fax: 02145/2005
+43/676-64 14 211
WINZERHOF DOCKNER
www.dockner.at
winzerhof@dockner.at
3511 Höbenbach, Ortstraße 30
02736/ 7262, Fax: 02736/ 7262-4
WEINGUT HERBERT KREIMEL,
3130 Traismauer, Bäckergasse 2
02782/ 85 6 35
Fax: 02783/ 41 18 11
WEINGUT REITERER
A-8551 Wies Lamberg 11
www.weingut-reiterer.com
Weststeiermark / AUSTRIA
Tel.: +43(0)3465/3950
Fax: +43(0)3465/3950-6
email:info@weingut-reiterer.com

WEINWISSEN VON A-Z

Alluvium: Ist ein bestimmter Bodentyp der vor allem in Flussbetten und Flussmündungen vorkommt. Er wird als sehr fruchtbar eingestuft und hat eine feinkörnige Konsistenz. Seine Bestandteile sindSchlamm, Sand und auch Kies. Diese sogenannten Alluvialböden können in ihrer Beschaffen-heit und Durchlässigkeit sehr verschieden sein und Veränderungen kommen oft schon im kleinsten Umkreis vor. Auch im Medoc gibt es diesen Boden und er ist dort eher steinig. Er wird als qualitativ sehr hochwertig eingestuft. Alluvium ist auch unter der Bezeichnung Schwemmland bekannt.

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